Eine Bürgerinititative setzt sich für die Zukunft des Melbbades ein
Bildquelle: WDR/Gisela HartmannWDR. 2 Min. 43 Sek.. Verfügbar bis 24.09.2028.
Es ist ein "Lost Place", an dem leidenschaftliche Erinnerungen hängen. Deshalb kämpfen so viele auch unerbittlich. Und das, obwohl das Melbbad in Bonn Poppelsdorf schon vor sechs Jahren dicht machen musste. Ein Starkregen hatte damals die veraltete Technik lahm gelegt.
"Zum nächstgelegenen Freibad ist es sonst zu weit!"
Sanierungspläne für das nicht nur bei Bonnern beliebte Freibad gab es schon 2020. Doch gegen die Idee, die Sanierung mit sozialem Wohnungsbau zu kombinieren, schlossen sich die Melbbadfreunde zusammen. Sie wollten "Ihr" Freibad zurück, ohne Kompromisse, denn zum sonst nächstgelegenen Römerbad sei es weit.
Sechs Jahre lang ging es aus unterschiedlichen Gründen nicht weiter. In diesem Sommer dann legte der Bonner Oberbürgermeister Guido Déus das neue Bäderkonzept vor. In Zeiten knapper Kassen setzt es auf Kombibäder. Und gibt den Plan, das Frankenbad und auch das Melbbad zu sanieren, endgültig auf.
Bonner Vereine stützen das städtische Bäderkonzept
Bildquelle: WDR/Gisela HartmannKombibäder: Bonner Vereine unterstützen städtisches Bäderkonzept
Unterdessen plädieren die Sport- und Schwimmvereine in Bonn dafür, den Bau von Kombibädern zu priorisieren. "Wir sind in einer dramatischen Haushaltssituation und müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren", sagt Bernd Seibert vom Stadtsportbund mit Blick auf Bonns leere Kassen. Dazu gehöre für die Bonner Vereine inzwischen auch der Erhalt des Schwimmunterrichts in der Schule.
Kommt Bonns nächstes Bürgerbegehren in Sachen Bäder?
In der Bonner Bevölkerung aber gibt es viele Befürworter für das Freibad in Poppelsdorf. Innerhalb von vier Wochen sammelte der Verein "Rettet das Melbbad" jetzt also über 20.000 Unterschriften: Mit symbolischen Rettungsringen bewaffnet haben sie die am Donnerstagabend, den 24. September 2026, vor dem Stadtrat präsentiert.
Melbbadfreunde demonstrieren vor dem Bonner Stadtrat
Bildquelle: WDR/Gisela HartmannWie es weitergeht? Vielleicht mit dem nächsten Bürgerbegehren. Die Unterschriftenliste ist bereits geprüft. Nun muss der Rat entscheiden, ob er sich dem Wunsch, das Melbbad zu sanieren, anschließen will.
