Hunderte von Gänseküken in der Bonner Rheinaue
Lokalzeit aus Bonn. 26.05.2025. 03:16 Min.. Verfügbar bis 26.05.2027. WDR. Von Anette Flentge.
Flauschig sind sie, die Gänseküken. Überall sieht man sie in diesen Tagen beim Sonnenbaden, dem Familienspaziergang oder beim Schwimmen, in kleinen oder großen Gänsefamilien. Und sie sind viele, das ist auch den Besuchern der Rheinaue aufgefallen.
"Ich find´s eigentlich sehr schön", sagt Kai-Ming Blauth, die hier ihre Mittagspause verbringt. "Vor allem, weil die nicht so scheu sind“. „Bis auf die bekackten Wege", meint ein anderer Rheinauenbesucher und lacht. Ja, die Hinterlassenschaften. Auf der Wiese, auf den Wegen. Viele Gänse lassen auch viel zurück.
Zwei nicht heimische Arten
Besonders viel Nachwuchs haben nicht nur die Graugänse, sondern auch Arten, die hier eigentlich nicht heimisch sind, wie die Kanadagänse. Schon vor Wochen hatten Ornithologen in der Rheinaue 70 Küken gezählt.
Gänsekot verteilt sich zwischen Gänseblümchen
Und es sind offenbar noch deutlich mehr dazu gekommen. Sie stammen ursprünglich aus Nordamerika, haben sich hier ausgebreitet und sollten beobachtet werden, sagt Darius Stiels von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Bonn. Es gebe Hinweise darauf, dass sie heimische Tierarten bedrohen, sie zum Beispiel verdrängen.
Füttern schadet Tieren und Natur
Auch die Stadt Bonn beobachtet, dass sich die Zahl der Tiere in der Rheinaue in den vergangenen Jahren deutlich erhöht hat, schreibt dazu: "Grund für die deutliche Vermehrung ist die Tatsache, dass die Nilgänse kaum natürliche Feinde haben, ebenso wie das verbotswidrige Füttern der Tiere."
Das sei immer noch ein Problem, obwohl an viele Stellen Verbotsschilder aufgestellt wurden. Nadia Wattad vom deutschen Tierschutzbund hält das Füttern für falsch verstandene Tierliebe. Es schade den Vögeln.
Wildbiologen sollen die Entwicklung beobachten
Um festzustellen, welche Auswirkungen die steigende Zahl der Wildgänse in der Rheinaue hat, plant die Stadt einen Wildtierbiologen oder eine Biologin zu beauftragen. Auch um den Rheinauensee zu schützen. Der war erst vor drei Jahren aufwendig saniert worden.
Eine Gänsefamilie schwimmt im Wasser
Sollte durch die vielen Vögel das Wasser stark verschmutzt, oder die heimischen Gänse verdrängt werden, dürften die Tiere auch bejagt werden. Eine andere Möglichkeit ist nach Angaben des Tierschutzbundes, die Eier der Vögel anzustechen. Das würde die Population eindämmen.
Aber erstmal seien die Wasservögel harmlos und ihre Kleinen einfach ein echter Hingucker.
Unsere Quellen:
- Stadt Bonn
- Tierschutzbund
- Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Bonn
- Reporterin vor Ort