Die Trockenheit und die heißen Temperaturen sorgen nun auch für Probleme an der Ruhr. Das Landesumweltamt hat eine zu hohe Konzentration des Blutdrucksenkers Candesartan festgestelllt. In Mülheim werde an der Ruhr mit 0,67 Mikrogramm pro Liter die Meldeschwelle von 0,3 Mikrogramm um mehr als das Doppelte überschritten.
Gefahr für Trinkwasser und Fische
Die Warnung richte sich vor allem an die Trinkwasserversorger, die aus dem Uferfiltrat der Flüsse Trinkwasser gewinnen, so die Behörde. So sollen diese Schutzmaßnahmen ergreifen können. Der Wirkstoff wird in Deutschland offiziell als stark wassergefährdend eingestuft.
Neben der Trinkwasser-Problematik sei aber auch eine große Gefahr für das Ökosystem des Wassers vorhanden, geht aus dem Bericht des Landesumweltamts in Recklinghausen hervor. Von dem Stoff gehe nämlich eine chronische Giftigkeit für Fische aus.
Die Medikamentenrückstände seien auch sehr schädlich für Wasserflöhe und andere wirbellose Organismen im Wasser und hemme das Algenwachstum.
Messungen auch im Rhein
Das weit verbreitete Medikament gelangt vor allem über Kläranlagen in die Flüsse, die über keine vierte Klärstufe verfügen.
Niedrigwasser im Rhein
Bildquelle: IMAGO/Olaf DöringBereits am Montag war für den gleichen Stoff auch ein Sofortbericht für den Rhein erschienen. Die im Rhein gemessenen Konzentrationen lagen aber unter denen der Ruhr.
Unsere Quellen:
- Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK)
Sendung: WDR.de, Zu hohe Medikamentenkonzentration in der Ruhr, 13.08.2026, 16.55 Uhr
