"Kürzungsorgien sind keine echten Reformen!", sagte der NRW-Vorsitzende des DGB, Thorben Albrecht, bei der Ankündigung der Großdemo. Die soll am Samstag (26.9.) in Essen als Teil eines bundesweiten Aktionstages stattfinden. Dabei wird es in 15 Großstädten Proteste geben. Außer Essen sind zum Beispiel Berlin, Leipzig, Bremen und Freiburg im Breisgau dabei.
DGB will, dass Bundesregierung umsteuert
Konkret wehrt sich der Gewerkschaftsbund gegen diverse geplante Einschnitte der Bundesregierung im sozialen Bereich. Beispiele: Die Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag, die schrittweise Erhöhung des Renteneintritts sowie die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Außerdem ist der DGB dagegen, dass befristete Arbeitsverhältnisse in Zukunft länger möglich sein können.
"Wir sehen seit Monaten eine Reformdebatte, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland wirklich stark verunsichert", betonte Albrecht. Das sehe man auch an den Ergebnissen der jüngsten Landtagswahlen.
Die Ergebnisse müssten ein Signal für die Bundesregierung sein, umzusteuern, so der DGB-Landesvorsitzende. In Mecklenburg-Vorpommern hatte zum Beispiel die AfD vor der SPD gesiegt. Die CDU flog aus dem Landtag.
Dass die dortige Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit der SPD immerhin auf dem zweiten Platz gelandet ist, liegt aus Sicht von Thorben Albrecht auch an ihrer Kritik an den Reformplänen der Bundesregierung.
Debatte über Vermögenssteuer & Co.
Der DGB schlägt statt Sozialkürzungen Maßnahmen vor, um die Wirtschaftsleistung zu erhöhen. Zum Beispiel mehr Investitionen und bessere Qualifikationsmöglichkeiten für Arbeitnehmer.
Um das zu finanzieren, will der Gewerkschaftsbund unter anderem eine Steuer auf hohe Vermögen einführen. Außerdem müsste es eine verpflichtende Betriebsrente geben, an der sich Arbeitgeber beteiligen. Und: Auch Selbstständige und Abgeordnete sollten aus DGB-Sicht in die gesetzliche Rente einzahlen.
Das sind alles Vorschläge, die allerdings bei der CDU in der Bundesregierung auf Skepsis bis Ablehnung stoßen.
DGB hofft auf 10.000 Demonstrierende in Essen
Der bundesweite Aktionstag soll am Samstag unter dem Motto "Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente." stattfinden. In NRW ist Essen die einzige Stadt, die mitmacht. Der DGB erwartet zu der dortigen Demo plus Kundgebung um die 10.000 Teilnehmende.
Unsere Quellen:
- DGB NRW
- Frühere Berichte der ARD
Sendung: WDR.de, Sozial- und Rentenreform: DGB plant in Essen Großdemo gegen "Kürzungsorgie" , 21.09.2026, 15:00 Uhr
