Getränkehersteller sitzen auf dem Trockenen : Nach der Hitze fehlen Flaschen
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Während der Hitze wurde besonders viel getrunken, jetzt fehlen die Flaschen. "Es ist jedes Jahr das Gleiche", schimpft Getränkehändler Oliver Voß. Die meisten Hersteller wollten für ausreichend Pfandflaschen und Getränkekisten kein Geld ausgeben.
Als hätten sie sich abgestimmt: Überall in NRW klagen die Getränkehersteller gerade über einen eklatanten Mangel an Pfandflaschen. Stefan Brüggemann vom Bad Meinberger Mineralbrunnen warnt sogar: Betriebe, die komplett auf Mehrwegflaschen setzen, müssten womöglich ihre Produktion drosseln.
Er appelliert an die Verbraucher: "Bringen Sie Ihr Leergut schnell zurück, dann können die Flaschen wieder befüllt werden."
Im Sommer wird mehr getrunken
Auch bei Rheinfels in Duisburg geht gerade mehr Vollgut raus, als Leergut zurückkommt. Die Menschen haben bei den Temperaturen viel Durst und kaufen schnell zwei, drei Kisten mehr als sonst. Meist kommen die Pfandflaschen erst zurück, wenn alle Kisten geleert sind. Noch sei das Problem aber nicht so groß, dass es zu Produktionseinschränkungen kommt, heißt es aus der Duisburger Zentrale von Rheinfels.
"Der Hochsommer kommt nicht überraschend!" Saskia Huneke, Marketingleiterin Carolinen Brunnen
Gelassen reagiert der Abfüller Carolinen Brunnen. Bis zu 1,5 Millionen Flaschen pro Tag produzieren die Bielefelder. Man bereite sich jedes Jahr auf den Sommer vor, "indem wir unsere Lagerbestände frühzeitig aufbauen."
Viele Hersteller können sich Leergut-Vorräte nicht leisten
Genau da liege aber das Problem vieler Abfüller, sagt Oliver Voß vom Getränkehandel Trinkgut in Rheda-Wiedenbrück. Vor allem kleine Hersteller hätten nicht genügend Kapital, um Leergut-Vorräte anzulegen. Die Warburger Brauerei etwa betreibe eine riesige Leerguthalle, aber andere wollten keine Kisten und Flaschen herumstehen haben, die nur zwei, drei Monate im Jahr gebraucht werden.
Oliver Voß, Geschäftsführer Trinkgut Rheda-Wiedenbrück
Unterschiedliche Flaschenformen verschärfen das Problem
Und noch etwas wurmt den Getränkehändler: Die Mineralwasserbrunnen würden bis zu acht verschiedene Geschmacksrichtungen anbieten, etwa unterschiedliche Kohlensäuregehalte und Aromazusätze. Wenn im Sommer insgesamt mehr getrunken werde, kämen die Hersteller an ihre Grenzen. Für jede Geschmacksrichtung müssen die Maschinen umgestellt werden. Am Ende fehle die Zeit, um alles zu produzieren.
"Die Probleme sind hausgemacht!“ Oliver Voß, Geschäftsführer Trinkgut Rheda-Wiedenbrück
Viele Hersteller hätten außerdem ihre eigenen Flaschenformen auf den Markt gebracht: mal schlank in Designer-Optik, mal schlicht wie eine Schnapsflasche oder oft mit Markenaufdruck. Wenn also Pfandkisten zurückgebracht werden, sind es nicht unbedingt die Flaschen, die der Hersteller gerade braucht.
Alternative Wasseraufbereiter
Was also tun, wenn bei der nächsten Hitzewelle das Mineralwasser knapp wird? Verbraucher können meist noch auf andere Marken ausweichen. Und dann gibt's ja auch noch "Kranenberger". Das Wasser aus dem Hahn schmeckt auch - und wer will, kann mit Wasseraufbereitern je nach Geschmack Kohlensäure zusetzen.
Unsere Quellen:
- Interview mit Saskia Huneke, Marketingleiterin Carolinen Brunnen
- Interview mit Stefan Brüggemann, Bad Meinberger Mineralbrunnen GmbH
- Interview mit Oliver Voß, Geschäftsführer Trinkgut Rheda-Wiedenbrück
- Rheinfels Quelle Pressestelle
Sendung: WDR.de, Getränkehersteller schlagen Alarm, 03.07.2026, 5:02 Uhr
