WDR Zeitzeichen

Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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Der "Nasenjoseph": Ein Berliner Arzt und die Schönheitschirurgie

Der "Nasenjoseph": Ein Berliner Arzt und die Schönheitschirurgie WDR Zeitzeichen 28.07.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 28.07.2099 WDR 5

1896 führt der Berliner Arzt Jacques Joseph eine der ersten Schönheits-OPs durch. Er mindert Leid - und zementiert das, was wir heute "Normschönheit" nennen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer, wer besonders von den ersten Schönheits-OPs profitiert, von Schönheitsidealen und gesellschaftlichen Normen und dass auch Joseph von der aufkommenden nationalsozialistischen Verfolgung betroffen ist. Im frühen 20. Jahrhundert werden chirurgische Eingriffe von der Medizinwelt verteufelt. Doch ein Mann verändert dieses Denken für immer: der Berliner Schönheitschirurg Jacques Joseph, genannt Nasenjoseph. Als Auszubildender operiert er 1896 die abstehenden Ohren eines Jungen - aus "Schönheitsgründen". Obwohl das Ergebnis begeistert, wird er von seinem Chef wegen des unnötigen Eingriffs ohne Rücksprache entlassen. Es ist der Startschuss für Josephs eigene Karriere. Er eröffnet eine Praxis und entwickelt Operationsmethoden, vor allem für die Modellierung und Verkleinerung der Nase. Damit befreit er seine Patienten von psychischem Leid, bekräftigt aber gleichzeitig die Normen, die dieses Leid überhaupt erst erzeugt haben. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Paula Villa-Brazlavsky, Soziologin Ronald Gerste, Medizinhistoriker Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik Hlacer Redaktion: Emily Jeuckens und David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer:
  • wer besonders von den ersten Schönheits-OPs profitiert,
  • von Schönheitsidealen und gesellschaftlichen Normen,
  • warum Joseph eine Professur für plastische Chirurgie an der Berliner Charité ablehnt,
  • dass auch er von der aufkommenden nationalsozialistischen Verfolgung betroffen ist.

Im frühen 20. Jahrhundert werden chirurgische Eingriffe von der Medizinwelt verteufelt. Doch ein Mann verändert dieses Denken für immer: der Berliner Schönheitschirurg Jacques Joseph, genannt Nasenjoseph. Als Auszubildender operiert er 1896 die abstehenden Ohren eines Jungen - aus "Schönheitsgründen". Obwohl das Ergebnis begeistert, wird er von seinem Chef wegen des unnötigen Eingriffs ohne Rücksprache entlassen.

Es ist der Startschuss für Josephs eigene Karriere. Er eröffnet eine Praxis und entwickelt Operationsmethoden, vor allem für die Modellierung und Verkleinerung der Nase. Damit befreit er seine Patienten von psychischem Leid, bekräftigt jedoch gleichzeitig die Normen, die dieses Leid überhaupt erst erzeugt haben.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Erik Hlacer
Redaktion: Emily Jeuckens und David Rother

Autorin mit Privatmuseum: Das bunte Leben von Gertrude Stein

Autorin mit Privatmuseum: Das bunte Leben von Gertrude Stein WDR Zeitzeichen 27.07.2026 15:50 Min. Verfügbar bis 27.07.2099 WDR 5

Die Schriftstellerin Gertrude Stein (gestorben am 27.7.1946) wird heute immer wieder auf einen Satz reduziert. Dabei hat ihre Geschichte so viel mehr zu bieten.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld, unter welchen Umständen Gertrude Stein in der US-Provinz aufwächst, was ihr Satz "Rose ist eine Rose, ist eine Rose, ist eine Rose" bedeutet, wie sie ein freies Leben führt und dennoch politisch widersprüchlich bleibt. Gertrude Stein schreibt unermüdlich, sammelt Kunst und wird zur zentralen Figur der Pariser Szene. In ihrer Wohnung treffen sich Maler, Schriftsteller und Musiker. Hier entsteht ein Netzwerk, das die Moderne entscheidend prägt. Ihre Texte brechen mit Konventionen: Wiederholungen, Alltagssprache und ungewohnte Bilder formen einen Stil, der viele fasziniert und ebenso viele überfordert. Während ihre experimentellen Werke lange als schwer zugänglich gelten, wird sie mit einer Autobiografie plötzlich international bekannt und zur literarischen Berühmtheit. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ulla Haselstein (Professorin für Amerikanistik an der Freien Universität Berlin) Ulla Haselstein: Gertrude Steins literarische Porträts. Göttingen 2019 Alice B. Toklas: Gertrude Stein - Autobiographie. Berlin 2021 Stefana Sabin: Gertrude Stein. Hamburg 1996 Uda Strätling (Hrsg.): Gertrude Stein - Das große Lesebuch. Frankfurt am Main 2017 Hörtipp: Podcast von Bayern 2: Buchgefühl - Lesung und Gespräch https://1.ard.de/buchgefuehl-lesung-und-gespraech Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherin und die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:
  • unter welchen Umständen Gertrude Stein in der US-Provinz aufwächst,
  • was ihr berühmter Satz "Rose ist eine Rose, ist eine Rose, ist eine Rose" bedeutet,
  • wie sie Künstler wie Picasso und Hemingway beeinflusst,
  • auf welche Weise sie den Zweiten Weltkrieg überlebt,
  • wie sie ein freies Leben führt und dennoch politisch widersprüchlich bleibt.

Gertrude Stein schreibt unermüdlich, sammelt Kunst und wird zur zentralen Figur der Pariser Szene. In ihrer Wohnung treffen sich Maler, Schriftsteller und Musiker. Hier entsteht ein Netzwerk, das die Moderne entscheidend prägt.

Ihre Texte brechen mit Konventionen: Wiederholungen, Alltagssprache und ungewohnte Bilder formen einen Stil, der viele fasziniert und ebenso viele überfordert. Während ihre experimentellen Werke lange als schwer zugänglich gelten, wird sie mit einer Autobiografie plötzlich international bekannt und zur literarischen Berühmtheit.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Ulla Haselstein (Professorin für Amerikanistik an der Freien Universität Berlin)
  • Ulla Haselstein: Gertrude Steins literarische Porträts. Göttingen 2019
  • Alice B. Toklas: Gertrude Stein - Autobiographie. Berlin 2021
  • Stefana Sabin: Gertrude Stein. Hamburg 1996
  • Uda Strätling (Hrsg.): Gertrude Stein - Das große Lesebuch. Frankfurt am Main 2017

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Hörtipp:
Podcast von Bayern 2: Buchgefühl - Lesung und Gespräch

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Die Macherin und die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christian Kosfeld
Redaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak

Rembrandt: Vom Star-Maler zum bankrotten Außenseiter

Rembrandt: Vom Star-Maler zum bankrotten Außenseiter WDR Zeitzeichen 26.07.2026 14:45 Min. Verfügbar bis 26.07.2099 WDR 5

Rembrandts Karriere in der Amsterdamer Kunstszene ist steil: Er profitiert vom Boom der Stadt, doch sein Eigensinn steht dem Erfolg im Weg. Am 26.7.1656 ist er bankrott.

In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Reinhardt, wie Rembrandt von Leiden ins florierende Amsterdam zieht, warum sich in seinen Bildern zahlreiche Selbstporträts finden und über den frühen Tod seiner Frau Saskia. Rembrandt van Rijn ist nicht nur ein begnadeter Maler, er bedient auch perfekt den Geschmack der neuen Eliten im aufstrebenden Amsterdam. Das zahlt sich aus. Allein vom Honorar für seine berühmte "Nachtwache" kann er sich ein stattliches Haus kaufen, das er mit wertvollen Kunstwerken und kuriosen Raritäten füllt. Doch die Zeiten ändern sich, die Kunden wünschen sich gefälligere Bilder. Rembrandts Farbpalette hingegen wird dunkler, die Gesichter verletzlicher, die Bilder sperriger. Was die Kunstwelt heute als späten Rembrandt bewundert, kostet ihn zu Lebzeiten immer mehr Auftraggeber. Am 26. Juli 1656 erklärt er schließlich seine Zahlungsunfähigkeit und verliert infolgedessen seine Sammlungen und sein Haus. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Justus Lange, Leitung, Gemäldegalerie Alte Meister Prof. Dr. Jochen Sander, stellvertretender Direktor des Städel Museums Justus Lange/Timo Trümper: Rembrandt 1632. Entstehung einer Marke. Petersberg 2026 Jochen Sander: Rembrandts Amsterdam. Goldene Zeiten? München 2025 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anja Reinhardt Redaktion: Carolin Rückl


In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Reinhardt:
  • wie Rembrandt von Leiden ins florierende Amsterdam zieht,
  • warum sich in seinen Bildern zahlreiche Selbstporträts finden,
  • über den frühen Tod seiner Frau Saskia,
  • womit er das liberale Amsterdamer Bürgertum provoziert.

Rembrandt van Rijn ist nicht nur ein begnadeter Maler, er bedient auch perfekt den Geschmack der neuen Eliten im aufstrebenden Amsterdam. Das zahlt sich aus. Allein vom Honorar für seine berühmte "Nachtwache" kann er sich ein stattliches Haus kaufen, das er mit wertvollen Kunstwerken und kuriosen Raritäten füllt.

Doch die Zeiten ändern sich, die Kunden wünschen sich gefälligere Bilder. Rembrandts Farbpalette hingegen wird dunkler, die Gesichter verletzlicher, die Bilder sperriger. Was die Kunstwelt heute als späten Rembrandt bewundert, kostet ihn zu Lebzeiten immer mehr Auftraggeber.

Am 26. Juli 1656 erklärt er schließlich seine Zahlungsunfähigkeit und verliert infolgedessen seine Sammlungen und sein Haus.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Justus Lange, Leitung, Gemäldegalerie Alte Meister
  • Prof. Dr. Jochen Sander, stellvertretender Direktor des Städel Museums
  • Justus Lange/Timo Trümper: Rembrandt 1632. Entstehung einer Marke. Petersberg 2026
  • Jochen Sander: Rembrandts Amsterdam. Goldene Zeiten? München 2025
  • Stephanie S. Dicker/Jochen Sander: Nennt mich Rembrandt. Kreativität und Wettbewerb in Amsterdam um 1630-1655. München 2022

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Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Anja Reinhardt
Redaktion: Carolin Rückl

Die Banditenkönigin Indiens: Phoolan Devi

Die Banditenkönigin Indiens: Phoolan Devi WDR Zeitzeichen 25.07.2026 14:45 Min. Verfügbar bis 25.07.2099 WDR 5

Sie wurde vergewaltigt, gejagt und eine gefürchtete Rebellin. Nach Jahren im Gefängnis zog sie ins Parlament ein. Am 25. Juli 2001 wurde Phoolan Devi erschossen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka, dass Phoolan Devi schon als Mädchen sexualisierte Gewalt erfährt, warum sich vieles in ihrem Leben nicht zuverlässig rekonstruieren lässt und weshalb sie bis heute für viele ein Symbol des Widerstands von Frauen aus unteren Kasten ist. Die Mörder kommen in der Mittagspause: Am 25. Juli 2001 wird Phoolan Devi, Abgeordnete der linken Samajwadi-Partei, vor ihrem Haus in Neu-Delhi erschossen. Einer der Täter gibt später an, aus Rache für das Massaker im Dorf Behmai gehandelt zu haben. Dort war Phoolan Devi einst wochenlang festgehalten, gedemütigt und von Männern höherer Kasten vergewaltigt worden. Nach ihrer Flucht organisiert sie einen Vergeltungsangriff, bei dem 20 Männer getötet werden - bis heute ist umstritten, welche Rolle sie selbst dabei spielte. Dieses Blutbad begründet ihren Mythos als Banditenkönigin und Rächerin der Unterkastigen. Elf Jahre sitzt sie ohne Gerichtsverfahren im Gefängnis, nach ihrer überraschenden Freilassung wird sie als Symbolfigur der unteren Kasten zweimal ins indische Unterhaus gewählt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Nadja-Christina Schneider, Professorin am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin Phoolan Devi: Ich war die Königin der Banditen - Ein legendäres Leben. Bergisch Gladbach 2002 Mala Sen: Bandit Queen – Die Geschichte der Phoolan Devi. München 1993 Veena Kade-Luthra: Phoolan Devi – Die Legende einer indischen Banditin. Frankfurt/Main 1983 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christiane Kopka Redaktion: Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:
  • dass Phoolan Devi schon als Mädchen sexualisierte Gewalt erfährt,
  • warum sich vieles in ihrem Leben nicht zuverlässig rekonstruieren lässt,
  • weshalb sie bis heute für viele ein Symbol des Widerstands von Frauen aus unteren Kasten ist.

Die Mörder kommen in der Mittagspause. Am 25. Juli 2001 wird Phoolan Devi, Abgeordnete der linken Samajwadi-Partei, vor ihrem Haus in Neu-Delhi erschossen Einer der Täter gibt später an, aus Rache für das Massaker im Dorf Behmai gehandelt zu haben.

Dort war Phoolan Devi einst wochenlang festgehalten, gedemütigt und von Männern höherer Kasten vergewaltigt worden. Doch ihr gelingt die Flucht und sie schlägt zurück. Bei ihrem Vergeltungsangriff werden 20 Männer erschossen – bis heute ist umstritten, welche Rolle sie selbst dabei spielte.

Das Blutbad begründet ihren Mythos als Banditenkönigin und Rächerin der unteren Kaste. Elf Jahre sitzt sie ohne Gerichtsverfahren im Gefängnis, nach ihrer überraschenden Freilassung wird sie als Symbolfigur der unteren Kasten zweimal ins indische Unterhaus gewählt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Nadja-Christina Schneider, Professorin am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin
  • Phoolan Devi: Ich war die Königin der Banditen - Ein legendäres Leben. Bergisch Gladbach 2002
  • Mala Sen: Bandit Queen - Die Geschichte der Phoolan Devi. München 1993
  • Veena Kade-Luthra: Phoolan Devi - Die Legende einer indischen Banditin. Frankfurt/Main 1983

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Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Christiane Kopka
Redaktion: Sefa Inci Suvak

Ende der Altsteinzeit: Wie friedlich waren unsere Vorfahren?

Ende der Altsteinzeit: Wie friedlich waren unsere Vorfahren? WDR Zeitzeichen 24.07.2026 14:46 Min. Verfügbar bis 24.07.2099 WDR 5

Vor rund 10.000 Jahren endet die Altsteinzeit. Sie prägt bis heute unser Bild vom "wilden Urmenschen". Steckt das "Recht des Stärkeren" wirklich in unseren Genen?

In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff, warum Charles Darwins Evolutionstheorie oft missverstanden wird, weshalb damals Gleichberechtigung und flexible Rollen das Leben bestimmen und wie die Frage nach der wahren Natur des Menschen heute beantwortet werden kann. Das Bild vom gewalttätigen Urmenschen ist tief im kollektiven Gedächtnis verankert. Filme und populäre Darstellungen zeigen Kämpfe um Ressourcen als treibende Kraft der Evolution. Doch die Forschung zeichnet ein anderes Bild: Entscheidend ist über Millionen von Jahren nicht Stärke, sondern Anpassungsfähigkeit, Kooperation und Wissen. Der entscheidende Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte findet erst mit dem Ende der Altsteinzeit statt. Vor rund 10.000 Jahren werden die Jäger und Sammler zu Bauern und Viehzüchtern. Damit ändert sich das Zusammenleben grundlegend: Es gibt erste Hinweise auf beginnende Hierarchien, Herrschaft, Privateigentum, auf Überfälle, Krieg, Sklaverei und Patriarchat. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Thorsten Uthmeier (Professor für Ur- und Frühgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen) Andreas Pastoors (Professor für Ur- und Frühgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen) Thorsten Uthmeier und Doris Mischka (Hg.): Steinzeit in Bayern. Freiburg im Breisgau 2023 David Graeber und David Wengrow: Anfänge – eine neue Geschichte der Menschheit. Stuttgart 2022 Marshall Sahlins: Das Menschenbild des Westens. Ein Missverständnis? Berlin 2017 Marylène Patou-Mathis: Weibliche Unsichtbarkeit – wie alles begann. München 2022 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Pfaff Redaktion: Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:
  • wie hartnäckig sich das Bild vom brutalen Keulenmenschen hält,
  • warum Charles Darwins Evolutionstheorie oft missverstanden wird,
  • wieso in der Altsteinzeit Zusammenarbeit und Lernen wichtiger sind als körperliche Stärke,
  • weshalb damals Gleichberechtigung und flexible Rollen das Leben bestimmen,
  • wie die Frage nach der wahren Natur des Menschen heute beantwortet werden kann.

Das Bild vom gewalttätigen Urmenschen ist tief im kollektiven Gedächtnis verankert. Filme und populäre Darstellungen zeigen Kämpfe um Ressourcen als treibende Kraft der Evolution. Doch die Forschung zeichnet ein anderes Bild: Entscheidend ist über Millionen von Jahren nicht Stärke, sondern Anpassungsfähigkeit, Kooperation und Wissen.

Der entscheidende Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte findet erst mit dem Ende der Altsteinzeit statt. Vor rund 10.000 Jahren werden die Jäger und Sammler zu Bauern und Viehzüchtern. Damit ändert sich das Zusammenleben grundlegend: Es gibt erste Hinweise auf beginnende Hierarchien, Herrschaft, Privateigentum, auf Überfälle, Krieg, Sklaverei und Patriarchat.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Thorsten Uthmeier (Professor für Ur- und Frühgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen)
  • Andreas Pastoors (Professor für Ur- und Frühgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen)
  • Thorsten Uthmeier und Doris Mischka (Hg.): Steinzeit in Bayern. Freiburg im Breisgau 2023
  • David Graeber und David Wengrow: Anfänge – eine neue Geschichte der Menschheit. Stuttgart 2022
  • Marshall Sahlins: Das Menschenbild des Westens. Ein Missverständnis? Berlin 2017
  • Marylène Patou-Mathis: Weibliche Unsichtbarkeit – wie alles begann. München 2022

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Thomas Pfaff
Redaktion: Matti Hesse
Technik: Sarah Fitzek

König Roderich und der Untergang des Westgotenreichs

König Roderich und der Untergang des Westgotenreichs WDR Zeitzeichen 23.07.2026 14:41 Min. Verfügbar bis 23.07.2099 WDR 5

Im Juli 711 stirbt der letzte Westgotenkönig Roderich im Kampf gegen ein Heer aus Berbern und Arabern. Es folgen fast 800 Jahre muslimischer Herrschaft auf der iberischen Halbinsel.

In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer, warum König Roderich mit seinen Adligen im Streit liegt, welche Schätze die Araber auf der Iberischen Halbinsel suchen und dass Roderichs Witwe sich mit einem Eroberer neu verheiratet. Der Legende nach verbündet sich Julian, Statthalter auf der nordafrikanischen Seite der Straße von Gibraltar, mit den Arabern. Der Grund: Der westgotische König Roderich soll Julians Tochter geschwängert haben. Die Rache endet tödlich: Der König fällt im Juli 711 im Kampf gegen die arabisch-berberischen Truppen. Historiker halten es jedoch für wahrscheinlicher, dass die Araber zu einem Beutezug übers Meer gesetzt haben - ohne Julians Hilfe. Der Tod Roderichts eröffnet ihnen dann unerwartet die Chance, die Herrschaft über die Iberische Halbinsel zu übernehmen. Zumal der Widerstand nicht zu groß ist. Teile der westgotischen Eliten arrangieren sich rasch mit den neuen Machthabern. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Sabine Panzram, Professorin für Alte Geschichte, Universität Hamburg Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Tobias Sauer Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Martin Kropp


In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:
  • warum König Roderich mit seinen Adligen im Streit liegt,
  • welche Schätze die Araber auf der Iberischen Halbinsel suchen,
  • dass Roderichs Witwe sich mit einem Eroberer neu verheiratet,
  • wie sein Tod eine 700-jährige muslimische Herrschaft einläutet.

Der Legende nach verbündet sich Julian, Statthalter auf der nordafrikanischen Seite der Straße von Gebraltar, mit den Arabern. Der Grund: Der westgotische König Roderich soll Julians Tochter geschwängert haben. Die Rache endet tödlich: Der König fällt im Juli 711 im Kampf gegen die arabisch-berberischen Truppen.

Historiker halten es jedoch für wahrscheinlicher, dass die Araber zu einem Beutezug übers Meer gesetzt haben - ohne Julians Hilfe. Der Tod Roderichts eröffnet ihnen dann unerwartet die Chance, die Herrschaft über die Iberische Halbinsel zu übernehmen. Zumal der Widerstand nicht zu groß ist. Teile der westgotischen Eliten arrangieren sich rasch mit den neuen Machthabern.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Sabine Panzram, Professorin für Alte Geschichte, Universität Hamburg
  • Ibn Abd-el-Hakem: The Islamic Conquest of Spain. Whitefish 2010
  • Roger Collins: Visigothic Spain, 409 – 711. Malden, Mass. 2004
  • Roger Collins: The Arab conquest of Spain: 710 – 797. Oxford 1998

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Tobias Sauer
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
Technik: Martin Kropp

Goethes dickster Wälzer: Der Tragödie zweiter Teil

Goethes dickster Wälzer: Der Tragödie zweiter Teil WDR Zeitzeichen 22.07.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 22.07.2099 WDR 5

"Faust I" ist Goethes bekanntestes Werk. Aber die Geschichte geht noch 12.000 Verse weiter, in "Faust II". Als Goethe am 22.7.1831 den letzten Vers geschrieben hatte, wollte er das Werk selbst niemals gedruckt sehen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler über die Ursprungsgeschichte des Dr. Faust, warum "Faust II" eine Teamarbeit ist und wo sich Künstliche Intelligenz im "Faust II" entdecken lässt. "Das Hauptgeschäft zu Stande gebracht", notiert der schon greise Goethe am 22.7.1831 in sein Tagebuch. Mehr als zwei Jahrzehnte nach "Faust I" vollendet er der Tragödie zweiten Teil. Veröffentlichen will Goethe die Fortsetzung des suchenden Faust und des teuflischen Mephistos nicht: "Da kommen sie und fragen, welche Idee ich in meinem Faust zu verkörpern gesucht. Als ob ich das selber wüsste und aussprechen könnte." Erst nach seinem Tod erscheint "Faust II" und bis heute wird darüber gestritten, ob am Ende Faust oder Mephisto die Wette gewinnt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Anne Bohnenkamp-Renken (Literaturwissenschaftlerin und Direktorin des freien deutschen Hochstifts, zu dem auch das Goethe-Haus in Frankfurt gehört) Historisch-kritische Edition von Goethes Faust. DFG-Projekt unter der Leitung von Anne Bohnenkamp-Renken (Freies Deutsches Hochstift), Silke Henke (Goethe- und Schiller-Archiv) und Fotis Jannidis (Julius-Maximilians-Universität Würzburg). Hybride Publikation https://www.faustedition.net/ Karl Otto Conrady: Goethe. Leben und Werk. Düsseldorf/Zürich 1999. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Frank Zirpins Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:
  • über die Ursprungsgeschichte des Dr. Faust,
  • welche Rolle Friedrich Schiller bei der Entstehung der Bücher spielt,
  • warum "Faust II" eine Teamarbeit ist,
  • wo sich Künstliche Intelligenz im "Faust II" entdecken lässt.

"Das Hauptgeschäft zu Stande gebracht", notiert der schon greise Goethe am 22. Juli 1831 in sein Tagebuch. Mehr als zwei Jahrzehnte nach "Faust I" vollendet er der Tragödie zweiten Teil.

Veröffentlichen will Goethe die Fortsetzung des suchenden Fausts und des teuflischen Mephistos nicht: "Da kommen sie und fragen, welche Idee ich in meinem Faust zu verkörpern gesucht. Als ob ich das selber wüsste und aussprechen könnte."

Erst nach seinem Tod erscheint "Faust II" und bis heute wird darüber gestritten, ob am Ende Faust oder Mephisto die Wette gewinnt
.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

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Autor: Marko Rösseler
Redaktion: Frank Zirpins
Technik: Sascha Schiemann

Entdeckt die geheime Schrift im Licht: Joseph Fraunhofer

Entdeckt die geheime Schrift im Licht: Joseph Fraunhofer WDR Zeitzeichen 21.07.2026 14:40 Min. Verfügbar bis 21.07.2099 WDR 5

Am 21.7.1801 stürzt in München eine Werkstatt ein - unter den Trümmern begraben: der Lehrling Joseph Fraunhofer. Er überlebt und wird später zum Pionier der Optik.

In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember, wie Napoleon das Leben von Joseph Fraunhofer beeinflusst hat, was sich hinter den Fraunhofer-Linien verbirgt und wie der Waisenjunge zum Ritter aufsteigt. Als Vollwaise landet Joseph Fraunhofer als Handlanger eines Spiegelmachers in München. Da hockt er in einer fensterlosen Kammer und schuftet für seinen mickrigen Lebensunterhalt. Bis das marode Haus über ihm zusammenbricht - und er wie durch ein Wunder gerettet wird. Sein Schicksal rührt die Münchner, davon will Kurfürst Max profitieren und gibt Joseph eine großzügige Geldsumme. Es ist der Grundstock für seine erste Glasschneidemaschine. Bald produziert er hochwertiges Glas für Brillen, Operngläser, Mikroskope und Fernrohre. Zur Verbesserung seiner optischen Geräte experimentiert Fraunhofer - und wird zum angesehenen Wissenschaftler der Optik. Heute ist er Namenspatron der Fraunhofer-Gesellschaft, die mit 75 Instituten angewandte Forschung betreibt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: • Andreas Martin Bräu, Biograf • Andreas Martin Bräu: Die Gesetze des Lichts. Das erstaunliche leben des Joseph von Fraunhofer. München 2026 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Christoph Tiegel, David Rother Technik: Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:
  • wie Napoleon das Leben von Joseph Fraunhofer beeinflusst,
  • dass sein Perfektionismus ihn in die Forschung drängt,
  • was sich hinter den Fraunhofer-Linien verbirgt,
  • wie er zum Ritter von Fraunhofer aufsteigt,
  • über den frühen Tod des Unternehmers und Wissenschaftlers.

Als Vollwaise landet Joseph Fraunhofer als Handlanger eines Spiegelmachers in München. Da hockt er in einer fensterlosen Kammer und schuftet für seinen mickrigen Lebensunterhalt. Bis das marode Haus über ihm zusammenbricht - und er wie durch ein Wunder gerettet wird.

Sein Schicksal rührt die Münchner, davon will Kurfürst Max profitieren und gibt Joseph eine großzügige Geldsumme. Es ist der Grundstock für seine erste Glasschneidemaschine. Bald produziert er hochwertiges Glas für Brillen, Operngläser, Mikroskope und Fernrohre.

Zur Verbesserung seiner optischen Geräte experimentiert Fraunhofer - und wird zum angesehenen Wissenschaftler der Optik. Heute ist er Namenspatron der Fraunhofer-Gesellschaft, die mit 75 Instituten angewandte Forschung betreibt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Andreas Martin Bräu, Biograf
  • Andreas Martin Bräu: Die Gesetze des Lichts. Das erstaunliche leben des Joseph von Fraunhofer. München 2026

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Autor: Heiner Wember
Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother
Technik: Moritz Raestrup

Mungo Park und das Rätsel des Niger

Mungo Park und das Rätsel des Niger WDR Zeitzeichen 20.07.2026 14:36 Min. Verfügbar bis 20.07.2099 WDR 5

20. Juli 1796: Mungo Park erreicht den Niger. Der schottische Forscher sucht den Verlauf des legendären Flusses - und riskiert dafür sein Leben.

In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek, welchen Einfluss Mungo Parks Entdeckung auf die Entwicklung der Handelsnetzwerke in Westafrika hat, was der US-amerikanische Schriftsteller T.C. Boyle durch Mungo Parks Erlebnisse über Westafrika lernt und warum Parks Erfolg in Frankreich für Unruhe sorgt. Der junge schottische Arzt Mungo Park setzt alles daran, die Rätsel um den Niger zu lösen. 1794 kann er die kurz zuvor in London gegründete "African Association" für eine Expedition gewinnen. Viel Geld, Ausrüstung und eine Mannschaft bekommt er allerdings nicht. Am 7. März 1796 gerät Mungo Park im heutigen Mali in Gefangenschaft. Man hält ihn für einen Spion, der Handelsrouten auskundschaftet. Fast verdurstet und dem Hungertod nahe kann er nach vier Monaten fliehen. Völlig allein erreicht er sein Ziel. Am 20. Juli 1796 steht Mungo Park als erster Europäer am Ufer des Niger. Wegen der beginnenden Regenzeit muss der Entdecker jedoch den Rückweg antreten. Mehr tot als lebendig erreicht er neun Monate später seinen Ausgangspunkt Pisania. An Heiligabend 1797 ist Mungo Park wieder zurück an der Themse. Im Januar 1805 beauftragt ihn die Regierung mit einer zweiten Expedition, um Quelle und Mündung des Niger zu finden. Mit einer staatlichen Ausrüstung, genug Geld und 70 Soldaten bricht Mungo Park zu seiner zweiten Afrikareise auf, die am Ende selbst zum Rätsel wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Andreas Eckert, Historiker und Afrikawissenschaftler, Berlin Dr. T.C. Boyle, amerik. Schriftsteller und Autor Mungo Park: Reisen ins Innerste Afrika. Dem Geheimnis des Niger auf der Spur, Wiesbaden 2021 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Melahat Simsek Redaktion: Matti Hesse Technik: Christoph Schneider


In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek:
  • welchen Einfluss Mungo Parks Entdeckung auf die Entwicklung der Handelsnetzwerke in Westafrika hat,
  • warum Mungo Park von den westafrikanischen Stammesführern misstrauisch beäugt wird,
  • was der amerikanische Schriftsteller T.C. Boyle durch Mungo Parks Erlebnisse über Westafrika lernt,
  • warum Parks Erfolg in Frankreich für Unruhe sorgt.

Der junge schottische Arzt Mungo Park setzt alles daran, die Rätsel um den Niger zu lösen. 1794 kann er die kurz zuvor in London gegründete "African Association" für eine Expedition gewinnen. Viel Geld, Ausrüstung und eine Mannschaft bekommt er allerdings nicht.

Am 7. März 1796 gerät Mungo Park im heutigen Mali in Gefangenschaft. Man hält ihn für einen Spion, der Handelsrouten auskundschaftet. Fast verdurstet und dem Hungertod nahe kann er nach vier Monaten fliehen. Völlig allein erreicht er sein Ziel. Am 20. Juli 1796 steht Mungo Park als erster Europäer am Ufer des Niger.

Wegen der beginnenden Regenzeit muss der Entdecker jedoch den Rückweg antreten. Mehr tot als lebendig erreicht er neun Monate später seinen Ausgangspunkt Pisania. An Heiligabend 1797 ist Mungo Park wieder zurück an der Themse. Im Januar 1805 beauftragt ihn die Regierung mit einer zweiten Expedition, um Quelle und Mündung des Niger zu finden. Mit einer staatlichen Ausrüstung, genug Geld und 70 Soldaten bricht Mungo Park zu seiner zweiten Afrikareise auf, die am Ende selbst zum Rätsel wird.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Dr. Andreas Eckert, Historiker und Afrikawissenschaftler, Berlin
  • Dr. T.C. Boyle, amerik. Schriftsteller und Autor
  • Mungo Park: Reisen ins Innerste Afrika. Dem Geheimnis des Niger auf der Spur, Wiesbaden 2021
  • T.C. Boyle: Wassermusik, München 2014
  • Andreas Eckert: Kolonialismus, Frankfurt am Main 2006

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Melahat Simsek
Redaktion: Matti Hesse
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Nilpferd in Senfsauce: Was in den Kolonien auf den Teller kam

Nilpferd in Senfsauce: Was in den Kolonien auf den Teller kam WDR Zeitzeichen 19.07.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 19.07.2099 WDR 5

Das "Kolonialkochbuch" von 1906 soll deutschen Frauen das Leben in den Kolonien erleichtern. Neben Rezepten liefert es Einblicke in den Rassismus fernab des Kaiserreichs.

In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk warum deutsche Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Kolonien ziehen, wodurch in den Speiseplänen der Kolonisten Kohlrabi, Äpfel, Spinat ersetzt werden und welche ungewöhnlichen Zutaten in Fleischrezepten zum Einsatz kommen. Olga Rosenberg, die Autorin des ersten deutschen Kolonial-Kochbuchs, arbeitet als geprüfte Kochlehrerin in Berlin und ist wahrscheinlich nie selbst in die Kolonien gereist. Auftraggeber ihres Kochbuchs ist das Kolonialwirtschaftliche Komitee, das die wirtschaftlichen Interessen von Unternehmern, Siedlern und Wissenschaftlern bündelt, und den Alltag von Kolonisten erleichtern will. Das Fleisch des Flusspferdes gilt laut Kochbuch als etwas grob, aber immerhin noch ganz gut genießbar, namentlich das Rückenfleisch. Die Wangen und der Schwanz gelten als hervorragend schmackhaft, auch die Füße werden gern gegessen. Vom Elefanten gelten die Füße und das Herz als schmackhafte, beliebte Gerichte. Nur ein Rezept stößt bei den Leserinnen und Lesern des Kolonial-Kochbuchs auf Protest: Der Affenrücken wird in einer zeitgenössischen Rezension des Kochbuchs kritisiert, weil man sagt, das muss nicht sein. Vermutlich, weil der Affe dem Menschen zu nah verwandt ist. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Regina Frisch, Expertin für historische Kochbücher, Würzburg Olga Rosenberg: Kolonial-Kochbuch, Berlin 1906 Antonie Brandeis: Kochbuch für die Tropen, Berlin 1907 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:
  • warum deutsche Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Kolonien ziehen,
  • worum sich der Frauenbund der deutschen Kolonialgesellschaft kümmert,
  • wodurch in den Speiseplänen der Kolonisten Kohlrabi, Äpfel und Spinat ersetzt werden,
  • welche ungewöhnlichen Zutaten in Fleischrezepten zum Einsatz kommen.

Olga Rosenberg, die Autorin des ersten deutschen Kolonial-Kochbuchs, arbeitet als geprüfte Kochlehrerin in Berlin und ist wahrscheinlich nie selbst in die Kolonien gereist. Auftraggeber ihres Kochbuchs ist das Kolonialwirtschaftliche Komitee, das die wirtschaftlichen Interessen von Unternehmern, Siedlern und Wissenschaftlern bündelt, und den Alltag von Kolonisten erleichtern will.

Das Fleisch des Flusspferdes gilt laut Kochbuch als etwas grob, aber immerhin noch ganz gut genießbar, namentlich das Rückenfleisch. Die Wangen und der Schwanz gelten als hervorragend schmackhaft, auch die Füße werden gern gegessen. Vom Elefanten gelten die Füße und das Herz als schmackhafte, beliebte Gerichte.

Nur ein Rezept stößt bei den Leserinnen und Lesern des Kolonial-Kochbuchs auf Protest: Der Affenrücken wird in einer zeitgenössischen Rezension des Kochbuchs kritisiert, weil man sagt, das muss nicht sein. Vermutlich, weil der Affe und Mensch zu nah verwandt sind.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Regina Frisch, Expertin für historische Kochbücher, Würzburg
  • Olga Rosenberg: Kolonial-Kochbuch, Berlin 1906
  • Antonie Brandeis: Kochbuch für die Tropen, Berlin 1907
  • Regina Frisch: Schwarzsauer von einer Ente auf javanische Art. In: Kolonialismus - Imperialismus - Dekolonisation. Beiträge zur Globalgeschichte Nr. 6, herausgegeben von Markus A. Denzel und Mark Häberlein
  • Marianne Bechhaus-Gerst, Mechthild Leutner: Frauen in den deutschen Kolonien, Berlin 2009
  • Livia Loosen: Deutsche Frauen in den Südsee-Kolonien des Kaiserreichs, Bielefeld 2014

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Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Maren Gottschalk
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

Dies Alliensis - der verfluchte 18. Juli im alten Rom

Dies Alliensis - der verfluchte 18. Juli im alten Rom WDR Zeitzeichen 18.07.2026 14:47 Min. Verfügbar bis 18.07.2099 WDR 5

Ein schwarzer Tag: der 18. Juli 390 v. Chr. Das Heer wird von den Kelten geschlagen, die Stadt belagert und gedemütigt. Rund um den Tag ranken sich wilde Mythen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach wie der griechische Historiker Plutarch den Überfall der Kelten auf Rom erklärt, wo der Unterschied zwischen Kelten und Galliern liegt und wie die Furcht vor den Kelten noch Jahrhunderte nach dem Überfall politisch genutzt wird. Schon Wochen vor dem 18. Juli 390 v. Chr. verbreitet sich im alten Rom die Nachricht, dass die Kelten aus dem Norden über die Alpen gezogen und mit Riesengeschrei in Italien eingefallen seien. Jeder Römer weiß auch nach Jahrhunderten noch, was sich an jenem heißen Sommertag des 18. Juli 390 vor Chr. etwa 15 Kilometer nördlich von Rom ereignet. Da, wo das kleine Flüsschen Allia in den Tiber mündet. Die Römer sehen sich umringt von Feinden. Schrecken und Panik verbreiten sich. Zu richtigen Kämpfen kommt es gar nicht. Die Römer fliehen Richtung Tiber, wo viele in den Strudeln ertrinken. Andere retten sich ins benachbarte Veji, wieder andere flüchten zurück nach Rom, zu ihren Frauen und Kindern. Die Kelten fallen in Rom ein. Sie verwüsten die Stadt, morden, rauben und setzen vieles in Brand. Die Römer flüchten mit Waffen, Getreide und Gold hoch auf die Burg und das Kapitol. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Simon Lentzsch, Althistoriker, Universität Greifswald Uwe Walter, Althistoriker, Universität Bielefeld Simon Lentzsch: Roma Victa. Von Roms Umgang mit Niederlagen. Berlin 2019 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Emily Jeuckens und Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:
  • wie der griechische Historiker Plutarch den Überfall der Kelten auf Rom erklärt,
  • wo der Unterschied zwischen Kelten und Galliern liegt,
  • wie die Furcht vor den Kelten noch Jahrhunderte nach dem Überfall politisch genutzt wird,
  • wie der Historiker Titus Livius die römische Geschichte in Zyklen von rund 400 Jahren einteilt.

Schon Wochen vor dem 18. Juli 390 v. Chr. verbreitet sich im alten Rom die Nachricht, dass die Kelten aus dem Norden über die Alpen gezogen und mit Riesengeschrei in Italien eingefallen seien.

Jeder Römer weiß auch nach Jahrhunderten noch, was sich an jenem heißen Sommertag des 18. Juli 390 vor Chr. etwa 15 Kilometer nördlich von Rom ereignet. Da, wo das kleine Flüsschen Allia in den Tiber mündet.

Die Römer sehen sich umringt von Feinden. Schrecken und Panik verbreiten sich. Zu richtigen Kämpfen kommt es gar nicht. Die Römer fliehen Richtung Tiber, wo viele in den Strudeln ertrinken. Andere retten sich ins benachbarte Veji, wieder andere flüchten zurück nach Rom, zu ihren Frauen und Kindern.

Die Kelten fallen in Rom ein. Sie verwüsten die Stadt, morden, rauben und setzen vieles in Brand. Die Römer flüchten mit Waffen, Getreide und Gold hoch auf die Burg und das Kapitol.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Simon Lentzsch (Althistoriker, Universität Greifswald)
  • Uwe Walter (Althistoriker, Universität Bielefeld)
  • Simon Lentzsch: Roma Victa. Von Roms Umgang mit Niederlagen. Berlin 2019
  • Titus Livius: Ab Urbe Condita. Buch IV-VI., Römische Geschichte. Düsseldorf/Zürich 1991
  • Uwe Walter: Memoria und res publica. Zur Geschichtskultur im republikanischen Rom. Frankfurt 2004

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Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Marfa Heimbach
Redaktion: Emily Jeuckens und Sefa Inci Suvak
Technik: Sarah Fitzek

Spaniens zerbrochener Traum von der freien Republik

Spaniens zerbrochener Traum von der freien Republik WDR Zeitzeichen 17.07.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 17.07.2099 WDR 5

Kämpfer aus aller Welt unterstützen die Spanische Republik nach dem Staatsstreich vom 17.7.1936. Doch die Waffenhilfe von Europas Faschisten für Franco ist zu groß.

In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff von einer enormen Welle der Solidarität mit der Spanischen Republik, wie Spanien zum Testfeld für den geplanten Luftangriffskrieg der Nazis in Europa wird und wie der Krieg in Kunst und Literatur bis heute weiterlebt. In Spanien herrscht Anfang der 1930er-Jahre eine explosive Stimmung. Verschiedene Gruppen stehen sich gegenüber, Linke und Republikaner sowie Konservative und Militärs. Am 17. Juli 1936 kommt es schließlich zum großen Knall. Unter dem General Francisco Franco putscht das Militär gegen die republikanische Regierung. Es ist der Beginn eines Bürgerkriegs, bei dem auch Deutschland unter Hitler und Italien unter Mussolini mitmischen. Sie kämpfen auf Seiten der Putschisten, schicken Soldaten- und Fliegerverbände. Der Krieg in Spanien dauert fast drei Jahre, hinterlässt hunderttausende Opfer und eine Diktatur unter Franco. Diese endet 1975, die innere Aussöhnung Spaniens aber lässt da noch lange auf sich warten. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Paul Ingendaay, 18 Jahre Kulturkorrespondent der FAZ in Spanien Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Pfaff Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:
  • von einer enormen Welle der Solidarität mit der Spanischen Republik,
  • dass das Land schon vor dem Krieg politisch, wirtschaftlich und sozial zerrissen ist,
  • wie Spanien zum idealen Testfeld für den geplanten Luftangriffskrieg der Nazis in Europa wird,
  • wie der Krieg in Kunst und Literatur bis heute weiterlebt.

In Spanien herrscht Anfang der 1930er-Jahre eine explosive Stimmung. Verschiedene Gruppen stehen sich gegenüber, Linke und Republikaner sowie Konservative und Militärs. Am 17. Juli 1936 kommt es schließlich zum großen Knall. Unter General Francisco Franco putscht das Militär gegen die republikanische Regierung.

Es ist der Beginn eines Bürgerkriegs, bei dem auch Deutschland unter Hitler und Italien unter Mussolini mitmischen. Sie kämpfen auf Seiten der Putschisten und schicken Soldaten- und Fliegerverbände. Der Krieg in Spanien dauert fast drei Jahre, hinterlässt hunderttausende Opfer und eine Diktatur unter Franco. Diese endet 1975, die innere Aussöhnung Spaniens aber lässt da noch lange auf sich warten.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Paul Ingendaay, 18 Jahre Kulturkorrespondent der FAZ in Spanien
  • Paul Ingendaay: Entscheidung in Spanien. München 2026
  • George Orwell: Mein Katalonien (1938)
  • Alfred Kantorowicz: Spanisches Kriegstagebuch (1948)
  • Hans-Magnus Enzensberger: Der kurze Sommer der Anarchie. Berlin 1972

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Thomas Pfaff
Redaktion: Frank Zirpins

Der Fänger im Roggen: Wie der Krieg Salingers Welterfolg prägte

Der Fänger im Roggen: Wie der Krieg Salingers Welterfolg prägte WDR Zeitzeichen 16.07.2026 14:43 Min. Verfügbar bis 16.07.2099 WDR 5

Am 16.7.1951 erscheint "Der Fänger im Roggen". Ein Welterfolg, der Generationen prägt. J.D. Salinger schrieb Teile im Krieg - ein Trauma, das den Roman verändert. 

In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz, wie Salingers Kriegserlebnisse den Roman prägen, warum das Buch fast nicht erschienen wäre und wer genau dieser "Fänger im Roggen" eigentlich ist. "Der Fänger im Roggen" ist ein Roman, der Generationen prägt. Erschienen am 16. Juli 1951, wird das Buch bis heute mehr als 65 Millionen Mal verkauft. Und das, obwohl es aufgrund seiner derben Wortwahl zensiert, entstellt und gekürzt wird, wie kaum ein zweiter amerikanischer Roman des 20. Jahrhunderts. Das Buch handelt von einem 16-jährigen Ausreißer, der durch New York irrt und gegen die Welt der Erwachsenen rebelliert. Der Autor ist J.D. Salinger. Teile des Romans schreibt er im Zweiten Weltkrieg, manchmal direkt an der Front. Nach dem Erfolg dieses ersten und einzigen Romans verschwindet Salinger von der Bildfläche. Sein Werk aber wirkt bis heute nach. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Kenneth Slawenski, Salinger-Biograf Alfred Hornung, Professor für Amerikanistik am Obama Institute for Transnational American Studies an der Uni Mainz Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Markus Harmann und Joachim Heinz Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz:
  • wie Salingers Kriegserlebnisse den Roman prägen,
  • von seiner Begegnung mit Ernest Hemingway,
  • warum das Buch fast nicht erschienen wäre,
  • wer genau dieser "Fänger im Roggen" eigentlich ist.

"Der Fänger im Roggen" ist ein Roman, der Generationen prägt. Erschienen am 16. Juli 1951, wird das Buch bis heute mehr als 65 Millionen Mal verkauft. Und das, obwohl es aufgrund seiner derben Wortwahl zensiert, entstellt und gekürzt wird, wie kaum ein zweiter amerikanischer Roman des 20. Jahrhunderts. Der englische Originaltext enthält 44 Mal das Wort "fuck" und 255 Mal das Wort "goddam".

Das Buch handelt von einem 16-jährigen Ausreißer, der durch New York irrt und gegen die Welt der Erwachsenen rebelliert. Der Autor ist J.D. Salinger. Teile des Romans schreibt er im Zweiten Weltkrieg, manchmal direkt an der Front. Nach dem Erfolg dieses ersten und einzigen Romans verschwindet Salinger von der Bildfläche. Sein Werk aber wirkt bis heute nach.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Kenneth Slawenski, Salinger-Biograf
  • Alfred Hornung, Professor für Amerikanistik am Obama Institute for Transnational American Studies an der Uni Mainz
  • Kenneth Slawenski: Das verborgene Leben des J.D. Salinger. Berlin 2012
  • David Shields/Shane Salerno: Salinger - Ein Leben. München 2013
  • Jerome D. Salinger: Der Fänger im Roggen. Boston 1951
  • Jerome D. Salinger: The Magic Foxhole, 1944/45 (Kurzgeschichte)

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autoren: Markus Harmann und Joachim Heinz
Redaktion: Matti Hesse
Technik: Thomas Bleul

Fotografie als Widerstand: Lee Millers Blick in die Dunkelheit

Fotografie als Widerstand: Lee Millers Blick in die Dunkelheit WDR Zeitzeichen 15.07.2026 14:46 Min. Verfügbar bis 15.07.2099 WDR 5

Lee Miller erlebt den Zweiten Weltkrieg als Fotografin. Am 15.7.1941 druckt die US-Vogue ihr Bild "Fire Masks". Ihr Weg führt sie immer tiefer in die Schrecken des Krieges.

In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer, wie Lee Miller im Frühjahr 1941 das Foto "Fire Masks" in London aufnimmt, warum die darauf gezeigten zwei Frauen dem Leitspruch "Beauty and Duty" entsprechen und wieso sie sich in Hitlers Badewanne fotografieren lässt. Der Legende nach wird Lee Miller auf den Straßen von New York als Model entdeckt. Das Lächeln vor der Kamera genügt ihr bald nicht mehr. Sie sucht sich den seinerzeit berühmtesten Fotografen Man Ray als Lehrer und trifft durch ihn die Pariser Avantgarde und Surrealisten. Deren Bildsprache überträgt sie in die Fotografie. Mit Willensstärke schafft es Lee Miller, sich als US-Kriegsreporterin zu akkreditieren. Sie dokumentiert die Landung in der Normandie und Befreiung von Konzentrationslagern. Berühmt wird das Foto von ihr in Hitlers Badewanne: mit den noch von Dachau verschmutzten Stiefeln, aufgenommen von David Scherman. Ein inszenierter, stiller Triumph über das Regime. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Evelyn Urban, Institut für Kunst- und Musikwissenschaften, Uni Graz Prof. Dr. Robert Bering, Professor für Rehabilitationswissenschaften an der Uni Köln Lee Miller: Krieg – Mit den Alliierten in Europa, herausgegeben von Antony Penrose. München 2015. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Geuer Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer:
  • wie Lee Miller im Frühjahr 1941 das Foto "Fire Masks" in London aufnimmt,
  • warum die darauf gezeigten zwei Frauen dem Leitspruch "Beauty and Duty" entsprechen,
  • was Lee Miller an die Front zieht,
  • wieso sie sich in Hitlers Badewanne fotografieren lässt.

Der Legende nach wird Lee Miller auf den Straßen von New York als Model entdeckt. Das Lächeln vor der Kamera genügt ihr bald nicht mehr. Sie sucht sich den seinerzeit berühmtesten Fotografen Man Ray als Lehrer und trifft durch ihn die Pariser Avantgarde und Surrealisten. Deren Bildsprache überträgt sie in die Fotografie.

Mit Willensstärke schafft es Lee Miller, sich als US-Kriegsreporterin zu akkreditieren. Sie dokumentiert die Landung in der Normandie und Befreiung von Konzentrationslagern. Berühmt wird das Foto von ihr in Hitlers Badewanne: mit den noch von Dachau verschmutzten Stiefeln, aufgenommen von David Scherman. Ein inszenierter, stiller Triumph über das Regime.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Evelyn Urban, Institut für Kunst- und Musikwissenschaften, Uni Graz
  • Prof. Dr. Robert Bering, Professor für Rehabilitationswissenschaften an der Uni Köln
  • Lee Miller: Krieg – Mit den Alliierten in Europa, herausgegeben von Antony Penrose. München 2015.
  • Evelyn Urban: Eine Amerikanerin fotografiert das Kriegsende und nimmt ein Bad in Hitlers Wanne: Lee Millers Kriegsfotografien 1945, Masterarbeit. 2023.
  • Antony Penrose: Immer lieber woanders hin – das Leben der Lee Miller. Berlin 2023.

Weiterführende Links:

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!
Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Irene Geuer
Redaktion: Frank Zirpins

Killer mit Babyface und Western-Mythos: Billy the Kid

Killer mit Babyface und Western-Mythos: Billy the Kid WDR Zeitzeichen 14.07.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 14.07.2099 WDR 5

In der Nacht zum 14.7.1881 wird in einem Schlafzimmer in New Mexico Billy the Kid erschossen. Er wird nur 21 Jahre alt. Seine Revolverhelden-Legende lebt bis heute.

In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe, warum aus Henry McCarty der Revolverheld "Billy the Kid" wird, ob Billy mit zwölf Jahren wirklich schon seinen ersten Mord begeht und wie Zeitungen, Groschenromane und Songs seinen Mythos größer machen als sein echtes Leben. Wie viele Menschen Billy the Kid tatsächlich umgebracht hat, ist unklar. Verlässliche Quellen sind rar: Zeitungen drucken im 19. Jahrhundert Sensationen, ohne Fakten genau zu prüfen, und selbst Gerichtsakten sind von Machtinteressen geprägt. Fest steht: Der früh verwaiste Billy bestreitet seinen Lebensunterhalt bald auch mit Diebstählen und Gewalt und wird im "Lincoln County War" zum Regulator in einem blutigen Konflikt um Land, Vieh, Monopole und politische Macht im Süden der USA. Nach Kriegsende bleibt er der einzige steckbrieflich gesuchte Revolverheld, auf dessen Kopf 5.000 Dollar ausgesetzt sind – tot oder lebendig. Sein früherer Weggefährte Pat Garrett entscheidet sich für "tot" und erschießt ihn in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 1881 in einem Haus bei Fort Sumner. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Michael Hochgeschwender, Universität München Pat F. Garrett: Das wahre Leben von Billy the Kid, SharpInk 2025 Bill O’Neil: Billy the Kid und seine Brüder. Frankfurt 1979 Geo Epoche: Der Wilde Westen, Nr. 68, 09/2014 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe:
  • warum aus Henry McCarty der gefürchtete Revolverheld „Billy the Kid“ wird,
  • ob Billy mit zwölf Jahren wirklich schon seinen ersten Mord begeht,
  • dass die klassischen Showdowns auf der Hauptstraße wohl Hollywood-Erfindungen sind,
  • wie Zeitungen, Groschenromane und Songs seinen Mythos größer machen als sein echtes Leben.

Wie viele Menschen Billy the Kid tatsächlich umgebracht hat, ist unklar. Verlässliche Quellen sind rar: Zeitungen drucken im 19. Jahrhundert Sensationen, ohne Fakten genau zu prüfen, und selbst Gerichtsakten sind von Machtinteressen geprägt.

Fest steht: Der früh verwaiste Billy verdient seinen Lebensunterhalt bald auch mit Diebstählen und Gewalt. Im „Lincoln County War“ wird er zum Regulator in einem blutigen Konflikt um Land, Vieh, Monopole und politische Macht im Süden der USA.

Nach Kriegsende bleibt er der einzige steckbrieflich gesuchte Revolverheld – und auf seinen Kopf werden 5.000 Dollar ausgesetzt, tot oder lebendig. Sein früherer Weggefährte Pat Garrett entscheidet sich für „tot“: In der Nacht vom 13. auf den 14.7.1881 erschießt er Billy in einem Haus bei Fort Sumner.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Michael Hochgeschwender, Universität München
  • Pat F. Garrett: Das wahre Leben von Billy the Kid, SharpInk 2025
  • Bill O’Neil: Billy the Kid und seine Brüder. Frankfurt 1979
  • Geo Epoche: Der Wilde Westen, Nr. 68, 09/2014

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Burkhard Hupe
Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

Als Gerresheims Glasmacher zum Arbeitskampf bliesen

Als Gerresheims Glasmacher zum Arbeitskampf bliesen WDR Zeitzeichen 13.07.2026 15:31 Min. Verfügbar bis 13.07.2099 WDR 5

Vor allem aus Solidarität mit andernorts streikenden Kollegen legen am 13. Juli 1901 auch viele Glasmacher der Gerresheimer Hütte für Wochen ihre Arbeit nieder. Und verlieren am Ende alles.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marcela Drumm vom rebellischen Geist der Arbeiter im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim, warum die Werkswohnungen der Hütte alle ein Zimmer ohne Fenster haben und wie es mit der Gerresheimer Glashütte nach dem Streik weitergeht. Im Juni 1901 ruft der Verband der Glasarbeiter zum landesweiten Generalstreik auf. Die Arbeiter der Gerresheimer Glashütte stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Sollen sie aus Solidarität mitstreiken, obwohl es ihnen dank zahlreicher Sozialeinrichtungen vergleichsweise gut geht? Dennoch legt auch in Düsseldorf rund die Hälfte der Flaschenmacher die Arbeit nieder. Der Gerresheimer Fabrikherr Heinrich Heyer reagiert rigoros. Streikende müssen samt Familien die Werkswohnungen räumen. Und während der wochenlange Konflikt viele Arbeiter ins Elend stürzt, wird am vollautomatischen Flaschenautomat getüftelt, der ihre Arbeit bald überflüssig machen wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dorothee Krings, Journalistin und Autorin von "Tage aus Glas" Harald Peters, ehemaliger Arbeiter der Gerresheimer Glashütte Peter Schulenberg, Förderkreis Industriepfad Gerresheim Mediathek-Tipp: Deutsch. Jüdisch. Sicher? – Maccabiah. Sportfest im Krieg https://1.ard.de/maccabiah?audio=zeitzeichen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marcela Drumm Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Marcela Drumm:
  • über den rebellischen Geist der Arbeiter im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim,
  • warum die Werkswohnungen der Hütte alle ein Zimmer ohne Fenster haben,
  • dass die Arbeiter eine eigene Sprache, das "Hötter Platt", entwickelt haben,
  • wie es mit der Gerresheimer Glashütte nach dem Streik weitergeht.

Im Juni 1901 ruft der Verband der Glasarbeiter zum landesweiten Generalstreik auf. Die Arbeiter der Gerresheimer Glashütte stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Sollen sie aus Solidarität mitstreiken, obwohl es ihnen dank zahlreicher Sozialeinrichtungen vergleichsweise gut geht?

Dennoch legt auch in Düsseldorf rund die Hälfte der Flaschenmacher die Arbeit nieder. Der Gerresheimer Fabrikherr Heinrich Heye reagiert rigoros. Streikende müssen samt Familien die Werkswohnungen räumen. Und während wochenlange Konflikt viele Arbeiter ins Elend stürzt, wird am vollautomatischen Flaschenautomat getüftelt, der ihre Arbeit bald überflüssig machen wird.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dorothee Krings, Journalistin und Autorin "Tage aus Glas"
  • Harald Peters, ehemaliger Arbeiter der Gerresheimer Glashütte
  • Peter Schulenberg, Förderkreis Industriepfad Gerresheim

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Mediathek-Tipp:
Deutsch. Jüdisch. Sicher? – Maccabiah. Sportfest im Krieg

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Marcela Drumm
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
Technik: Christiane Blanke

D.T. Suzuki: Der Mann, der Zen in den Westen brachte

D.T. Suzuki: Der Mann, der Zen in den Westen brachte WDR Zeitzeichen 12.07.2026 14:21 Min. Verfügbar bis 12.07.2099 WDR 5

Was wir mit "Zen" verbinden, ist auch das Werk eines Mannes: D.T. Suzuki (gestorben am 12. Juli 1966) exportierte den Zen-Buddhismus in den Westen - mit Folgen bis heute.

In diesem Zeitzeichen erzählt Sabina Zollner was US-Schriftsteller Jack Kerouac mit D. T. Suzuki und der Verbreitung des Zen zu tun hat, weshalb Suzukis Verständnis von Erleuchtung oft missverstanden wird und wie aus klösterlicher Praxis ein globaler Achtsamkeitstrend entsteht. Daisetz Teitaro Suzuki wächst im Japan des 19. Jahrhunderts auf und findet erst über Umwege zum Zen. Später wird er zu einem der wichtigsten Vermittler zwischen östlicher Spiritualität und westlicher Philosophie. Seine Version von Zen spricht ein Publikum an, das sich nach individueller Erfahrung sehnt. Mit seinen Vorträgen und Schriften begeistert er ein Publikum, das nach Sinn jenseits traditioneller Religion sucht. Damit prägt er die moderne Vorstellung von Spiritualität bis heute. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professorin Inken Prohl (Religionswissenschaftlerin und Japanologin, Universität Heidelberg) Robert Goldmann (Zen-Lehrer, Buddhistische Gesellschaft Berlin) Inken Prohl: Zen für Dummies. Weinheim 2010 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Sabina Zollner Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Sabina Zollner:
  • was US-Schriftsteller Jack Kerouac mit der D. T. Suzuki und der Verbreitung des Zen zu tun hat,
  • warum die Ideen von D. T. Suzuki Intellektuelle, Beat-Autoren und Hippies faszinieren,
  • weshalb Suzukis Verständnis von Erleuchtung oft missverstanden wird,
  • wie aus klösterlicher Praxis ein globaler Achtsamkeitstrend entsteht.

Daisetz Teitaro Suzuki wächst im Japan des 19. Jahrhunderts auf und findet erst über Umwege zum Zen. Später wird er zu einem der wichtigsten Vermittler zwischen östlicher Spiritualität und westlicher Philosophie. Seine Version von Zen spricht ein Publikum an, das sich nach individueller Erfahrung sehnt.

Mit seinen Vorträgen und Schriften begeistert er ein Publikum, das nach Sinn jenseits traditioneller Religion sucht. Damit prägt er die moderne Vorstellung von Spiritualität bis heute.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professorin Inken Prohl (Religionswissenschaftlerin und Japanologin, Universität Heidelberg)
  • Robert Goldmann (Zen-Lehrer, Buddhistische Gesellschaft Berlin)
  • Inken Prohl: Zen für Dummies. Weinheim 2010
  • Winthrop Sargeant: The Great Simplicity. New York 1957
  • Eric Cunningham: D. T. Suzuki - A Biographical Summary. Ann Arbor 2015

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Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Sabina Zollner
Redaktion: Matti Hesse

Vielseitige Pferde: Der lange Ritt der Trakehner

Vielseitige Pferde: Der lange Ritt der Trakehner WDR Zeitzeichen 11.07.2026 15:17 Min. Verfügbar bis 11.07.2099 WDR 5

Friedrich Wilhelm I. will mit der Gründung des Gestüts Trakehnen (am 11.7.1731) für Kavallerie-Nachschub sorgen - und legt in Ostpreußen den Grundstein für erfolgreiche Sportpferde.

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen, warum Preußens König aus wirtschaftlichem Kalkül ein bedeutendes Gestüt gründet, weshalb Trakehnen zum Zentrum der größten Warmblutzucht Europas wird, warum erst Jahrzehnte später eine gezielte Zucht mit arabischen und englischen Pferden beginnt. Mitten in Ostpreußen entsteht im 18. Jahrhundert im Dorf Trakehnen ein Zentrum preußischer Pferdezucht. Was als pragmatische Entscheidung beginnt, entwickelt sich unter visionären Züchtern zu einer der erfolgreichsten Warmblutlinien Europas: die Trakehner. Die Tiere sind robust, leistungsfähig und elegant – begehrt beim Militär und in der Landwirtschaft. Doch das "Pferdeland" gerät im Zweiten Weltkrieg ins Chaos. Als die Rote Armee vorrückt, beginnt für Menschen und Tiere eine verzweifelte Flucht. Trecks kämpfen sich über vereiste Landschaften und durch Beschuss, viele Tiere überleben nicht. Dennoch gelingt es einigen Züchtern, die Tradition zu retten und die Trakehner-Zucht nach 1945 neu aufzubauen. Unser Social-Media-Tipp: "Diemitdenpferden" heißt ein Social-Media-Kanal der ARD Sportschau. Zu finden ist der auf Instagram und TikTok, und bietet spannende Einblicke in das tägliche Training berühmter Reiter und berühmter Pferde. Die Sportschau-Kollegen sind auf den großen Turnieren wie dem CHIO oder Luhmühlen unterwegs und erklären alles rund um den Reitsport und den Alltag im Stall Und um Trakehner geht’s auch. "Diemitdenpferden"- anklicken lohnt sich. 1.ard.de/die-mit-den-pferden Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Erhard Schulte (Trakehner Verband) Erhard Schulte: Ostpreußens Trakehner Zuchtstätten in ihren Blütejahren. Gelting 2019 Patricia Clough: In langer Reihe über das Haff - Die Flucht der Trakehner aus Ostpreußen. München 2006 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:
  • warum Preußens König aus wirtschaftlichem Kalkül ein bedeutendes Gestüt gründet,
  • wie Trakehnen zum Zentrum der größten Warmblutzucht Europas wird,
  • warum erst Jahrzehnte später eine gezielte Zucht mit arabischen und englischen Pferden beginnt,
  • wie Gestütsleiter und Züchter im Zweiten Weltkrieg verzweifelt versuchen, Pferde zu retten,
  • welche dramatische Flucht die Tiere am Ende überstehen müssen.

Mitten in Ostpreußen entsteht im 18. Jahrhundert im Dorf Trakehnen ein Zentrum preußischer Pferdezucht. Was als pragmatische Entscheidung beginnt, entwickelt sich unter visionären Züchtern zu einer der erfolgreichsten Warmblutlinien Europas: die Trakehner. Die Tiere sind robust, leistungsfähig und elegant – begehrt beim Militär und in der Landwirtschaft.

Doch das "Pferdeland" gerät im Zweiten Weltkrieg ins Chaos. Als die Rote Armee vorrückt, beginnt für Menschen und Tiere eine verzweifelte Flucht. Trecks kämpfen sich über vereiste Landschaften und durch Beschuss, viele Tiere überleben nicht. Dennoch gelingt es einigen Züchtern, die Tradition zu retten und die Trakehner-Zucht nach 1945 neu aufzubauen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Erhard Schulte (Trakehner Verband)
  • Erhard Schulte: Ostpreußens Trakehner Zuchtstätten in ihren Blütejahren. Gelting 2019
  • Patricia Clough: In langer Reihe über das Haff - Die Flucht der Trakehner aus Ostpreußen. München 2006

Weiterführende Links:

Unser Social-Media-Tipp:
"Diemitdenpferden" heißt ein Social-Media-Kanal der ARD Sportschau. Zu finden ist der auf Instagram und TikTok und bietet spannende Einblicke in das tägliche Training berühmter Reiter und berühmter Pferde. Die Sportschau-Kollegen sind auf den großen Turnieren wie dem CHIO oder Luhmühlen unterwegs und erklären alles rund um den Reitsport und den Alltag im Stall Und um Trakehner geht’s auch. "Diemitdenpferden"- anklicken lohnt sich. 1.ard.de/die-mit-den-pferden

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
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Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Andrea Klasen
Redaktion: Frank Zirpins

Mythos Trümmerfrauen: Wer den Wiederaufbau wirklich stemmte

Mythos Trümmerfrauen: Wer den Wiederaufbau wirklich stemmte WDR Zeitzeichen 10.07.2026 14:32 Min. Verfügbar bis 10.07.2099 WDR 5

Nach Kriegsende liegt Deutschland in Trümmern. Die Alliierten bestimmen am 10.7.1946 per Gesetz den Einsatz von Trümmerfrauen. Doch den Großteil des Schutts räumen andere weg.

In diesem Zeitzeichen erzählt Franziska Rempe, dass schon vor Kriegsende in Deutschland Trümmer geräumt werden, wie in München Trümmerräumeinsätze zu Volksfesten werden und wie sich das Bild der Trümmerfrauen bis heute wandelt. Im Mai 1945 liegt ein Großteil des ehemaligen Deutschen Reichs in Trümmern. Rund 400 Millionen Kubikmeter Trümmerschutt hinterlässt der Krieg auf deutschem Boden. Bis heute kennt man die Bilder derjenigen, die sie beseitigt haben sollen: Patente Frauen, die nicht nur zuhause Ordnung machen, sondern im ganzen Land aufräumen. Die ersten, die nach dem 8. Mai 1945 in deutschen Städten Trümmer räumen, sind jedoch zum einen deutsche Kriegsgefangene und zum anderen ehemalige NSDAP-Mitglieder, die in den Städten von den neuen deutschen Stadtverwaltungen rekrutiert werden und Trümmer räumen müssen. Da viele Männer im Krieg getötet werden oder noch in Kriegsgefangenschaft sind, machen sich aber auch Frauen daran, die Trümmer des Krieges wegzuräumen. Ein Teil der Frauen übernimmt diese Aufgabe freiwillig, andere werden durch ein Gesetz des Alliierten Kontrollrates verpflichtet. Er erlässt am 10. Juli 1946 in Berlin eine "Anordnung über den Einsatz von Frauen auf Bauten". Ihre offizielle Bezeichnung lautet "Hilfsarbeiterinnen im Baugewerbe". Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Leonie Treber, Historikerin Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes, Essen 2014. App-Tipp: In der WDR-App "Zeitzeugen 1945" spricht die Berliner Trümmerfrau Helga darüber, wie sie nach 1945 zum Räumen im Tiergarten gezwungen wurde. https://1.ard.de/zeitzeugen-1945-app Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Franziska Rempe Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak Technik: Jens Buchheister


In diesem Zeitzeichen erzählt Franziska Rempe:
  • dass schon vor Kriegsende in Deutschland Trümmer geräumt werden,
  • wie die Nationalsozialisten feststellen müssen, dass es zu wenige Menschen für die Beseitigung der Trümmermassen gibt,
  • wie in München Trümmerräumeinsätze zu Volksfesten werden,
  • was die Forschung heute zum Bild der "Trümmerfrauen" sagt.

Im Mai 1945 liegt ein Großteil des ehemaligen Deutschen Reichs in Trümmern. Rund 400 Millionen Kubikmeter Trümmerschutt hinterlässt der Krieg auf deutschem Boden. Bis heute kennt man die Bilder derjenigen, die sie beseitigt haben sollen: Patente Frauen, die nicht nur zuhause, sondern im ganzen Land aufräumen.

Die ersten, die nach dem 8. Mai 1945 in deutschen Städten Trümmer räumen, sind jedoch zum einen deutsche Kriegsgefangene und zum anderen ehemalige NSDAP-Mitglieder, die in den Städten von den neuen deutschen Stadtverwaltungen rekrutiert werden und Trümmer räumen müssen.

Da viele Männer im Krieg getötet werden oder noch in Kriegsgefangenschaft sind, machen sich aber auch Frauen daran, die Trümmer des Krieges wegzuräumen. Ein Teil der Frauen übernimmt diese Aufgabe freiwillig, andere werden durch ein Gesetz des Alliierten Kontrollrates verpflichtet. Er erlässt am 10. Juli 1946 in Berlin eine "Anordnung über den Einsatz von Frauen auf Bauten". Ihre offizielle Bezeichnung lautet "Hilfsarbeiterinnen im Baugewerbe". Das Bild der selbstlosen, fleißigen "Trümmerfrau" passt vor allem in Ostdeutschland gut ins Bild - und entwickelt sich zu einem Mythos.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Leonie Treber, Historikerin
  • Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes, Essen 2014.
  • Harald Hähner: Wolfzeit. Deutschland und die Deutschen 1945–1955, Berlin 2019.

Weiterführende Links:

App-Tipp:
In der WDR-App "Zeitzeugen 1945" spricht die Berliner Trümmerfrau Helga darüber, wie sie nach 1945 zum Räumen im Tiergarten gezwungen wurde.

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Franziska Rempe
Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak
Technik: Jens Buchheister

Die vielen Väter des Aluminiums - C. Halls Jahrhunderterfindung

Die vielen Väter des Aluminiums - C. Halls Jahrhunderterfindung WDR Zeitzeichen 09.07.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 09.07.2099 WDR 5

Am 9.7.1886 sichert sich Charles M. Hall ein US-Patent zur Aluminiumgewinnung, während Paul Héroult in Europa zeitgleich dasselbe schafft - ein Millimeter-Finish.

In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann, wie kurz nacheinander gleich zwei Patente auf die Aluminium-Gewinnung eingereicht werden, welche Rolle eine Nachricht zwischen Geschwistern im Streit um die Patente spielt und welche Vision Forscher heutzutage von der Aluminium-Produktion haben. Mit etwa sieben bis acht Prozent ist Aluminium nach Sauerstoff und Silizium der dritthäufigste Stoff in der Erdkruste. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts suchen Naturwissenschaftler nach Wegen, um das Metall abzuscheiden oder aus dem Gestein herauszulösen. 1886 gelingt dem College-Studenten Charles Martin Hall in der Kleinstadt Oberlin in Ohio ein entscheidender Durchbruch. Im Holzschuppen hinter dem Elternhaus richtet er ein provisorisches Labor ein. Mit selbstgebauten Batterien zur Stromerzeugung, einer eisernen Bratpfanne und dem Mineral Kryolith gelingt es ihm, das in einer Flüssigkeit gelöste Aluminiumoxid aufzuspalten. Mit einer Handvoll Aluminiumstücken geht Hall zu potenziellen Geldgebern, denn er ahnt, dass sich mit dieser Entdeckung viel Geld verdienen lässt. Sie gründen die "Pittsburgh Reduction Company", wo Hall sein Verfahren weiter verbessert. Jetzt kann Roh-Aluminium in großen Mengen gewonnen werden. Und die Herstellungs-Kosten liegen unter zwei Dollar pro Kilo. Am 9. Juli 1886 reicht Hall das Patent mit der Nummer 400.664 bei den US-Behörden ein. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Jörg Schäfer, Verband Aluminium Deutschland, Düsseldorf Dr. Roman Düssel, Werksleiter TRIMET, Essen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kay Bandermann Redaktion: Emily Jeuckens


In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann:
  • warum Aluminium einige Zeit bis zum Durchbruch braucht,
  • wie kurz nacheinander gleich zwei Patente auf die Aluminium-Gewinnung eingereicht werden,
  • welche Rolle eine Nachricht zwischen Geschwistern im Streit um die Patente spielt,
  • welche Vision Forscher heutzutage von der Aluminium-Produktion haben.

Mit etwa sieben bis acht Prozent ist Aluminium nach Sauerstoff und Silizium der dritthäufigste Stoff in der Erdkruste. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts suchen Naturwissenschaftler nach Wegen, um das Metall abzuscheiden oder aus dem Gestein herauszulösen.

1886 gelingt dem College-Studenten Charles Martin Hall in der Kleinstadt Oberlin in Ohio ein entscheidender Durchbruch. Im Holzschuppen hinter dem Elternhaus richtet er ein provisorisches Labor ein. Mit selbstgebauten Batterien zur Stromerzeugung, einer eisernen Bratpfanne und dem Mineral Kryolith gelingt es ihm, das in einer Flüssigkeit gelöste Aluminiumoxid aufzuspalten.

Mit einer Handvoll Aluminiumstücken geht Hall zu potenziellen Geldgebern, denn er ahnt, dass sich mit dieser Entdeckung viel Geld verdienen lässt. Sie gründen die "Pittsburgh Reduction Company", wo Hall sein Verfahren weiter verbessert. Jetzt kann Roh-Aluminium in großen Mengen gewonnen werden. Und die Herstellungs-Kosten liegen unter zwei Dollar pro Kilo. Am 9. Juli 1886 reicht Hall das Patent mit der Nummer 400.664 bei den US-Behörden ein.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Jörg Schäfer, Verband Aluminium Deutschland, Düsseldorf
  • Dr. Roman Düssel, Werksleiter TRIMET, Essen

Weiterführende Links:

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Kay Bandermann
Redaktion: Emily Jeuckens und David Rother

Mitgefühl mit Sterbenden: Elisabeth Kübler-Ross

Mitgefühl mit Sterbenden: Elisabeth Kübler-Ross WDR Zeitzeichen 08.07.2026 14:47 Min. Verfügbar bis 08.07.2099 WDR 5

Als Ärztin hört Elisabeth Kübler-Ross Sterbenden zu. Und sie gibt Menschen am Lebensende eine Stimme. Am 8. Juli 1926 wird sie geboren.

In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz, wie Elisabeth Kübler-Ross aus ihrem Leben als Drillingsschwester eine prägende Erkenntnis für ihren Lebensweg zieht, dass sich die fortschreitende Industrialisierung nicht zur auf das Zusammenleben, sondern auch das Sterben auswirkt und von den fünf Phasen des Sterbens. In den 1960er Jahren beobachtet die junge Ärztin Elisabeth Kübler-Ross in US-Kliniken, dass Sterbende allein ihre letzten Atemzüge tun, oft in fensterlosen, gekachelten Räumen. Unmenschlich - findet sie. Mit ihrer Idee vom würdevollen Lebensende nimmt sie es mit der Ärzteschaft auf. Elisabeth Kübler-Ross trifft damals bei Sterbenden und ihren Angehörigen auf offene Ohren. Und zugleich auf Unverständnis und Ressentiments bei der Ärzteschaft. Als ihr Vertrag in der Uniklinik Chicago nicht verlängert wird, widmet sie sich ausschließlich ihrer Vortragsarbeit und schreibt gegen das Tabu rund um den Tod an. Ihre Bücher verkaufen sich millionenfach. Sie selbst erkrankt am Ende ihres Lebens schwer, erleidet mehrere Schlaganfälle und wünscht sich sehnlichst den Tod herbei - wie so viele Menschen vor ihr, die sie auf diesem Weg selbst begleitet hatte. Sie stirbt am 24. August 2004 im Alter von 78 Jahren. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Kenneth Ross, Sohn von Elisabeth Kübler-Ross Dr. Raymond Voltz, Direktor der Palliativstation der Uniklinik Köln Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Jana Magdanz Redakteurin: Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz:
  • wie Elisabeth Kübler-Ross aus ihrem Leben als Drillingsschwester eine prägende Erkenntnis für ihren Lebensweg zieht,
  • wie eine Schwangerschaft ihren beruflichen Werdegang lenkt,
  • dass sich die fortschreitende Industrialisierung nicht zur auf das Zusammenleben, sondern auch das Sterben auswirkt,
  • von den fünf Phasen des Sterbens.

In den 1960er-Jahren beobachtet die junge schweizer Ärztin Elisabeth Kübler-Ross in Kliniken, dass Sterbende ihre letzten Atemzüge häufig allein tun, oft in fensterlosen, gekachelten Räumen. Unmenschlich - findet sie. Ihre Idee vom würdevollen Lebensende vertritt sie auch gegenüber ablehnenden Kollegen.

Elisabeth Kübler-Ross trifft damals bei Sterbenden und deren Angehörigen auf offene Ohren. Und zugleich auf Unverständnis und Ressentiments bei der Ärzteschaft. Als ihr Vertrag in der Uniklinik Chicago nicht verlängert wird, widmet sie sich ausschließlich ihrer Vortragsarbeit und schreibt gegen das Tabu rund um den Tod an. Ihre Bücher verkaufen sich millionenfach.

Sie selbst erkrankt am Ende ihres Lebens schwer, erleidet mehrere Schlaganfälle und wünscht sich sehnlichst den Tod herbei - wie so viele Menschen vor ihr, die sie auf diesem Weg selbst begleitet hatte. Sie stirbt am 24. August 2004 im Alter von 78 Jahren.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Kenneth Ross, Sohn von Elisabeth Kübler-Ross
  • Dr. Raymond Voltz, Direktor der Palliativstation der Uniklinik Köln

Weiterführende Links:

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Jana Magdanz
Redakteurin: Sefa Inci Suvak

Rudi Carrell: Zwei Gesichter einer Samstagabend-Legende

Rudi Carrell: Zwei Gesichter einer Samstagabend-Legende WDR Zeitzeichen 07.07.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 07.07.2099 WDR 5

Rudi Carrell war strahlender Showmaster, Perfektionist und Studiotyrann. Der Niederländer revolutionierte das deutsche Fernsehen - sein Publikum liebte ihn dafür bis zu seinem Tod 2006.

In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer, warum die Deutschen vom Moderator aus den Niederlanden so begeistert sind, während die Niederländer ihm seine Karriere in Deutschland verübeln und von seinem zweifelhaften Ruf im Umgang mit Frauen. Sein Metier ist die Unterhaltung und die beherrscht Rudi Carrell perfekt. Zunächst witzelt er im niederländischen Radio, bevor es ihn über die Grenze nach Deutschland zieht. Der große Durchbruch kommt 1974: Mit der Spielshow "Am laufenden Band", in der Teams aus mehreren Generationen gegeneinander antreten, erobert er den Samstagabend. Es folgen weitere Erfolgsformate wie "Rudis Tagesshow", "Herzblatt" und "7 Tage, 7 Köpfe". Immer hat er den richtigen Riecher für die Trends der Zeit und gibt den lockeren, humorvollen Entertainer. Hinter den Kulissen zeigt Rudi Carrell oft eine andere Seite. Die Mitarbeiter fürchten seine Wutanfälle, er gilt als tyrannischer Chef. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Christoph Classen, Medienwissenschaftler, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Mareike Amado, Moderatorin und ehemalige Assistentin von Rudi Carrell Burkhard Bergermann, Produzent Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Herwig Katzer Redaktion: David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:
  • warum die Deutschen so begeistert sind vom Moderator aus den Niederlanden, während die Holländer ihm seine Karriere in Deutschland verübeln,
  • wie er immer wieder das deutsche Fernsehen erneuert,
  • von seinem zweifelhaften Ruf im Umgang mit Frauen.

Sein Metier ist die Unterhaltung und die beherrscht Rudi Carrell perfekt. Zunächst witzelt er im niederländischen Radio, bevor es ihn über die Grenze noch Deutschland zieht. Der große Durchbruch kommt 1974: Mit der Spielshow "Am laufenden Band", in der Teams aus mehreren Generationen gegeneinander antreten, erobert er den Samstagabend.

Es folgen weitere Erfolgsformate wie "Rudis Tagesshow", "Herzblatt" und "7 Tage, 7 Köpfe". Immer hat er den richtigen Riecher für die Trends der Zeit und gibt den lockeren, humorvollen Entertainer. Hinter den Kulissen zeigt Rudi Carrell oft eine andere Seite. Mitarbeiter fürchten seine Wutanfälle, er gilt als tyrannischer Chef.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Christoph Classen, Medienwissenschaftler, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
  • Mareike Amado, Moderatorin und ehemalige Assistentin von Rudi Carrell
  • Burkhard Bergermann, Produzent

Weiterführende Links:

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Herwig Katzer
Redaktion: David Rother

Verändert die Welt mit himmlischer Mathematik: Regiomontanus

Verändert die Welt mit himmlischer Mathematik: Regiomontanus WDR Zeitzeichen 06.07.2026 15:51 Min. Verfügbar bis 06.07.2099 WDR 5

Johannes Müller von Königsberg ("Regiomontanus") gilt als bedeutendster Mathematiker und Astronom des 15. Jahrhunderts. Sein früher Tod am 6.7.1476 in Rom gibt bis heute Rätsel auf.

In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau, wie Kolumbus mit einem nautischen Jahrbuch von Regiomontanus auf Jamaika Nahrung erzwingt, wieso Nürnberg für den Astronomen zum Zentrum seiner Forschung wird, weshalb seine Druckerei entscheidend für den Erfolg seiner Werke ist. Johannes Müller, später Regiomontanus genannt, wächst im fränkischen Königsberg auf und gilt früh als Ausnahmetalent. Schon als Jugendlicher erstellt er präzisere Kalender als viele seiner Zeitgenossen. Sein Weg führt ihn an die Universitäten Leipzig und Wien. In Italien studiert er in humanistischen Kreisen antike Texte und bewertet sie neu. In Nürnberg schafft er sich ideale Bedingungen für seine Arbeit: mit astronomischen Instrumenten und eigener Druckerei. Seine Werke finden große Verbreitung und prägen die Praxis der Navigation ebenso wie die Entwicklung der Astronomie über Generationen hinweg. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Hans Gaab (Astronomiehistoriker, Astronomische Gesellschaft in der Metropolregion Nürnberg e. V.) Ernst Zinner: Leben und Wirken des Joh. Müller von Königsberg genannt Regiomontanus. Osnabrück 1968 Rudolf Mett: Regiomontanus - Wegbereiter des neuen Weltbildes. Leipzig/Zürich 1996 Unser Hörtipp: Wenn Sie erfahren möchten, was das Denken von Friedrich Nietzsche uns heute noch zu sagen hat, dann haben wir noch eine Podcast-Empfehlung für Sie: "WDR 5 Das philosophische Radio". https://1.ard.de/philosophisches-radio Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Mau Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau:
  • wie Kolumbus mit einem nautischen Jahrbuch von Regiomontanus auf Jamaika Nahrung erzwingt,
  • wieso Nürnberg für den Astronomen zum Zentrum seiner Forschung wird,
  • weshalb seine Druckerei entscheidend für den Erfolg seiner Werke ist,
  • warum Papst Sixtus IV. 1475 Regiomontanus nach Rom einlädt,
  • welche Gerüchte es um den Tod des Astronomen gibt.

Johannes Müller, geboren und aufgewachsen im fränkischen Königsberg und deshalb später Regiomontanus ("der Königsberger") genannt, gilt früh als Ausnahmetalent. Schon als Jugendlicher erstellt er präzisere Kalender als viele seiner Zeitgenossen. Sein Weg führt ihn an die Universitäten Leipzig und Wien. In Italien studiert er in humanistischen Kreisen antike Texte und bewertet sie neu.

In Nürnberg schafft er sich ideale Bedingungen für seine Arbeit: mit astronomischen Instrumenten und eigener Druckerei. Seine Werke finden große Verbreitung und prägen die Praxis der Navigation ebenso wie die Entwicklung der Astronomie über Generationen hinweg. Vor allem seine "Ephemeriden" (Jahrbuch der Planetenbewegungen) sind bei Seeleuten sehr beliebt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Hans Gaab (Astronomiehistoriker, Astronomische Gesellschaft in der Metropolregion Nürnberg e. V.)
  • Ernst Zinner: Leben und Wirken des Joh. Müller von Königsberg genannt Regiomontanus. Osnabrück 1968
  • Rudolf Mett: Regiomontanus - Wegbereiter des neuen Weltbildes. Leipzig/Zürich 1996

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Unser Hörtipp:
Wenn Sie erfahren möchten, was das Denken von Friedrich Nietzsche uns heute noch zu sagen hat, dann haben wir noch eine Podcast-Empfehlung für Sie: "WDR 5 Das philosophische Radio".

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Thomas Mau
Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

Francisco de Miranda: Vordenker der Revolution in Venezuela

Francisco de Miranda: Vordenker der Revolution in Venezuela WDR Zeitzeichen 05.07.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 05.07.2099 WDR 5

Am 5. Juli 1811 erklärt Venezuela seine Unabhängigkeit von Spanien. Hinter dem historischen Schritt steht auch Francisco de Miranda - heute oft im Schatten Simón Bolívars.

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath woran Simón Bolívars Traum von einem vereinten Lateinamerika zerbricht, wie die Ideen der Aufklärung den Niedergang des Kolonialismus einläuten und warum die Befreiung Venezuelas zunächst ein Elitenprojekt ist. Im Juli 1811 erklären einige Provinzen Venezuelas ihre Unabhängigkeit von Spanien. Zum ersten Mal sagt sich auf südamerikanischem Boden eine Kolonie von der spanischen Krone los. Präsident der ersten venezolanischen Republik wird der spanische Offizier und Revolutionär Francisco de Miranda. Die Geschichte der ersten Republik ist kurz. Ein Bürgerkrieg bricht aus. Kreolen kämpfen gegen die eingewanderten Spanier von der Iberischen Halbinsel. Republikaner gegen Royalisten. Städtische Eliten gegen Landbevölkerung. Es sind nicht nur die Venezolaner, die gegeneinander Krieg führen. Die spanische Kolonialarmee versucht die Macht des Königs mit Waffengewalt wieder herzustellen. Die Übermacht der spanischen Truppen ist zu groß. Am 25. Juli 1812 unterzeichnet Präsident Francisco de Miranda die Kapitulationsurkunde. Erst 1823 schaffen der südamerikanische Unabhängigkeitskämpfer Simón Bolívar und seine Revolutionstruppen, Venezuela für immer von Spanien zu befreien. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Stefan Rinke, Professor für die Geschichte Lateinamerikas, FU Berlin Klaus Bodemer, ehemaliger Direktor des Instituts für Iberoamerikakunde, Hamburg Margarita Lopez Maya: Zur Geschichte Venezuelas. In: Venezuela heute. Bibliotheca Ibero-Americana. Frankfurt 2011 Stefan Rinke: Geschichte Lateinamerikas: Von den frühesten Kulturen bis zur Gegenwart. München 2025 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Sefa Inci Sufak Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:
  • woran Simón Bolívars Traum von einem vereinten Lateinamerika zerbricht,
  • wie die Ideen der Aufklärung den Niedergang des Kolonialismus einläuten,
  • welche Kolonien als erste den Weg in die Unabhängigkeit gehen,
  • warum die Befreiung Venezuelas zunächst ein Elitenprojekt ist.

Im Juli 1811 erklären einige Provinzen Venezuelas ihre Unabhängigkeit von Spanien. Zum ersten Mal sagt sich auf südamerikanischem Boden eine Kolonie von der spanischen Krone los. Präsident der ersten venezolanischen Republik wird der spanische Offizier und Revolutionär Francisco de Miranda.

Die Geschichte der ersten Republik ist kurz. Ein Bürgerkrieg bricht aus. Kreolen kämpfen gegen die eingewanderten Spanier von der Iberischen Halbinsel. Republikaner gegen Royalisten. Städtische Eliten gegen Landbevölkerung.

Es sind nicht nur die Venezolaner, die gegeneinander Krieg führen. Die spanische Kolonialarmee versucht die Macht des Königs mit Waffengewalt wieder herzustellen. Die Übermacht der spanischen Truppen ist zu groß. Am 25. Juli 1812 unterzeichnet Präsident Francisco de Miranda die Kapitulationsurkunde. Erst 1823 schaffen der südamerikanische Unabhängigkeitskämpfer Simón Bolívar und seine Revolutionstruppen, Venezuela für immer von Spanien zu befreien.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Stefan Rinke, Professor für die Geschichte Lateinamerikas, FU Berlin
  • Klaus Bodemer, ehemaliger Direktor des Instituts für Iberoamerikakunde, Hamburg
  • Margarita Lopez Maya: Zur Geschichte Venezuelas. In: Venezuela heute. Bibliotheca Ibero-Americana. Frankfurt 2011
  • Stefan Rinke: Geschichte Lateinamerikas: Von den frühesten Kulturen bis zur Gegenwart. München 2025
  • Stefan Rinke: Revolutionen in Lateinamerika: Wege in die Unabhängigkeit 1760-1830. München 2010


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Autorin: Andrea Kath
Redaktion: Sefa Inci Sufak
Technik: Sascha Schiemann

Warum die Flugzeugentführer von Entebbe ihre Geiseln trennten

Warum die Flugzeugentführer von Entebbe ihre Geiseln trennten WDR Zeitzeichen 04.07.2026 15:39 Min. Verfügbar bis 04.07.2099 WDR 5

Palästinenser und Deutsche entführen ein Flugzeug nach Uganda. Die Geiseln werden in zwei Gruppen geteilt. Dann startet Israel am 4.7.1976 eine Befreiungsaktion.

In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog, warum die Flugzeugentführung eng mit internationalen Terrornetzwerken und dem Nahostkonflikt verknüpft ist, wie genau die Geiseln in Uganda voneinander getrennt werden, wie eine spektakuläre Militäraktion Israels das Drama beendet und wieso das Ereignis später von der "Landshut"-Entführung in der Erinnerung überlagert wird. Ende Juni 1976 entführen palästinensische und deutsche Terroristen eine Air-France-Maschine auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris. Das Flugzeug wird nach Uganda umgeleitet. Auf dem Flughafen von Entebbe beginnt für die Passagiere eine beklemmende Situation: Die deutschen Entführer teilen sie in zwei Gruppen – Israelis und andere Staatsangehörige. Das erinnert die jüdischen Geiseln an die NS-Zeit. Während Verhandlungen laufen, plant Israel im Geheimen eine Befreiung. Am 4. Juli 1976 endet die Krise in einer dramatischen Militäraktion, die weltweit Aufsehen erregt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Robert Wolff (Historiker, Landeszentrale für politische Bildung Hessen) Robert Wolff: Im Schatten der "Landshut" - Die Geschichte der Flugzeugentführung nach Entebbe. Erscheint 2027 Unser Hörtipp: Vom Geschichtspodcast "Zeitkapsel: Achim, wie hast du Menschen aus der DDR geschmuggelt?" gibt es jetzt alle Folgen in ARD Sounds und überall, wo es Podcasts gibt: https://1.ard.de/zeitkapsel-2?cp Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:
  • warum die Flugzeugentführung eng mit internationalen Terrornetzwerken und dem Nahostkonflikt verknüpft ist,
  • wie genau die Geiseln in Uganda voneinander getrennt werden,
  • weshalb die Auswahl der Geiseln nicht nur ideologisch, sondern auch strategisch motiviert ist,
  • wie eine spektakuläre Militäraktion Israels das Drama beendet,
  • wieso das Ereignis später von der "Landshut"-Entführung in der Erinnerung überlagert wird.

Ende Juni 1976 entführen palästinensische und deutsche Terroristen eine Air-France-Maschine auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris. Das Flugzeug wird nach Uganda umgeleitet. Auf dem Flughafen von Entebbe beginnt für die Passagiere eine beklemmende Situation: Die deutschen Entführer teilen sie in zwei Gruppen – Israelis und andere Staatsangehörige. Das erinnert die jüdischen Geiseln an die NS-Zeit.

Während Verhandlungen laufen, plant Israel im Geheimen eine Befreiung. Am 4. Juli 1976 endet die Krise in einer dramatischen Militäraktion, die weltweit Aufsehen erregt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Robert Wolff (Historiker, Landeszentrale für politische Bildung Hessen)
  • Robert Wolff: Im Schatten der "Landshut" - Die Geschichte der Flugzeugentführung nach Entebbe. Erscheint 2027

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Unser Hörtipp:
Vom Geschichtspodcast "Zeitkapsel: Achim, wie hast du Menschen aus der DDR geschmuggelt?" gibt es jetzt alle Folgen in ARD Sounds und überall, wo es Podcasts gibt.

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Autor: Martin Herzog
Redaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak

Skandal und Startschuss: "Nicht der Homosexuelle ist pervers ..."

Skandal und Startschuss: "Nicht der Homosexuelle ist pervers ..." WDR Zeitzeichen 03.07.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 03.07.2099 WDR 5

Am 3.7.1971 feiert Praunheims Film auf der Berlinale Premiere und löst einen Medienskandal aus. Er wird zum Startschuss für die Schwulen‑ und Lesbenbewegung.

In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Scholten, wie viele Männer zwischen 1949 und 1969 wegen Homosexualität verurteilt wurden, warum Rosa von Praunheim das Wort "schwul" als selbstbewusste Eigenbezeichnung propagiert und wie ARD-Programmdirektoren zunächst die Ausstrahlung des Films verhindern. Anfang der siebziger Jahre ist für die meisten homosexuellen Männer undenkbar, offen schwul zu leben. Sie geben sich nach außen bewusst "männlich", um ihre Sexualität zu verbergen. Als größter Feind gilt die "auffällige Tunte", die sofort als homosexuell erkannt wird. 1971 verschiebt Filmemacher Rosa von Praunheim die Perspektiven grundlegend. Seine zentrale Botschaft "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt", packt er gleich in den Filmtitel. Der Film wird heftig diskutiert, auch in der Schwulen-Szene, für die sich "schwul" damals noch nach Beschimpfung anhört. Praunheim hat damit sein Ziel erreicht: Sein Werk gilt als Initialzündung für eine neue, selbstbewusstere Schwulenbewegung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Rosa von Praunheim, Anke Vetter: Rosas Rache. Filme und Tagebücher seit 1960. Berlin 2009 Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt. (Rosa von Praunheim Filmverlag, Berlin 2008) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Gianna Scholten Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Scholten:
  • dass zwischen 1949 und 1969 doppelt so viele Männer wegen Homosexualität verurteilt werden wie noch während der Nazizeit,
  • warum Rosa von Praunheim das Wort "schwul" als selbstbewusste Eigenbezeichnung propagiert,
  • wie die ARD-Programmdirektoren zunächst die Ausstrahlung des Films verhindern,
  • weshalb er schließlich doch gesendet wird.

Anfang der 1970er-Jahre ist für die meisten homosexuellen Männer undenkbar, offen schwul zu leben. Sie geben sich nach außen bewusst "männlich", um ihre Sexualität zu verbergen. Als größter Feind gilt die "auffällige Tunte", die sofort als homosexuell erkannt wird.

1971 verschiebt Filmemacher Rosa von Praunheim die Perspektiven grundlegend. Seine zentrale Botschaft "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt", packt er gleich in den Filmtitel. Der Film wird heftig diskutiert, auch in der Schwulen-Szene, für die sich "schwul" damals noch nach Beschimpfung anhört.
Praunheim hat damit sein Ziel erreicht: Sein Werk gilt als Initialzündung für eine neue, selbstbewusstere Schwulenbewegung.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Rosa von Praunheim, Anke Vetter: Rosas Rache. Filme und Tagebücher seit 1960. Berlin 2009
  • Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt. (Rosa von Praunheim Filmverlag, Berlin 2008)
  • Schwules Museum Berlin

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Gianna Scholten
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

Nostradamus: Der düstere Prophet aus der Provence

Nostradamus: Der düstere Prophet aus der Provence WDR Zeitzeichen 02.07.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 02.07.2099 WDR 5

Bis heute sind die Prophezeiungen des Nostradamus (gestorben am 2.7.1566) ein Kassenschlager. Aber hat er wirklich in die Zukunft geblickt oder einfach nur zu tief ins Absinth-Glas?

In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg, wie Ängste die Geschäfte von Nostradamus befeuern, warum sein Geschäftsmodell noch heute funktioniert und welche Mythen moderne Wissenschaftler entlarvt haben. Nostradamus studiert zunächst Medizin und arbeitet als Pestarzt. Berühmt wird er jedoch für seine Prophezeiungen. Dabei formuliert er seine Verse so kryptisch, dass Ereignisse als von ihm vorhergesagt erscheinen. Das spricht sich bei den Mächtigen seiner Zeit herum: Karl IX. - König von Frankreich - und Königin Katharina von Medici suchen Rat bei Nostradamus und überhäufen ihn im Gegenzug mit Geld. Seine Kritiker vermuten ein lukratives Geschäftsmodell und schreiben seine nächtlichen Visionen dem Alkoholkonsum zu. Nostradamus selbst bleibt unbeirrt und gibt die Gültigkeit seiner Prophezeiungen mit "von heute bis ins Jahr 3797" an. Ganz Unrecht hat er nicht. Seine Verse füttern zumindest noch im 21. Jahrhundert zahlreiche Verschwörungen und Mythen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Michelle Huchon (Biografin, Professorin an der Universität Sorbonne) Dipl.-Psych. Eberhard Bauer, Institut für Grenzgebiete der Psychologie & Psychohygiene e. V (IGPP) Mireille Huchon: Nostradamus. Paris 2021 Frank Rainer Scheck: Nostradamus. München 2001 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:
  • wie Pest und Kriege die Geschäfte von Nostradamus befeuern,
  • warum sein Geschäftsmodell noch heute funktioniert,
  • was moderne Wissenschaftler entlarvt haben.

Nostradamus studiert zunächst Medizin und arbeitet als Pestarzt. Berühmt wird er jedoch für seine Prophezeiungen. Dabei formuliert er seine Verse so kryptisch, dass Ereignisse als von ihm vorhergesagt erscheinen.

Das spricht sich bei den Mächtigen seiner Zeit herum: Karl IX. - König von Frankreich - und Königin Katharina von Medici suchen Rat bei Nostradamus und überhäufen ihn im Gegenzug mit Geld. Seine Kritiker vermuten ein lukratives Geschäftsmodell und schreiben seine nächtlichen Visionen dem Alkoholkonsum zu.

Nostradamus selbst bleibt unbeirrt und gibt die Gültigkeit seiner Prophezeiungen mit "von heute bis ins Jahr 3797" an. Ganz Unrecht hat er nicht. Seine Verse füttern zumindest noch im 21. Jahrhundert zahlreiche Verschwörungen und Mythen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Michelle Huchon (Biografin, Professorin an der Universität Sorbonne)
  • Dipl.-Psych. Eberhard Bauer, Institut für Grenzgebiete der Psychologie & Psychohygiene e. V (IGPP), Vorstandsmitglied
  • Mireille Huchon: Nostradamus. Paris 2021
  • Frank Rainer Scheck: Nostradamus. München 2001

Weiterführende Quellen und Links:

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christoph Vormweg
Redaktion: Frank Zirpins

19, schwanger, Kapitänin: Mary Ann Patten bezwingt Kap Hoorn

19, schwanger, Kapitänin: Mary Ann Patten bezwingt Kap Hoorn WDR Zeitzeichen 01.07.2026 14:26 Min. Verfügbar bis 01.07.2099 WDR 5

Am 1.7.1856 läuft die Neptune’s Car aus. Als der Kapitän krank wird, übernimmt seine Frau Mary Ann Patten das Kommando - und bringt Crew und Schiff um Kap Hoorn.

In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer, warum Kap Hoorn in Seefahrerkreisen berüchtigt und gefürchtet ist, warum das ehrgeizige Unternehmen der Neptune’s Car von Anfang an unter keinem guten Stern steht und und wie Mary Ann Patten als Kommandantin eine Meuterei verhindert.. Am 1. Juli 1856 läuft die Neptune's Car aus dem Hafen New Yorks aus. An Bord sind Kapitän Joshua Patten und seine schwangere Frau Mary Ann. Als ihr Ehemann schwer erkrankt, übernimmt die 19-Jährige nicht nur seine Pflege, sondern gleich das ganze Schiff. Mehr als 100 Tage ist Mary Ann die Kommandantin des amerikanischen Handelsschiffs - als erste Frau und ohne formale Ausbildung. Sie trotzt Stürmen, Eisbergen und der gefürchteten Seepassage um Kap Hoorn. Nach 136 anstrengenden Tagen bringt Mary Ann Patten Mannschaft und Schiff wohlbehalten ans Ziel - und geht damit in die Geschichte ein. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Christine Keitsch, Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:
  • warum Kap Hoorn in Seefahrerkreisen berüchtigt und gefürchtet ist,
  • warum das ehrgeizige Unternehmen der Neptune’s Car von Anfang an unter keinem guten Stern steht,
  • und wie Mary Ann Patten als Kommandantin eine Meuterei verhindert.

Am 1. Juli 1856 läuft die Neptune’s Car aus dem Hafen New Yorks aus. Mit an Bord, Kapitän Joshua Patten und seine schwangere Frau Mary Ann. Als ihr Ehemann schwer erkrankt, übernimmt die 19-Jährige nicht nur seine Pflege, sondern gleich das ganze Schiff. Mehr als 100 Tage ist Mary Ann die Kommandantin des amerikanischen Handelsschiffs - als erste Frau und ohne formale Ausbildung.

Sie trotzt Stürmen und Eisbergen und verhindert ganz nebenbei noch eine Meuterei des 1. Offiziers. Auch das gefürchtete Kap Hoorn kann Mary Ann nicht stoppen. Nach 136 anstrengenden Tagen bringt sie Mannschaft und Schiff wohlbehalten ans Ziel - und geht damit in die Geschichte ein. Eine maritime Revolution löst sie mit ihrem Erfolg aber nicht aus.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Christine Keitsch, Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser
  • Tilar J. Mazzeo: The Sea Captain’s Wife. A True Story of Mutiny, Love, and Adventure at the Bottom of the World. New York 2025
  • Ursula Feldkamp: Frauen an Bord von Frachtsegelschiffen 1850 bis 1939 in autobiografischen Quellen. Bremerhaven 2014
  • Christine Keitsch: Frauen zur See. Weibliche Arbeitskräfte an Bord deutscher Handelsschiffe seit 1945. Flensburg 1997

Weiterführende Links:

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Wolfgang Meyer
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

Jan Ullrich: Vom Tour‑Triumph zum Absturz eines deutschen Idols

Jan Ullrich: Vom Tour‑Triumph zum Absturz eines deutschen Idols WDR Zeitzeichen 30.06.2026 15:27 Min. Verfügbar bis 30.06.2099 WDR 5

Am 30. Juni 2006 wird Jan Ullrich wegen Dopings von der Tour ausgeschlossen. Vom Tourhelden zur tragischen Figur - und eine Gesellschaft, die lange nicht hinsehen wollte.

In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting, wie Jan Ullrich 1997 als erster Deutscher die Tour de France gewinnt und zum Nationalhelden wird, warum sein kometenhafter Aufstieg eng mit dem DDR-Sportsystem und den Erwartungen der Wiedervereinigungszeit verbunden ist, und weshalb Doping, Medienhype und öffentlicher Druck schließlich zu seinem tiefen Fall beitragen. Am 15. Juli 1997 attackiert Jan Ullrich auf der Bergetappe nach Arcalis in Andorra. Eigentlich ist der 23-Jährige als Helfer seines Teamkapitäns vorgesehen. Doch an diesem Tag fährt er der Konkurrenz davon, übernimmt das Gelbe Trikot und gewinnt wenige Tage später gesamte Tour de France. Deutschland erlebt einen sportlichen Ausnahmezustand: Ullrich wird gefeiert wie ein Volksheld. Der junge Radprofi aus Rostock scheint alles zu haben: außergewöhnliches Talent, die Ausbildung des DDR-Leistungssports und eine Zukunft, die ihm offensteht. Doch mit dem Erfolg wachsen auch die Erwartungen. Während Doping im Radsport zunehmend sichtbar wird, wollen viele Beteiligte die Euphorie nicht hinterfragen. Als Ullrich Jahre später selbst in einen Dopingskandal gerät, zerbricht sein öffentliches Bild. Es folgen Rückzug, Depressionen und persönliche Krisen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Sebastian Moll, Autor Sebastian Moll: Ulle. Jan Ullrich. Geschichte eines tragischen Helden, Bielefeld, 2022 Hans Leyendecker: Jan Ullrich und die Medien. Das goldene Lenkrad, Süddeutsche Zeitung, 17.05.2010 Hörtipp: Wie wurde aus großer Liebe große Abneigung? Der NDR-Podcast Jan Ulrich: Held auf Zeit: https://1.ard.de/jan-ullrich Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting:
  • wie Jan Ullrich 1997 als erster Deutscher die Tour de France gewinnt und zum Nationalhelden wird,
  • warum sein kometenhafter Aufstieg eng mit dem DDR-Sportsystem und den Erwartungen der Wiedervereinigungszeit verbunden ist,
  • weshalb Doping, Medienhype und öffentlicher Druck schließlich zu seinem tiefen Fall beitragen.

Am 15. Juli 1997 attackiert Jan Ullrich auf der Bergetappe nach Arcalis in Andorra. Eigentlich ist der 23-Jährige als Helfer seines Teamkapitäns vorgesehen. Doch an diesem Tag fährt er der Konkurrenz davon, übernimmt das Gelbe Trikot und gewinnt wenige Tage später die Führung der gesamten Tour de France. Deutschland erlebt einen sportlichen Ausnahmezustand: Ullrich wird gefeiert wie ein Volksheld. Der junge Radprofi aus Rostock scheint alles zu haben - außergewöhnliches Talent, die Ausbildung des DDR-Leistungssports und eine Zukunft, die ihm offensteht.

Doch mit dem Erfolg wachsen auch die Erwartungen. Während Doping im Radsport zunehmend sichtbar wird, wollen viele Beteiligte die Euphorie nicht hinterfragen. Als Ullrich Jahre später selbst in einen Dopingskandal gerät, zerbricht sein öffentliches Bild. Es folgen Rückzug, Depressionen und persönliche Krisen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Sebastian Moll, Autor
  • Sebastian Moll: Ulle. Jan Ullrich. Geschichte eines tragischen Helden, Bielefeld 2022
  • Hans Leyendecker: Jan Ullrich und die Medien. Das goldene Lenkrad, Süddeutsche Zeitung, 17.05.2010

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Hörtipp: Wie wurde aus großer Liebe große Abneigung? Der NDR-Podcast Jan Ulrich: Held auf Zeit

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Stephan Beuting
Redaktion: Matti Hesse

Marilyn Monroe und Arthur Miller: "Kopf heiratet Körper"

Marilyn Monroe und Arthur Miller: "Kopf heiratet Körper" WDR Zeitzeichen 29.06.2026 14:36 Min. Verfügbar bis 29.06.2099 WDR 5

Am 29.6.1956 heiratet Hollywoods Sex-Symbol den Pulitzer-Preisträger und das "intellektuelle Gewissen Amerikas". Die Presse jubelt - doch die Ehe scheitert spektakulär.

In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Arp, wie aus Norma Jeane Baker Marilyn Monroe wird, wie unzufrieden Monroe mit sich selbst und ihrem Image ist und vom vergeblichen Versuch Millers, mit "Misfits" seine Ehe zu retten. Als Filmdiva Marilyn Monroe und der gefeierte Autor Arthur Miller sich am 29. Juni 1956 das Ja-Wort geben, überschlägt sich die Presse: "Kopf heiratet Körper", heißt es damals. Denn während Monroe das US-amerikanische Schönheitsideal verkörpert, steht Miller für etwas ganz anderes: Der hagere, intellektuelle Brillenträger wird für seine Bücher international als das Gewissen der USA gefeiert. Die beiden verlieben sich, weil sie so unterschiedlich sind. Doch ihre Beziehung steht von Anfang an unter keinem guten Stern - auch weil beide mit Problemen zu kämpfen haben. Die Hoffnung, der jeweils andere könne diese lösen, zerplatzt. Nach zahlreichen Streitigkeiten werden Marilyn Monroe und Arthur Miller 1961 geschieden - ein Jahr später stirbt die Filmdiva. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Ruth-Esther Geiger, Autorin und Marilyn-Monroe-Biographin Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anja Arp Redaktion: Carolin Rückl und Seva Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Arp:
  • wie aus Norma Jeane Baker Marilyn Monroe wird,
  • wie unzufrieden Monroe mit sich selbst und ihrem Image ist,
  • vom vergeblichen Versuch Millers, mit "Misfits" seine Ehe zu retten,
  • woran Monroes und Millers Ehe letztlich scheitert.

Als Filmdiva Marilyn Monroe und der gefeierte Autor Arthur Miller sich am 29. Juni 1956 das Ja-Wort geben, überschlägt sich die Presse: "Kopf heiratet Körper", heißt es damals. Denn während Monroe das US-amerikanische Schönheitsideal verkörpert, steht Miller für etwas ganz anderes: Der hagere, intellektuelle Brillenträger wird für seine Bücher international als das Gewissen der USA gefeiert.

Die beiden verlieben sich, weil sie so unterschiedlich sind. Doch ihre Beziehung steht von Anfang an unter keinem guten Stern - auch weil beide mit Problemen zu kämpfen haben. Die Hoffnung, der jeweils andere könne diese lösen, zerplatzt. Nach zahlreichen Streitigkeiten werden Marilyn Monroe und Arthur Miller 1961 geschieden - ein Jahr später stirbt die Filmdiva.

Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin:
  • Ruth-Esther Geiger, Autorin und Marilyn-Monroe-Biographin

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

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Autorin: Anja Arp
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

Die harte Hand der Gegenreformation: Papst Paul IV.

Die harte Hand der Gegenreformation: Papst Paul IV. WDR Zeitzeichen 28.06.2026 14:47 Min. Verfügbar bis 28.06.2099 WDR 5

Am 28.6.1476 wird Gian Pietro Carafa geboren. Mit fast 80 Jahren wird er zu Papst Paul IV., verschärft die Inquisition, bekämpft Protestanten und zwingt die Juden Roms ins Ghetto.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld von der Krise der katholischen Kirche um das Jahr 1500, vom strengen Orden der Theatiner und wie die Menschen das Ende der Schreckensherrschaft von Paul IV. feiern. Gian Pietro Carafa wird am 28. Juni 1476 in eine Adels-Familie des Königreichs Neapel geboren. Er wird für eine Kirchenlaufbahn ausgebildet und 1955 zum Papst gewählt. Nach seinem Tod wird er in die Geschichte eingehen: Als Beispiel dafür, was passieren kann, wenn ein alter, starrsinniger Mann mit seiner fast grenzenlosen Macht nicht umgehen kann. Um mögliche Gegner in und außerhalb der Kirche zu finden, baut Paul IV. ein Spitzelsystem auf. Er verbietet Tanz, Musik und Spiele, verfolgt die Menschen mit der Inquisition und zettelt sinnlose Kriege an. Am brutalsten verfolgt er die Juden. 1559 stirbt der Papst mit 83 Jahren. Endlich ist der Albtraum vorbei, der vier Jahre lang Rom, die Kirche und ganz Europa beherrscht hat. Und viele fragen sich: Wie konnte es soweit kommen? Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Volker Reinhardt, Autor und Historiker an der Universität Fribourg Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:
  • von der Krise der katholischen Kirche um das Jahr 1500,
  • von Carafas Hass auf alle Herrscherhäuser, die Gebiete in Italien besitzen,
  • vom strengen Orden der Theatiner und einer Totalkonfrontation mit der Reformation,
  • wie die Menschen das Ende seiner Schreckensherrschaft feiern.

Gian Pietro Carafa wird am 28. Juni 1476 in eine Adels-Familie des Königreichs Neapel geboren. Er wird für eine Kirchenlaufbahn ausgebildet und 1955 zum Papst gewählt. Nach seinem Tod wird er in die Geschichte eingehen: Als Beispiel dafür, was passieren kann, wenn ein alter, starrsinniger Mann mit seiner fast grenzenlosen Macht nicht umgehen kann.

Um mögliche Gegner in und außerhalb der Kirche zu finden, baut Paul IV. ein Spitzelsystem auf. Er verbietet Tanz, Musik und Spiele, verfolgt die Menschen mit der Inquisition und zettelt sinnlose Kriege an. Am brutalsten verfolgt er die Juden, befiehlt gar die Errichtung eines Ghettos in Rom. 1559 stirbt der Papst mit 83 Jahren. Endlich ist der Albtraum vorbei, der vier Jahre lang Rom, die Kirche und ganz Europa beherrscht hat. Und viele fragen sich: Wie konnte es soweit kommen?

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Volker Reinhardt, Historiker an der Universität Fribourg
  • Volker Reinhardt: Pontifex. Die Geschichte der Päpste. Von Petrus bis Franziskus. München 2017
  • Bruno Steiner (Hrsg.): Lexikon der Päpste und des Papsttums. Freiburg im Breisgau 2010
  • Klaus Lohrmann: Die Päpste und die Juden. 2000 Jahre zwischen Verfolgung und Versöhnung. Ostfildern 2008

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christian Kosfeld
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

Bud Spencer und die vielen anderen Leben des Carlo Pedersoli

Bud Spencer und die vielen anderen Leben des Carlo Pedersoli WDR Zeitzeichen 27.06.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 27.06.2099 WDR 5

Carlo Pedersoli (gestorben am 27.6.2016) war Olympiaschwimmer, Bauarbeiter, Sänger - und er war Bud Spencer, Hau-Drauf-Darsteller in den Spaghetti-Western mit Terence Hill.

In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe, wie ein olympischer Schwimmer durch einen überraschenden Anruf zum Filmstar wird, warum Carlo Pedersoli sein Leben lang lieber "Bud Spencer", als Schauspieler sein will, und weshalb die Prügeleien von Bud Spencer und Terence Hill bis heute Kultstatus genießen. "Wenn du noch einmal mit den Augen zwinkerst, dann zwinker ich mit den Fingern" – mit Sprüchen wie diesem wird Bud Spencer für Millionen Zuschauer zur Legende. Hinter der Figur steckt Carlo Pedersoli, ein Mann mit vielen Leben: Freistilschwimmer, Olympiateilnehmer, Unternehmer, Pilot, Erfinder und Schriftsteller. Anfang der 1950er-Jahre zählt er zu den besten Schwimmern Italiens, bevor ihn sein Weg über Gelegenheitsjobs schließlich vor die Kamera führt. 1967 erhält Pedersoli das Angebot für einen Italo-Western, der Beginn einer der erfolgreichsten Filmkarrieren Europas. Gemeinsam mit Terence Hill prägt er zunächst die Western-Parodie und später die Buddy-Komödie. Ihre Filme verbinden Humor, Slapstick und handfeste Prügeleien, die Bud Spencer weit über Italien hinaus zum Kultstar machen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Michael Maas, Mitbegründer und Betreiber der SpencerHillWorld in Berlin Dr. Harald Steinwender, Spielfilm-Redakteur des Bayerischen Rundfunks Bud Spencer: „Mein Leben, meine Filme“, Schwarzkopf und Schwarzkopf, 2011 Bud's Best - Die Welt des Bud Spencer, Dokumentation 2012, ARD-Plus Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe:
  • wie ein olympischer Schwimmer durch einen überraschenden Anruf zum Filmstar wird,
  • warum viele berühmte Bud-Spencer-Sprüche im Original gar nicht vorkommen,
  • und weshalb die Prügeleien von Bud Spencer und Terence Hill bis heute Kultstatus genießen.

"Wenn du noch einmal mit den Augen zwinkerst, dann zwinker ich mit den Fingern" – mit Sprüchen wie diesem wird Bud Spencer für Millionen Zuschauer zur Legende. Hinter der Figur steckt Carlo Pedersoli, ein Mann mit vielen Leben: Freistilschwimmer, Olympiateilnehmer, Unternehmer, Pilot, Erfinder und Schriftsteller. Anfang der 1950er-Jahre zählt er zu den besten Schwimmern Italiens, bevor ihn sein Weg über Gelegenheitsjobs schließlich vor die Kamera führt.

1967 erhält Pedersoli das Angebot für einen Italo-Western, der Beginn einer der erfolgreichsten Filmkarrieren Europas. Gemeinsam mit Terence Hill prägt er zunächst die Western-Parodie und später die Buddy-Komödie. Ihre Filme verbinden Humor, Slapstick und handfeste Prügeleien, die Bud Spencer weit über Italien hinaus zum Kultstar machen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Michael Maas, Mitbegründer und Betreiber der SpencerHillWorld in Berlin
  • Dr. Harald Steinwender, Spielfilm-Redakteur des Bayerischen Rundfunks
  • Bud Spencer: „Mein Leben, meine Filme“, Schwarzkopf und Schwarzkopf, 2011
  • Bud's Best - Die Welt des Bud Spencer, Dokumentation 2012, ARD-Plus

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Autor: Burkhard Hupe
Redaktion: David Rother

Claude Joseph Rouget de Lisle und sein Lied für die Ewigkeit

Claude Joseph Rouget de Lisle und sein Lied für die Ewigkeit WDR Zeitzeichen 26.06.2026 14:47 Min. Verfügbar bis 26.06.2099 WDR 5

Am 26. Juni 1836 stirbt in Choisy-le-Roi der Mann, dem Frankreich seine "Marseillaise" verdankt - die wohl bekannteste Nationalhymne Europas.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg, wie ein Offizier in einer einzigen Nacht ein weltberühmtes Revolutionslied erschafft, warum die "Marseillaise" weniger genialer Geistesblitz als Gemeinschaftswerk und Auftragsarbeit ist und warum Rouget de Lisle trotz seines Ruhms verarmt und beinahe in Vergessenheit gerät. Die "Marseillaise" entsteht im Frühjahr 1792 in Straßburg, als Frankreich gerade in den Krieg zieht. In einer aufgeheizten Atmosphäre komponiert Claude Joseph Rouget de Lisle ein Kampflied, das den Nerv der Zeit trifft und sich rasch verbreitet. Doch der Mythos vom genialen Einfall täuscht. Historisch betrachtet greifen viele Einflüsse ineinander: musikalische Vorlagen, politische Parolen und die Mitarbeit anderer. Während das Lied zur Hymne der Revolution wird, bleibt sein Urheber ein moderater Geist zwischen den Fronten, dessen Werk weit über ihn hinauswächst. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Gudrun Gersmann, Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit (Universität Köln) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Anne Bohnen


In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:
  • wie ein Offizier in einer einzigen Nacht ein weltberühmtes Revolutionslied erschafft,
  • warum die "Marseillaise" weniger genialer Geistesblitz als Gemeinschaftswerk und Auftragsarbeit ist,
  • weshalb ihr Komponist politisch zwischen Monarchie und Revolution steht,
  • warum Rouget de Lisle trotz seines Ruhms verarmt und beinahe in Vergessenheit gerät.

Die "Marseillaise" entsteht im Frühjahr 1792 in Straßburg, als Frankreich gerade in den Krieg zieht. In einer aufgeheizten Atmosphäre komponiert Claude Joseph Rouget de Lisle ein Kampflied, das den Nerv der Zeit trifft und sich rasch verbreitet.

Doch der Mythos vom genialen Einfall täuscht. Historisch betrachtet greifen viele Einflüsse ineinander: musikalische Vorlagen, politische Parolen und die Mitarbeit anderer. Während das Lied zur Hymne der Revolution wird, bleibt sein Urheber ein moderater Geist zwischen den Fronten, dessen Werk weit über ihn hinauswächst.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Gudrun Gersmann (Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit, Universität Köln)
  • Michel Vovelle: Die Marseillaise. Krieg oder Frieden. München 2005.

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Hitlers Testpilotin: "Ehrenarierin" Melitta von Stauffenberg

Hitlers Testpilotin: "Ehrenarierin" Melitta von Stauffenberg WDR Zeitzeichen 25.06.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 25.06.2099 WDR 5

Melitta von Stauffenberg riskiert als Testpilotin für das NS-Regime ihr Leben. Am 25.6.1941 wird sie deshalb trotz jüdischer Wurzeln für "deutschblütig" erklärt - und dann doch festgenommen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog, wie Melitta von Stauffenberg mehr als 2.500 riskante Sturzflüge absolviert, wie die Ingenieurin und Testpilotin trotz jüdischer Vorfahren für das NS-Regime unentbehrlich wird, und warum sie nach dem Attentat auf Adolf Hitler selbst ins Visier des Regimes gerät. Wenn Melitta von Stauffenberg ihr Flugzeug aus mehreren tausend Metern Höhe fast senkrecht Richtung Erde steuert, bleibt ihr nur ein kurzer Moment, um die Maschine wieder abzufangen. Solche Sturzflüge gehören zu ihrem Alltag. Die studierte Ingenieurin und leidenschaftliche Pilotin zählt zu den erfahrensten Testfliegern ihrer Zeit. Sie verbindet Forschung und Praxis, entwickelt Flugtechnik und testet ihre Konstruktionen selbst. Doch ihre Karriere fällt in die Zeit des Nationalsozialismus: Während ihre Arbeit der militärischen Aufrüstung dient, gerät sie wegen ihrer jüdischen Vorfahren selbst ins Visier der NS-Rassenpolitik. Weil ihre Fähigkeiten jedoch als unverzichtbar gelten, wird sie 1941 offiziell als "deutschblütig" eingestuft. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Angela Libal, Historikerin Johannes Tuchel, Professor für Politikwissenschaften (em.), ehem. Leiter Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Thomas Medicus: Melitta von Stauffenberg. Ein deutsches Leben, Berlin 2012 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:
  • wie Melitta von Stauffenberg mehr als 2.500 riskante Sturzflüge absolviert,
  • wie die Ingenieurin und Testpilotin trotz jüdischer Vorfahren für das NS-Regime unentbehrlich wird,
  • warum sie nach dem Attentat auf Adolf Hitler selbst ins Visier des Regimes gerät.

Wenn Melitta von Stauffenberg ihr Flugzeug aus mehreren tausend Metern Höhe fast senkrecht Richtung Erde steuert, bleibt ihr nur ein kurzer Moment, um die Maschine wieder abzufangen. Solche Sturzflüge gehören zu ihrem Alltag. Die studierte Ingenieurin und leidenschaftliche Pilotin zählt zu den erfahrensten Testfliegern ihrer Zeit. Sie verbindet Forschung und Praxis, entwickelt Flugtechnik und testet ihre Konstruktionen selbst.

Doch ihre Karriere fällt in die Zeit des Nationalsozialismus: Während ihre Arbeit der militärischen Aufrüstung dient, gerät sie wegen ihrer jüdischen Vorfahren selbst ins Visier der NS-Rassenpolitik. Weil ihre Fähigkeiten jedoch als unverzichtbar gelten, wird sie 1941 offiziell als "deutschblütig" eingestuft.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Angela Libal, Historikerin
  • Johannes Tuchel, Professor für Politikwissenschaften (em.), ehem. Leiter Gedenkstätte Deutscher Widerstand
  • Thomas Medicus: Melitta von Stauffenberg. Ein deutsches Leben, Berlin 2012

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Martin Herzog
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

Der perfekte Faschist und seine jüdische Frau

Der perfekte Faschist und seine jüdische Frau WDR Zeitzeichen 24.06.2026 15:55 Min. Verfügbar bis 24.06.2099 WDR 5

Als die Jüdin Lilliana Weinman und der Faschisten Attilio Teruzzi am 24. Juni 1926 heiraten, liegt Rom dem Paar zu Füßen. Doch bald beginnt ein erbitterter Kampf.

In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Reinhard, was Teruzzi an der Amerikanerin Weinman fasziniert, woran eine Annulierung der Ehe scheitert und wie eine Kiste voller Familienpapiere das faschistische Liebesdrama aufdeckt. Die Hochzeit von Lilliana Weinman und Attilio Teruzzi am 24. Juni 1926 in Rom ist ein spektakuläres gesellschaftliches Ereignis. Die gesamte faschistische Funktionselite ist anwesend, Trauzeuge Benito Mussolini inklusive. Die Ehe der gefeierten amerikanischen Opernsängerin und dem hochdekorierten Kriegsveteranen gilt als schillernd - dass Lilliana Jüdin ist, interessiert da noch niemanden. Doch mit dem Machtaufstieg des Faschismus verändert sich auch das Frauenbild. Lillianas Eigenständigkeit, ihr Glamour und ihre Freiheit werden zum Problem. Teruzzi fordert die Scheidung - seine Frau und die katholische Kirche aber denken gar nicht daran, dem zuzustimmen. Was folgt ist ein erbitterter, 18 Jahre andauernder Gerichtsstreit. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Victoria de Grazia, Autorin des Buches "Der perfekte Faschist" Sven Reichardt, Historiker und Faschismusforscher Unser Hörtipp: "Zeitenwende 1600 – Musik Macht Epoche" https://1.ard.de/alles-geschichte-zeitenwende-1600 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anja Reinhard Redaktion: Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Reinhard:
  • wie unterschiedlich Weinman und Teruzzi aufwachsen,
  • was Teruzzi an der Amerikanerin fasziniert,
  • warum eine Scheidung nicht möglich ist und woran eine Annulierung der Ehe scheitert,
  • wie eine Kiste voller Familienpapiere das faschistische Liebesdrama aufdeckt.

Die Hochzeit von Lilliana Weinman und Attilio Teruzzi am 24. Juni 1926 in Rom ist ein spektakuläres gesellschaftliches Ereignis. Die gesamte faschistische Funktionselite ist anwesend, Trauzeuge Benito Mussolini inklusive. Die Ehe der gefeierten amerikanischen Opernsängerin und dem hochdekorierten Kriegsveteranen gilt als schillernd - dass Lilliana Jüdin ist, interessiert da noch niemanden.

Doch mit dem Machtaufstieg des Faschismus verändert sich auch das Frauenbild. Lillianas Eigenständigkeit, ihr Glamour und ihre Freiheit werden zum Problem. Teruzzi fordert die Scheidung - seine Frau und die katholische Kirche aber denken gar nicht daran, dem zuzustimmen. Was folgt ist ein erbitterter, 18 Jahre andauernder Gerichtsstreit.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Victoria de Grazia, Autorin des Buches "Der perfekte Faschist"
  • Sven Reichardt, Historiker und Faschismusforscher
  • Victoria de Grazia: Der perfekte Faschist. Eine Geschichte von Liebe, Macht und Gewalt. Berlin 2024
  • Hans Woller: "Geschichte Italiens im 20. Jahrhundert". München 2010
  • Antonio Scurati: "M. Der Sohn des Jahrhunderts" (Roman). Stuttgart 2020
  • Sven Reichardt: "Faschistische Kampfbünde. Gewalt und Gemeinschaft im italienischen Squadrismus und in der deutschen SA". Köln 2009

Weiterführende Links:

Unser Hörtipp: "Zeitenwende 1600 – Musik Macht Epoche"

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Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Anja Reinhard
Redaktion: Sefa Inci Suvak

Brexit: Als Populismus europäische Geschichte schrieb

Brexit: Als Populismus europäische Geschichte schrieb WDR Zeitzeichen 23.06.2026 14:31 Min. Verfügbar bis 23.06.2099 WDR 5

Am 23. Juni 2016 stimmen die Briten für den Brexit. Der Entscheidung gehen politische Machtkämpfe, populistische Versprechen, die Angst vor Migration und jahrelange Kulturkämpfe voraus.

In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer, wie Premierminister David Cameron mit einem Referendum ein politisches Risiko eingeht und sich dabei verzockt, mit welchem Slogan Nigel Farage und die Brexit-Befürworter Millionen Menschen überzeugen, und warum viele Britinnen und Briten den Austritt aus der EU heute kritisch sehen. Am 23. Juni 2016 stimmt eine knappe Mehrheit der Britinnen und Briten für den Austritt aus der Europäischen Union. 51,9 Prozent votieren für "Leave", 48,1 Prozent für "Remain". Das Referendum spaltet das Land: Jung steht gegen Alt, Schottland und Nordirland gegen England, Stadt gegen Land. Doch der Brexit beginnt nicht erst 2016. Das Verhältnis Großbritanniens zu Europa ist seit dem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft 1973 von Skepsis geprägt. Politiker wie Margaret Thatcher warnen vor einem europäischen Superstaat, Nigel Farage macht den EU-Austritt zum politischen Projekt. David Cameron will mit der Ankündigung eines Referendums seine konservative Partei befrieden. Stattdessen löst er eine Entwicklung aus, die das Land dauerhaft verändert. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Nicolai von Ondarza, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin Electoral Commission: Official result of the EU referendum, 24.06.2016. Europäischer Rat / EU-UK Summit: Strategic Partnership / Reset, 19.05.2025. House of Commons Library: Brexit timeline; End of transition period; Trade and Cooperation Agreement Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP): Veröffentlichungen und Expertise von Dr. Nicolai von Ondarza zu EU, Großbritannien und Post-Brexit-Beziehungen. Deutsche Welle (DW): Das Leben nach der EU: Brexit-Verlierer und Gewinner (Dokumentation) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:
  • wie Premierminister David Cameron mit einem Referendum ein politisches Risiko eingeht und sich dabei verzockt,
  • mit welchem Slogan Nigel Farage und die Brexit-Befürworter Millionen Menschen überzeugen,
  • und warum viele Britinnen und Briten den Austritt aus der EU heute kritisch sehen.

Am 23. Juni 2016 stimmt eine knappe Mehrheit der Britinnen und Briten für den Austritt aus der Europäischen Union. 51,9 Prozent votieren für "Leave", 48,1 Prozent für "Remain". Das Referendum spaltet das Land: Jung steht gegen Alt, Schottland und Nordirland gegen England, Stadt gegen Land.

Doch der Brexit beginnt nicht erst 2016. Das Verhältnis Großbritanniens zu Europa ist seit dem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft 1973 von Skepsis geprägt. Politiker wie Margaret Thatcher warnen vor einem europäischen Superstaat, Nigel Farage macht den EU-Austritt zum politischen Projekt. David Cameron will mit der Ankündigung eines Referendums seine konservative Partei befrieden. Stattdessen löst er eine Entwicklung aus, die das Land dauerhaft verändert.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Nicolai von Ondarza, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin
  • Electoral Commission: Official result of the EU referendum, 24.06.2016.
  • Europäischer Rat / EU-UK Summit: Strategic Partnership / Reset, 19.05.2025.
  • House of Commons Library: Brexit timeline; End of transition period; Trade and Cooperation Agreement
  • Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP): Veröffentlichungen und Expertise von Dr. Nicolai von Ondarza zu EU, Großbritannien und Post-Brexit-Beziehungen.
  • Deutsche Welle (DW): Das Leben nach der EU: Brexit-Verlierer und Gewinner (Dokumentation)

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Autor: Wolfgang Meyer
Redaktion: Sefa Inci Suvak

Forty Elephants: Eine Frauenbande mischt Londons Unterwelt auf

Forty Elephants: Eine Frauenbande mischt Londons Unterwelt auf WDR Zeitzeichen 22.06.2026 13:45 Min. Verfügbar bis 22.06.2099 WDR 5

Am 22.6.1896 wird Alice Diamond geboren: Mit 18 wird sie Anführerin der Forty Elephants, die Frauenbande räumt Luxusläden aus und dominiert lange Londons Unterwelt.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christopher Heimer, wie Alice Diamond zu ihrem Spitznamen "Diamond Annie" kommt, wie die Bandenchefin London in Reviere aufteilt und ihre Diebinnen mit fast militärischer Präzision organisiert und mit welchen verblüffenden Methoden sie Polizei und Kaufhausdetektive täuschen. Als Alice Diamond am 22. Juni 1896 im Lambeth Workhouse Hospital geboren wird, deutet wenig darauf hin, dass sie einmal die berühmteste Verbrecherin Großbritanniens werden soll. Doch die Tochter eines Kleinkriminellen wächst in einer Welt auf, die von Armut, Wohnungsnot und Gewalt geprägt ist. Schon als junge Frau schließt sie sich den Forty Elephants an: einer außergewöhnlichen Bande, die ausschließlich aus Frauen besteht. Mit Eleganz, Disziplin und ausgeklügelten Tricks stehlen die Mitglieder Schmuck, Pelze und Luxuswaren aus den vornehmen Geschäften Londons. Unter Alice Diamonds Führung entwickelt sich die Gruppe zu einem der erfolgreichsten kriminellen Netzwerke ihrer Zeit. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Paul Schilling, Filmregisseur („Forty Elephants“) Brian McDonald: Alice Diamond and the Forty Elephants. Wrea Green 2015 Emily Jane Burgess: ‘Alice Diamond, giant-queen of the terrors‘: Female gangsterism, violence and criminal mythmaking in the late-nineteenth and early twentieth-century London ‘underworld‘. Abingdon 2025 Erin Bledsoe: The Forty Elephants. Ashland 2022 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christopher Heimer Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Christopher Heimer:
  • wie Alice Diamond zu ihrem Spitznamen "Diamond Annie" kommt,
  • wie die Bandenchefin London in Reviere aufteilt und ihre Diebinnen mit fast militärischer Präzision organisiert,
  • mit welchen verblüffenden Methoden sie Polizei und Kaufhausdetektive täuschen.

Als Alice Diamond am 22. Juni 1896 im Lambeth Workhouse Hospital geboren wird, deutet wenig darauf hin, dass sie einmal die berühmteste Verbrecherin Großbritanniens werden soll. Doch die Tochter eines Kleinkriminellen wächst in einer Welt auf, die von Armut, Wohnungsnot und Gewalt geprägt ist.

Schon als junge Frau schließt sie sich den Forty Elephants an: einer außergewöhnlichen Bande, die ausschließlich aus Frauen besteht. Mit Eleganz, Disziplin und ausgeklügelten Tricks stehlen die Mitglieder Schmuck, Pelze und Luxuswaren aus den vornehmen Geschäften Londons. Unter Alice Diamonds Führung entwickelt sich die Gruppe zu einem der erfolgreichsten kriminellen Netzwerke ihrer Zeit.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Paul Schilling, Filmregisseur ("Forty Elephants")
  • Brian McDonald: Alice Diamond and the Forty Elephants, Wrea Green 2015
  • Emily Jane Burgess: Alice Diamond, giant-queen of the terrors: Female gangsterism, violence and criminal mythmaking in the late-nineteenth and early twentieth-century London ‘underworld‘, Abingdon 2025
  • Erin Bledsoe: The Forty Elephants, Ashland 2022

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Autor: Christopher Heimer
Redaktion: Matti Hesse

Freistadt Christiania: Ein fast wahr gewordener Hippietraum?

Freistadt Christiania: Ein fast wahr gewordener Hippietraum? WDR Zeitzeichen 21.06.2026 13:46 Min. Verfügbar bis 21.06.2099 WDR 5

Die Hippie-Kommune Christiania ist weltberühmt: Für Autonomie und Drogenverkauf in der Pusher Street. Im Juni 2011 wird das Experiment legalisiert - doch zu welchem Preis?

In diesem Zeitzeichen erzählt Merle Schaack, wie aus einer Hippie-Siedlung mitten in Kopenhagen eine selbstverwaltete "Freistadt" entsteht und wieso Drogenhandel und Gewalt das Experiment immer wieder bedrohen. Ein verwunschenes Gelände, auf dem einst Waffen lagerten, wird Anfang der 1970er Jahre zum Experimentierfeld: Menschen ziehen ein, bauen Hütten, schaffen sich eine Welt jenseits klassischer Besitzverhältnisse. Entscheidungen fallen im Konsens, die Gemeinschaft steht über allem. Ein Lebensentwurf zwischen Utopie und Chaos. Doch der Traum gerät unter Druck. Konflikte mit Staat und Polizei, Drogenhandel und organisierte Kriminalität bedrohen die Freistadt. Nach jahrelangem juristischen Ringen kommt es 2011 zum entscheidenden Wendepunkt: Christiania bekommt eine legale Grundlage - und muss sich zugleich an neue Regeln anpassen. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Knud Foldschack, Anwalt und "Architekt" der Stiftung "Fonden Fristaden Christiania" Mette Prag, Bewohnerin und Mitglied des Stiftungsvorstands Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Merle Schaack Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Merle Schaack:
  • wie aus einer Hippie-Siedlung mitten in Kopenhagen eine selbstverwaltete "Freistadt" entsteht,
  • warum Eigentum, Konsensdemokratie und Gemeinschaft hier radikal neu gedacht werden,
  • wieso Drogenhandel und Gewalt das Experiment immer wieder bedrohen,
  • wie ein Rechtsstreit über Jahre das Ende von Christiania heraufbeschwört,
  • dass eine Stiftung die Rettung für die alternative Lebensform wird.

Ein verwunschenes Gelände, auf dem einst Waffen lagerten, wird Anfang der 1970er Jahre zum Experimentierfeld: Menschen ziehen ein, bauen Hütten, schaffen sich eine Welt jenseits klassischer Besitzverhältnisse. Entscheidungen fallen im Konsens, die Gemeinschaft steht über allem. Ein Lebensentwurf zwischen Utopie und Chaos.

Doch der Traum gerät unter Druck. Konflikte mit Staat und Polizei, Drogenhandel und organisierte Kriminalität bedrohen die Freistadt. Nach jahrelangem juristischen Ringen kommt es 2011 zum entscheidenden Wendepunkt: Christiania bekommt eine legale Grundlage - und muss sich zugleich an neue Regeln anpassen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Knud Foldschack (Anwalt und "Architekt" der Stiftung "Fonden Fristaden Christiania")
  • Mette Prag (Bewohnerin und Mitglied des Stiftungsvorstands)
  • Nina Pontoppidan (Bewohnerin und Guide)
  • Irma Clausen (ehemalige Bewohnerin)
  • Offizielle Website der Freistadt Christiania

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Merle Schaack
Redaktion: Matti Hesse

Der Priester, der den Urknall entdeckte: George Lemaître

Der Priester, der den Urknall entdeckte: George Lemaître WDR Zeitzeichen 20.06.2026 15:40 Min. Verfügbar bis 20.06.2099 WDR 5

Als Lemaître (gest. am 20.6.1966) sein Modell des Urknalls vorstellt, sieht der Papst darin einen Gottesbeweis. In der Wissenschaft wird er erst verspottet - und dann gefeiert.

In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger, wie ein katholischer Priester die Urknall-Theorie entwickelt und damit die Kosmologie revolutioniert, weshalb seine Idee zunächst übersehen wird, während andere Forscher berühmt werden und warum der "Anfang von allem" bis heute ein ungelöstes Rätsel bleibt. Ein Universum, das sich ausdehnt, Galaxien, die auseinanderdriften, und ein Anfangspunkt, in dem alles enthalten ist: Georges Lemaître denkt das Weltall radikal neu. Als Priester und Physiker verfolgt er zwei Wege zur Wahrheit, ohne sie zu vermischen. Seine Theorie vom "Uratom" legt den Grundstein für das, was später Urknall genannt wird. Doch die Anerkennung kommt spät. Während andere Forscher Ruhm ernten, bleibt Lemaître lange im Schatten. Selbst als die Kirche seine Ideen als Beweis für Gott deuten will, widerspricht er entschieden. Für ihn bleibt der Glaube unabhängig von der Wissenschaft. Am Ende bestätigt ein kosmisches Echo seine Theorie. Doch die größte Frage bleibt offen: Was geschah vor dem Anfang? Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Dr. Susanne Hüttemeister (Astrophysikerin und Leiterin Planetarium Bochum) Unser Hörtipp: WDR 5 Alles in Butter, der Genuss-Podcast: https://1.ard.de/alles-in-butter Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:
  • wie ein katholischer Priester die Urknall-Theorie entwickelt und damit die Kosmologie revolutioniert,
  • warum Lemaître Wissenschaft und Religion strikt trennt - trotz seiner doppelten Berufung,
  • weshalb seine Idee zunächst übersehen wird, während andere Forscher berühmt werden,
  • wie die Entdeckung der kosmischen Hintergrundstrahlung ihm posthum recht gibt,
  • warum der "Anfang von allem" bis heute ein ungelöstes Rätsel bleibt.

Ein Universum, das sich ausdehnt, Galaxien, die auseinanderdriften, und ein Anfangspunkt, in dem alles enthalten ist: Georges Lemaître denkt das Weltall radikal neu. Als Priester und Physiker verfolgt er zwei Wege zur Wahrheit, ohne sie zu vermischen. Seine Theorie vom "Uratom" legt den Grundstein für das, was später Urknall genannt wird.

Doch die Anerkennung kommt spät. Während andere Forscher Ruhm ernten, bleibt Lemaître lange im Schatten. Selbst als die Kirche seine Ideen als Beweis für Gott deuten will, widerspricht er entschieden. Für ihn bleibt der Glaube unabhängig von der Wissenschaft. Am Ende bestätigt ein kosmisches Echo seine Theorie. Doch die größte Frage bleibt offen: Was geschah vor dem Anfang?

Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin:
  • Dr. Susanne Hüttemeister (Astrophysikerin und Leiterin Planetarium Bochum)

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Ralph Erdenberger
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

Als die Bilder tanzen lernten: Filmkünstlerin Lotte Reiniger

Als die Bilder tanzen lernten: Filmkünstlerin Lotte Reiniger WDR Zeitzeichen 19.06.2026 14:37 Min. Verfügbar bis 19.06.2099 WDR 5

Ihre Silhouetten verzauberten die Leinwand, lange bevor Disney Filmgeschichte schrieb. Lotte Reiniger revolutionierte den Animationsfilm. Sie starb am 19. Juni 1981.

In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk, wie Lotte Reiniger mit Schere, Pappe und Kamera Filmgeschichte schreibt, warum "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" als erster abendfüllender Animationsfilm gilt, und wie aus dem "Silhouettenmädchen" eine international gefeierte Filmkünstlerin wird. Ein schwarzer Fleck erscheint auf der Leinwand, verwandelt sich in einen Zauberer, dann in einen Reiter. Was damals wie Magie wirkt, ist das Werk von Lotte Reiniger. Die 1899 in Berlin geborene Künstlerin entdeckt schon als Kind ihr Talent für filigrane Scherenschnitte. Mit den ausgeschnittenen Figuren entwickelt sie eine völlig neue Kunstform: den Silhouettenfilm. Mit beweglichen Schnittfiguren, die Bild für Bild fotografiert wurden, schafft sie märchenhafte Welten voller Zauberer, Prinzessinnen und Fabelwesen. Ihr Meisterwerk "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" feiert 1926 Premiere und gilt heute als erster abendfüllender Animationsfilm der Geschichte – elf Jahre vor Disneys "Schneewittchen". Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Rike Reiniger, Autorin eines biographischen Romans Philipp Hanke, Kurator Filmmuseum Düsseldorf Rike Reiniger: 24 Bilder pro Sekunde - Lotte Reiniger, Pionierin des Trickfilms; KLAK Verlag, Berlin 2026 Rike Reiniger: Berliner Trickfilm-Pionierin Lotte Reiniger: Queere Küsse im Jahr 1929. Berliner Zeitung 12. Mai 2024 Melanie Letschnig: Es war einmal kein Ofen. Über die märchenhaften Silhouettenfilme von Lotte Reiniger. Diplomarbeit, Universität Wien 2006 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Maren Gottschalk Redaktion: Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:
  • wie Lotte Reiniger mit Schere, Pappe und Kamera Filmgeschichte schreibt,
  • warum "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" als erster abendfüllender Animationsfilm gilt,
  • und wie aus dem "Silhouettenmädchen" eine international gefeierte Filmkünstlerin wird.

Ein schwarzer Fleck erscheint auf der Leinwand, verwandelt sich in einen Zauberer, dann in einen Reiter. Was damals wie Magie wirkt, ist das Werk von Lotte Reiniger. Die 1899 in Berlin geborene Künstlerin entdeckt schon als Kind ihr Talent für filigrane Scherenschnitte.

Mit den ausgeschnittenen Figuren entwickelt sie eine völlig neue Kunstform: den Silhouettenfilm. Mit beweglichen Schnittfiguren, die Bild für Bild fotografiert wurden, schafft sie märchenhafte Welten voller Zauberer, Prinzessinnen und Fabelwesen.

Ihr Meisterwerk "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" feiert 1926 Premiere und gilt heute als erster abendfüllender Animationsfilm der Geschichte – elf Jahre vor Disneys "Schneewittchen".

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Rike Reiniger, Autorin eines biographischen Romans
  • Philipp Hanke, Kurator Filmmuseum Düsseldorf
  • Rike Reiniger: 24 Bilder pro Sekunde - Lotte Reiniger, Pionierin des Trickfilms, Berlin 2026
  • Rike Reiniger: Berliner Trickfilm-Pionierin Lotte Reiniger: Queere Küsse im Jahr 1929. Berliner Zeitung 12. Mai 2024
  • Melanie Letschnig: Es war einmal kein Ofen. Über die märchenhaften Silhouettenfilme von Lotte Reiniger. Diplomarbeit, Universität Wien 2006

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Autor: Maren Gottschalk
Redaktion: Sefa Inci Suvak

Soldaten aus den Kolonien: Russland im Ersten Weltkrieg

Soldaten aus den Kolonien: Russland im Ersten Weltkrieg WDR Zeitzeichen 18.06.2026 14:33 Min. Verfügbar bis 18.06.2099 WDR 5

Die Kolonialmächte des frühen 20. Jahrhunderts schickten auch Menschen aus den Kolonien in den ersten Weltkrieg. Das Zarenreich zwang ab Juni 1916 Muslime in den Dienst.

In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember, welche Katastrophe der Erlass des Zaren in Zentralasien auslöst, warum aus einer Rekrutierungsanordnung einer der größten Aufstände des Ersten Weltkriegs entsteht und weshalb der Erste Weltkrieg auch ein kolonialer Krieg ist. Im Sommer 1916 greift das Russische Reich zu einer Maßnahme, die den Kriegsverlauf positiv beeinflussen soll, stattdessen aber eine ganze Region erschüttert: Erstmals werden muslimische Männer aus Zentralasien für den Kriegsdienst des Zarenreichs herangezogen. Die Entscheidung trifft auf eine Bevölkerung, die sich seit Langem von Moskau beherrscht und benachteiligt fühlt. Was als Rekrutierungserlass beginnt, entwickelt sich innerhalb weniger Wochen zu einem Aufstand gegen die russische Herrschaft. Die Gewalt erfasst weite Teile Zentralasiens und fordert auf allen Seiten zahlreiche Opfer. Die Folgen prägen das Verhältnis vieler Menschen in der Region zu Russland bis heute. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Franziska Davies, Osteuropa-Historikerin am Leibniz-Zentrum für Historische Forschung in Potsdam Franziska Davies: Muslims in the Russian Army. New York 2025 Serge A. Zenkovsky: Pan-Turkism and Islam in Russia. Cambridge 1990 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:
  • welche Katastrophe der Erlass des Zaren in Zentralasien auslöst,
  • wie aus einer Rekrutierungsanordnung einer der größten Aufstände des Ersten Weltkriegs entsteht,
  • weshalb der Erste Weltkrieg auch ein kolonialer Krieg ist.

Im Sommer 1916 greift das Russische Reich zu einer Maßnahme, die den Kriegsverlauf positiv beeinflussen soll, stattdessen aber eine ganze Region erschüttert: Erstmals werden muslimische Männer aus Zentralasien für den Kriegsdienst des Zarenreichs herangezogen.

Die Entscheidung trifft auf eine Bevölkerung, die sich seit Langem von Moskau beherrscht und benachteiligt fühlt. Was als Rekrutierungserlass beginnt, entwickelt sich innerhalb weniger Wochen zu einem Aufstand gegen die russische Herrschaft. Die Gewalt erfasst weite Teile Zentralasiens und fordert auf allen Seiten zahlreiche Opfer. Die Folgen prägen das Verhältnis vieler Menschen in der Region zu Russland bis heute.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

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Autor: Heiner Wember
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Im Juni 1596: Wie Willem Barents ungewollt Spitzbergen entdeckte

Im Juni 1596: Wie Willem Barents ungewollt Spitzbergen entdeckte WDR Zeitzeichen 17.06.2026 14:52 Min. Verfügbar bis 17.06.2099 WDR 5

Eine Hochrisiko-Expedition ins Unbekannte soll 1596 die Nordostpassage nach China finden. Stattdessen schreibt sie Geschichte - hoch oben im arktischen Eis.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler, warum niederländische Kaufleute im Jahr 1596 ausgerechnet Kurs auf das arktische Eis nehmen, wie eine Insel aus spitzen Bergen und weißen Schatten die Fantasie Europas beflügelt und wie aus einer gescheiterten Expedition zugleich eine Erfolgsgeschichte und der Beginn eines großen Raubzugs wird. Am 17. Juni 1596 sichtet die Expedition des niederländischen Navigators Willem Barents eine unbekannte Inselwelt weit im Norden. Die schroffen Berge, die steil aus dem Meer aufragen, geben ihr bis heute ihren Namen: Spitzbergen. Eigentlich sind Barents und seine Mannschaft auf der Suche nach der Nordostpassage – einem Handelsweg durch das Polarmeer nach China. Stattdessen stoßen sie auf eine raue Landschaft aus Eis, Felsen und gewaltigen Gletschern. In seinem Tagebuch schildert der Maat Gerrit de Veer die Begegnung mit Eisbären, Rentieren, Walrossen und Walen sowie die Herausforderungen einer Reise in bis dahin weitgehend unbekannte Gewässer. Die Entdeckung Spitzbergens bringt den erhofften Weg nach Asien zwar nicht näher. Doch sie lenkt den Blick Europas auf die arktische Inselwelt – und macht sie schon wenige Jahre später zum Zentrum einer aufstrebenden Walfangindustrie. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Frederic Theis, Archäologe und Historiker, Deutsches Schifffahrtsmuseum Gerrit de Veer: Warhafftige Relation. Der dreyen newen, unerhörten, seltsamen Schiffart, so die Holländischen und Seeländischen Schiff gegen Mitternacht drey Jar nach einander, also Anno 1594, 1595 und 1596 verricht. Noriberg Anno 1598. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:
  • warum niederländische Kaufleute im Jahr 1596 ausgerechnet Kurs auf das arktische Eis nehmen,
  • wie eine Insel aus spitzen Bergen und weißen Schatten die Fantasie Europas beflügelt,
  • wie aus einer gescheiterten Expedition zugleich eine Erfolgsgeschichte und der Beginn eines großen Raubzugs wird.

Am 17. Juni 1596 sichtet die Expedition des niederländischen Navigators Willem Barents eine unbekannte Inselwelt weit im Norden. Die schroffen Berge, die steil aus dem Meer aufragen, geben ihr bis heute ihren Namen: Spitzbergen.

Eigentlich sind Barents und seine Mannschaft auf der Suche nach der Nordostpassage – einem Handelsweg durch das Polarmeer nach China. Stattdessen stoßen sie auf eine raue Landschaft aus Eis, Felsen und gewaltigen Gletschern. In seinem Tagebuch schildert der Maat Gerrit de Veer die Begegnung mit Eisbären, Rentieren, Walrossen und Walen sowie die Herausforderungen einer Reise in bis dahin weitgehend unbekannte Gewässer.

Die Entdeckung Spitzbergens bringt den erhofften Weg nach Asien zwar nicht näher. Doch sie lenkt den Blick Europas auf die arktische Inselwelt – und macht sie schon wenige Jahre später zum Zentrum einer aufstrebenden Walfangindustrie.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Frederic Theis, Archäologe und Historiker, Deutsches Schifffahrtsmuseum
  • Gerrit de Veer: Warhafftige Relation. Der dreyen newen, unerhörten, seltsamen Schiffart, so die Holländischen und Seeländischen Schiff gegen Mitternacht drey Jar nach einander, also Anno 1594, 1595 und 1596 verricht. Noriberg Anno 1598.

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Marko Rösseler
Redaktion: Matti Hesse
Technik: Sarah Fitzek

Zehn Songs für die Ewigkeit: "The Queen is dead"

Zehn Songs für die Ewigkeit: "The Queen is dead" WDR Zeitzeichen 16.06.2026 14:37 Min. Verfügbar bis 16.06.2099 WDR 5

Für manche ist es das beste Album aller Zeiten: Mit "The Queen is dead" zeigen The Smiths am 16.6.1986, wie Popmusik auch relevant sein kann.

In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen, wie "The Smiths" als ultimative Außenseiter-Band in den Mainstream vordringen, warum ihr drittes Album als künstlerischer Höhepunkt und Gesamtkunstwerk gilt und welche gesellschaftliche Sprengkraft in Songs über Monarchie, Arbeitslosigkeit und Einsamkeit steckt. Die Smiths kommen aus Manchester, aus Arbeiterfamilien, geprägt vom sozialen Klima der Thatcher-Jahre. Ihr Außenseitertum ist Haltung und Inszenierung zugleich. Zwischen Selbstzweifel, Größenwahn und feiner Ironie entwickeln sie eine eigene Sprache für das Lebensgefühl der 1980er Jahre. "The Queen Is Dead" bündelt all das: politische Unruhe, poetische Rätsel und große Pop-Melodien. Das Album greift die britische Gesellschaft an und bleibt doch bewusst offen in seiner Deutung. Im Zentrum steht eine ungewohnte Botschaft für die Rockmusik - Sensibilität als Stärke und Freundlichkeit als Rebellion. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Simon Goddard (Musikkritiker) Oliver Fröschke (Designer und Betreiber des Plattenlabels Le Pop) Simon Goddard: The Smiths: Songs That Saved Your Life. Königswinter 2007 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uli Hufen Redaktion: Frank Zirpins Technik: Jürgen Beiner


In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen:
  • wie "The Smiths" als ultimative Außenseiter-Band in den Mainstream vordringen,
  • warum ihr drittes Album als künstlerischer Höhepunkt und Gesamtkunstwerk gilt,
  • welche gesellschaftliche Sprengkraft in Songs über Monarchie, Arbeitslosigkeit und Einsamkeit steckt,
  • wieso gerade Jugendliche sich in Morrisseys Texten wiederfinden,
  • weshalb einzelne Songs bis heute als emotionaler Rettungsring für Hörer gelten.

Die Smiths kommen aus Manchester, aus Arbeiterfamilien, geprägt vom sozialen Klima der Thatcher-Jahre. Ihr Außenseitertum ist Haltung und Inszenierung zugleich. Zwischen Selbstzweifel, Größenwahn und feiner Ironie entwickeln sie eine eigene Sprache für das Lebensgefühl der 1980er Jahre.

"The Queen Is Dead" bündelt all das: politische Unruhe, poetische Rätsel und große Pop-Melodien. Das Album greift die britische Gesellschaft an und bleibt doch bewusst offen in seiner Deutung. Im Zentrum steht eine ungewohnte Botschaft für die Rockmusik - Sensibilität als Stärke und Freundlichkeit als Rebellion.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Simon Goddard (Musikkritiker)
  • Oliver Fröschke (Designer und Betreiber des Plattenlabels Le Pop)
  • Simon Goddard: The Smiths: Songs That Saved Your Life. Königswinter 2007
  • Simon Goddard: Mozipedia: The Encyclopaedia of Morrissey and the Smiths. 2010

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Autor: Uli Hufen
Redaktion: Frank Zirpins
Technik: Jürgen Beiner

Jazz-Ikone Ella Fitzgerald: Vom Waisenkind zum Weltstar

Jazz-Ikone Ella Fitzgerald: Vom Waisenkind zum Weltstar WDR Zeitzeichen 15.06.2026 14:55 Min. Verfügbar bis 15.06.2099 WDR 5

Vom Heim für "verwahrloste Mädchen" zur "First Lady of Jazz": Ella Fitzgerald dreht mit einer Amateurshow ihr Leben und verzaubert die Menschen mit ihrer Stimme. Sie stirbt am 15.6.1996.

In diesem Zeitzeichen erzählt Susanne Rabsahl, mit welcher Bezeichnung Bing Crosby die Grand Dame des Jazz adelt, wie sie in einer Züchtigungsanstalt landet und wie der 21. November 1934 zum Wendepunkt in Ellas Leben wird. Ella Fitzgerald wächst in ärmlichsten Verhältnissen auf, kommt nach dem Tod der Mutter zu einer Tante in New York. Nach ihrem Bühnendebüt 1934 lässt der Durchbruch zunächst auf sich warten. Ella tingelt durch Gesangswettbewerbe und wird Mitglied der Apollo-Theater-Band. 1939 nimmt sie ein Kinderlied im Swing-Stil auf: "A Tisket a Tasket". Für die von der "Großen Depression" bedrückten Amerikaner scheint der schwingende Sommerhit wie vom Himmel geschickt: Mehr als eine Million verkaufter Platten und wochenlange Chartplatzierungen verschaffen Ella Fitzgerald den Durchbruch. Die Leichtigkeit, die sie ihren Fans schenkt, findet sie selber nie. Fast völlig erblindet, dazu schwer herz- und zuckerkrank, zieht sie sich schließlich in ihre Villa in Beverly Hills zurück. Dort verbringt sie in zunehmender Verwirrung ihre letzten Jahre. Am 15. Juni 1996 stirbt der Weltstar, im Alter von 78 Jahren. Mit geschätzten rund 200 Tonträgern und unvergesslichen Auftritten ist die "First Lady of Song" schon zu Lebzeiten unsterblich. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Susanne Rabsahl Redaktion: Hildegard Schulte, David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Susanne Rabsahl:
  • mit welcher Bezeichnung Bing Crosby die Grand Dame des Jazz adelt,
  • von der ärmlichen Kindheit, in der Ella Jane Fitzgerald aufwächst,
  • wie sie in einer Züchtigungsanstalt landet,
  • wie der 21. November 1934 zum Wendepunkt in Ellas Leben wird.

Ella Fitzgerald wächst in ärmlichsten Verhältnissen auf, kommt nach dem Tod der Mutter zu einer Tante in New York. Nach ihrem Bühnendebüt 1934 lässt der Durchbruch zunächst auf sich warten. Ella tingelt durch Gesangswettbewerbe und wird Mitglied der Apollo-Theater-Band.

1939 nimmt sie ein Kinderlied im Swing-Stil auf: "A Tisket a Tasket". Für die von der "Großen Depression" bedrückten Amerikaner scheint der schwingende Sommerhit wie vom Himmel geschickt: Mehr als eine Million verkaufter Platten und wochenlange Chartplatzierungen verschaffen Ella Fitzgerald den Durchbruch.

Die Leichtigkeit, die sie ihren Fans schenkt, findet sie selber nie. Fast völlig erblindet, dazu schwer herz- und zuckerkrank, zieht sie sich schließlich in ihre Villa in Beverly Hills zurück. Dort verbringt sie in zunehmender Verwirrung ihre letzten Jahre. Am 15. Juni 1996 stirbt der Weltstar, im Alter von 78 Jahren. Mit geschätzten rund 200 Tonträgern und unvergesslichen Auftritten ist die "First Lady of Song" schon zu Lebzeiten unsterblich.

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Autorin: Susanne Rabsahl
Redaktion: Hildegard Schulte und David Rother

Wie der Vatikan Bücher zensiert hat

Wie der Vatikan Bücher zensiert hat WDR Zeitzeichen 14.06.2026 14:42 Min. Verfügbar bis 14.06.2099 WDR 5

400 Jahre lang betreibt der Vatikan einen Index verbotener Bücher. Auf dieser Liste zu stehen, bedeutet für viele Autoren das Ende ihrer Karriere - bis der Index am 14.06.1966 auf kuriose Weise abgeschafft wird.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach, welche Werke und Autoren auf den Index Librorum Prohibitorum gesetzt werden, warum sogar einzelne Fassungen der Bibel auf dem Index landen und welches das geheimste Kirchenarchiv ist. 1559 erscheint der erste vatikanische Index. 407 Jahre später, bei seiner Aufhebung 1966, enthält er über 6.000 Titel und Autoren. Er ist der Giftschrank gefährlicher Werke, die Katholiken nicht lesen, nicht drucken, nicht verkaufen, nicht besitzen dürfen. Bei der Indizierung geht es nicht nur um Theologie, sondern um alles, was mit dem Medium Buch verbreitet wird. Es geht um alle Wissenschaften, um Literatur, es geht um Medizin. Es geht um ein Wissensmonopol. Mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert verliert der Index zunehmend an Wirkmacht. Und im 20. Jahrhundert scheint er wie aus der Zeit gefallen. Längst lesen auch Katholiken die verbotenen Bücher, mal offen, mal heimlich. Mitte der 1960er-Jahre reformiert Papst Paul VI. die Verwaltung des Vatikans. Ihre oberste Behörde, die Glaubenskongregation, bis dato für den Index zuständig, soll entmachtet werden. In der Notifikation vom 14. Juni 1966 wird der Index aufgehoben. Es werden keine weiteren Bücher mehr verboten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Hubert Wolf, Kirchenhistoriker, Universität Münster Hubert Wolf: Index - Der Vatikan und die verbotenen Bücher. München 2006 Nicola Roßbach, Hg.: Zensur, Baden Baden 2024 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Jakob Schiffer und Frank Zirpins Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:
  • welche Werke und Autoren auf den Index Librorum Prohibitorum gesetzt werden,
  • warum sogar einzelne Fassungen der Bibel auf dem Index landen,
  • dass Martin Luther gleich doppelt auf die Verbotsliste gesetzt wird,
  • welches das geheimste Kirchenarchiv ist.

1559 erscheint der erste vatikanische Index. 407 Jahre später, bei seiner Aufhebung 1966, enthält er über 6.000 Titel und Autoren. Er ist der Giftschrank gefährlicher Werke, die Katholiken nicht lesen, nicht drucken, nicht verkaufen, nicht besitzen dürfen.

Bei der Indizierung geht es nicht nur um Theologie, sondern um alles, was mit dem Medium Buch verbreitet wird. Es geht um alle Wissenschaften, um Literatur, es geht um Medizin. Es geht um ein Wissensmonopol.

Mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert verliert der Index zunehmend an Wirkmacht. Und im 20. Jahrhundert scheint er wie aus der Zeit gefallen. Längst lesen auch Katholiken die verbotenen Bücher, mal offen, mal heimlich.

Mitte der 1960er-Jahre reformiert Papst Paul VI. die Verwaltung des Vatikans. Ihre oberste Behörde, die Glaubenskongregation, bis dato für den Index zuständig, soll entmachtet werden. In der Notifikation vom 14. Juni 1966 wird der Index aufgehoben. Es werden keine weiteren Bücher mehr verboten.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Hubert Wolf, Kirchenhistoriker, Universität Münster
  • Hubert Wolf: Index - Der Vatikan und die verbotenen Bücher. München 2006
  • Nicola Roßbach, Hg.: Zensur, Baden Baden 2024

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

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Autorin: Marfa Heimbach
Redaktion: Jakob Schiffer und Frank Zirpins
Technik: Sascha Schiemann

Der "rote Elvis": DDR-Country-Star Dean Reed

Der "rote Elvis": DDR-Country-Star Dean Reed WDR Zeitzeichen 13.06.2026 14:41 Min. Verfügbar bis 13.06.2099 WDR 5

In den USA erfolglos, zieht Reed in die DDR. Dort wird der marxistische Sänger zum Liebling von Publikum und Politbüro, aber nicht glücklich. Am 13.6.1986 wird er tot aufgefunden.

In diesem Zeitzeichen erzählt Rüdiger Weidenfeld-Kramer, wie ein singender Cowboy aus Colorado im real existierenden Sozialismus landet, wie Moskau Reeds propagandistisches Potential erkennt und wie die "Perestroika" Reeds Stern zum Sinken bringt. Dean Reed aus Colorado unterschreibt 1958 seinen ersten Schallplattenvertrag. Doch der Newcomer enttäuscht zunächst die hohen Erwartungen. Aber in Südamerika verkauft sich eine von ihm selbst geschriebene Teenager-Schnulze dagegen überraschend gut. Dean Reed folgt dem Erfolg und verlässt die USA Richtung Südamerika. Nach einem Putsch wird Reed aber 1966 wegen pro-kommunistischer Aktivitäten aus Argentinien ausgewiesen. Ein Grund, ihn in die Sowjetunion einzuladen. Dean Reed ist einer der ersten Künstler, der in der UdSSR lange verpönte Musik auf die Bühne bringt. Anfang der 1970er-Jahre zieht es Reed in die DDR. Er wird zum Dauergast in Radio, Film und Fernsehen. Immer zwischen Entertainment und Propaganda. Aber ab den 1980er-Jahren wollen immer weniger Menschen seine linientreuen Lieder hören. Die jungen Leute in der DDR sehnen sich nach "echten" US-Rockstars, wie etwa Bruce Springsteen. Reed jagt dem künstlerischen Erfolg hinterher. Die politische Haltung rückt in den Hintergrund. Hinter der Fassade des stets gut gelaunten Entertainers vergrößert sich die Trübsal. Am 13. Juni 1986 setzt Dean Reed seinem Leben selbst ein Ende. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Dr. Stefan Wolle, Historiker, langjähriger wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums, Berlin Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Rüdiger Weidenfeld-Kramer Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Rüdiger Weidenfeld-Kramer:
  • wie ein singender Cowboy aus Colorado im real existierenden Sozialismus landet,
  • dass Reeds Erfolg in den USA eher übersichtlich ist, dafür in Südamerika umso größer,
  • wie Moskau Reeds propagandistisches Potential erkennt,
  • was es mit dem "Woodstock des Ostens" auf sich hat,
  • wie die "Perestroika" Reeds Stern zum Sinken bringt.

Dean Reed aus Colorado unterschreibt 1958 seinen ersten Schallplattenvertrag. Doch der Newcomer enttäuscht zunächst die hohen Erwartungen. Aber in Südamerika verkauft sich eine von ihm selbst geschriebene Teenager-Schnulze dagegen überraschend gut. Dean Reed folgt dem Erfolg und verlässt die USA Richtung Südamerika.

Nach einem Putsch wird Reed aber 1966 wegen pro-kommunistischer Aktivitäten aus Argentinien ausgewiesen. Ein Grund, ihn in die Sowjetunion einzuladen. Dean Reed ist einer der ersten Künstler, der in der UdSSR lange verpönte Musik auf die Bühne bringt.
Anfang der 1970er-Jahre zieht es Reed in die DDR. Er wird zum Dauergast in Radio, Film und Fernsehen. Immer zwischen Entertainment und Propaganda. Aber ab den 1980er-Jahren wollen immer weniger Menschen seine linientreuen Lieder hören. Die jungen Leute in der DDR sehnen sich nach "echten" US-Rockstars, wie etwa Bruce Springsteen.

Reed jagt dem künstlerischen Erfolg hinterher. Die politische Haltung rückt in den Hintergrund. Hinter der Fassade des stets gut gelaunten Entertainers vergrößert sich die Trübsal. Am 13. Juni 1986 setzt Dean Reed seinem Leben selbst ein Ende.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Stefan Wolle, Historiker, langjähriger wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums, Berlin
  • Stefan Ernsting, Der rote Elvis, Berlin 2006
  • "Gewünscht, gespielt, gewonnen" mit Dean Reed 08.06.1984, Radio DDR
  • "Eine Stunde mit Dean Reed" vom 05.10.1982, Berliner Rundfunk

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Autor: Rüdiger Weidenfeld-Kramer
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Technik: Sarah Fitzek

Menschen im Zoogehege: Kölns vergessene "Völkerschau" 1931

Menschen im Zoogehege: Kölns vergessene "Völkerschau" 1931 WDR Zeitzeichen 12.06.2026 14:31 Min. Verfügbar bis 12.06.2099 WDR 5

Sie werden in der Südsee angeworben und dann im Kölner Zoo als angebliche "Menschenfresser" ausgestellt - am 12.6.1931 eröffnet im Kölner Zoo eine rassistische Show...

In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg, was die Presse 1931 bei der Zurschaustellung von Menschen im Zoo gruselig findet, was heutzutage mit dem neuen Unterrichtsfach Geschichts- und Politikwerkstatt am Kölner Ursulinengymnasium gelehrt wird und wie der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer die Völkerschau als nationale Eigenwerbung verteidigt. "Kannibalen aus der Südsee zum ersten Mal in Europa. 35 prächtige Gestalten von den Loyalty-Inseln", heißt es in einer Anzeige des Kölner Zoos vom 12. Juni 1931. Beworben wird eine so genannte Völkerschau. Der damalige Zoodirektor Friedrich Hauchcorne will damit den wirtschaftlich angeschlagenen Zoologischen Garten mit der Zurschaustellung von Menschen einer fremden Kultur wieder in die Gewinnzone bringen. So genannte exotische Völkerschauen kommen in Europa Mitte des 19. Jahrhunderts als Folge von Imperialismus und Kolonialismus in Mode. Zwischen 1878 und 1932 werden im Kölner Zoo sieben solcher Ausstellungen präsentiert. Insgesamt werden in Deutschland in diesem Zeitraum mehr als 300 Menschengruppen zur Schau gestellt - vornehmlich bei Hagenbeck in Hamburg, im Berliner Tiergarten und auf der Münchner Wies'n. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartnerinnen: Professorin Marianne Bechhaus-Gerst, Afrikanistin, Universität zu Köln Judith Schoene, Geschichts-Lehrerin, Ursulinengymnasium Köln Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: David Rother Technik: Thomas Bleul


In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:
  • was die Presse 1931 bei der Zurschaustellung von Menschen im Zoo gruselig findet,
  • wie der Kölner Zoo den Eindruck eines exotischen Zuhauses in Neukaledonien vermitteln will,
  • was heutzutage mit dem neuen Unterrichtsfach Geschichts- und Politikwerkstatt am Kölner Ursulinengymnasium gelehrt wird,
  • wie der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer die Völkerschau als nationale Eigenwerbung verteidigt.

"Kannibalen aus der Südsee zum ersten Mal in Europa. 35 prächtige Gestalten von den Loyalty-Inseln", heißt es in einer Anzeige des Kölner Zoos vom 12. Juni 1931. Beworben wird eine so genannte Völkerschau. Der damalige Zoodirektor Friedrich Hauchcorne will damit den wirtschaftlich angeschlagenen Zoologischen Garten mit der Zurschaustellung von Menschen einer fremden Kultur wieder in die Gewinnzone bringen.

So genannte exotische Völkerschauen kommen in Europa Mitte des 19. Jahrhunderts als Folge von Imperialismus und Kolonialismus in Mode. Zwischen 1878 und 1932 werden im Kölner Zoo sieben solcher Ausstellungen präsentiert. Insgesamt werden in Deutschland in diesem Zeitraum mehr als 300 Menschengruppen zur Schau gestellt - vornehmlich bei Hagenbeck in Hamburg, im Berliner Tiergarten und auf der Münchner Wies'n.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen:
  • Professorin Marianne Bechhaus-Gerst, Afrikanistin, Universität zu Köln
  • Judith Schoene, Geschichts-Lehrerin, Ursulinengymnasium Köln
  • Anna Shen-Hengsbach, Schülerin, Ursulinengymnasium
  • Sophia Rosario, Schülerin, Ursulinengymnasium
  • Didier Daenincks: Reise eines Menschenfressers nach Paris. Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer. Berlin 2001

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christoph Vormweg
Redaktion: David Rother
Technik: Thomas Bleul

Die Hayden-Expedition und wie ein Nationalpark erfunden wird

Die Hayden-Expedition und wie ein Nationalpark erfunden wird WDR Zeitzeichen 11.06.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 11.06.2099 WDR 5

Der Yellowstone-Nationalpark in den USA zieht jährlich rund drei Millionen Touristen an. Zu verdanken ist dies auch einer Forschungsreise des Geologen Ferdinand Hayden. Sie begann am 11. Juni 1871.

In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck wie zwei Maler und ein Fotograf maßgeblich Anteil daran haben, dass Yellowstone weltweit erster Nationalpark wird, vom tiefen kulturellen Graben zwischen den Städtern an den Küsten und den Menschen im "Herzland" der USA und von einem Geysir mit der Pünklichkeit eines Schweizer Uhrwerks. Reißende Flüsse, blubbernde Schlammlöcher, heiße Quellen, riesige Mammutbäume und fast 60 Prozent aller Geysire auf der Erde: Das ist der Yellowstone-Nationalpark im Nordwesten der USA. Heute kommen jedes Jahr rund drei Millionen Touristen. Zu verdanken ist dies vor allem dem Mediziner und Geologen Ferdinand Vandeveer Hayden. Siedler, Abenteurer und Schatzsucher ignorieren das schwer zugängliche Terrain mitten in den Rocky Mountains zunächst. Das ändert sich, als Hayden den Plan ergreift, die Region zu erforschen. Am 11. Juni 1871 bricht er mit 34 anderen Abenteurern, sieben Wagen und zwei Maultieren auf zum Fluss Yellowstone. Die Forschungsreisenden stoßen auf eine grandiose Vulkanlandschaft und unendliche Wälder voller Grizzlys, Bisons und Wölfen. Seine Erlebnisse notiert Hayden anschaulich auf den rund 500 Seiten seines Tagebuchs. Ende August 1871 ist die Expedition in Montana beendet. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Uwe Lübken, Amerika- und Umwelthistoriker Volker Depkat, Historiker, Amerikanist, Universität Regensburg Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Almuth Finck Redaktion: Ronald Feisel und Frank Zirpins Technik: Annette Skrzydlo


In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:
  • wie zwei Maler und ein Fotograf maßgeblich Anteil daran haben, dass Yellowstone weltweit erster Nationalpark wird,
  • von der dynamischen und wirtschaftlichen Entwicklung nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs,
  • vom tiefen kulturellen Graben zwischen den Städtern an den Küsten und den Menschen im "Herzland" der USA,
  • von einem Geysir mit der Pünklichkeit eines Schweizer Uhrwerks.

Reißende Flüsse, blubbernde Schlammlöcher, heiße Quellen, riesige Mammutbäume und fast 60 Prozent aller Geysire auf der Erde: Das ist der Yellowstone-Nationalpark im Nordwesten der USA. Heute kommen jedes Jahr rund drei Millionen Touristen. Zu verdanken ist dies vor allem dem Mediziner und Geologen Ferdinand Vandeveer Hayden.

Siedler, Abenteurer und Schatzsucher ignorieren das schwer zugängliche Terrain mitten in den Rocky Mountains zunächst. Das ändert sich, als Hayden den Plan ergreift, die Region zu erforschen. Am 11. Juni 1871 bricht er mit 34 anderen Abenteurern, sieben Wagen und zwei Maultieren auf zum Fluss Yellowstone.

Die Forschungsreisenden stoßen auf eine grandiose Vulkanlandschaft und unendliche Wälder voller Grizzlys, Bisons und Wölfen. Seine Erlebnisse notiert Hayden anschaulich auf den rund 500 Seiten seines Tagebuchs. Ende August 1871 ist die Expedition in Montana beendet.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Uwe Lübken, Amerika- und Umwelthistoriker
  • Volker Depkat, Historiker, Amerikanist, Universität Regensburg
  • Chris Magoc: Yellowstone. The Creation and Selling of an American Landscape. Princeton (PUP) 1999
  • Stephen Nash: Grand Canyon For Sale. Public Land versus Private Interests in the Era of Climate Change. Oakland 2017
  • Marlene Deahl Merrill: Yellowstone and the Great West: Journals, Letters, and Images from the 1871 Hayden Expedition. Lincoln 1999

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Almuth Finck
Redaktion: Ronald Feisel und Frank Zirpins
Technik: Annette Skrzydlo

Wie Antoni Gaudí zum Star-Architekten wurde

Wie Antoni Gaudí zum Star-Architekten wurde WDR Zeitzeichen 10.06.2026 14:49 Min. Verfügbar bis 10.06.2099 WDR 5

In Barcelona sind seine Bauten allgegenwärtig. Antoni Gaudí (gest. 10.06.1926) ist als Architekt der Sagrada Familia weltberühmt. Doch sein Weg startet holprig - mit Problemen an der Uni.

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen wie Antoni Gaudí sich selbstbewusst mit der Stadtverwaltung Barcelonas anlegt, welche Schicksalsschläge dafür sorgen, dass Gaudí 30 Jahre lang allein mit seinem Vater lebt und wie ein außergewöhnliches Haus zu Gaudís "Visitenkarte" wird. Wer durch Barcelona streift, begegnet Antoni Gaudí oft: Seine auffälligen Häuser sind überall in der Stadt verteilt. Das größte und berühmteste Bauwerk ist sicher die Sagrada Família. Eine Kathedrale, die so besonders und ungewöhnlich ist, wie ihr Architekt Antoni Gaudí selber. Obwohl Antoni Gaudí einer der berühmtesten Architekten seiner Zeit ist, tut er sich mit dem Studium schwer. Mit Ach und Krach schafft er seinen Abschluss und eröffnet mit 26 Jahren ein eigenes Architektenbüro. Seine Gebäude mit den komplexen Formen und Mustern polarisieren von Anfang an. Während Gaudí Anwesen für wohlhabende Barceloner entwirft, arbeitet er längst an seinem Hauptwerk: An der Sagrada Família, der vielleicht außergewöhnlichsten Kathedrale der Welt. Ab 1883 ist Gaudí Chef der Baustelle. Als Gaudí am 10. Juni 1926 mit 74 Jahren nach einem Unfall stirbt, steht etwa ein Achtel der Sagrada Família. Aber weil es zahlreiche Modelle gibt, können seine Mitarbeiter und deren Nachfolger weitermachen. Bis heute setzen sie seine Ideen um. Inzwischen peilt man für die Fertigstellung das Jahr 2034 an. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kathrin Benz, Gaudí-Biografin Kathrin Benz: Antoni Gaudí - der Architekt Gottes, Freiburg im Breisgau 2025 Rainer Zerbst, Peter Gössel: Antoni Gaudí i Cornet - Das vollständige Werk 1852 - 1926“, Köln 2025 Cristina Montez und Aurora Cuito: Antoni Gaudí, Köln 2002 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Jakob Schiffer, Frank Zirpins Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:
  • wie Antoni Gaudí sich selbstbewusst mit der Stadtverwaltung Barcelonas anlegt,
  • welche Schicksalsschläge dafür sorgen, dass Gaudí 30 Jahre lang allein mit seinem Vater lebt,
  • wie ein außergewöhnliches Haus zu Gaudís "Visitenkarte" wird,
  • wie das Märchen "Hänsel und Gretel" in Gaudís Arbeit einfließt,
  • was Gaudís Säulen mit einem Gehstock gemeinsam haben.

Wer durch Barcelona streift, begegnet Antoni Gaudí oft: Seine auffälligen Häuser sind überall in der Stadt verteilt. Das größte und berühmteste Bauwerk ist sicher die Sagrada Família. Eine Kathedrale, die so besonders und ungewöhnlich ist, wie ihr Architekt Antoni Gaudí selber.

Obwohl Antoni Gaudí einer der berühmtesten Architekten seiner Zeit ist, tut er sich mit dem Studium schwer. Mit Ach und Krach schafft er seinen Abschluss und eröffnet mit 26 Jahren ein eigenes Architektenbüro. Seine Gebäude mit den komplexen Formen und Mustern polarisieren von Anfang an.

Während Gaudí Anwesen für wohlhabende Barceloner entwirft, arbeitet er längst an seinem Hauptwerk: An der Sagrada Família, der vielleicht außergewöhnlichsten Kathedrale der Welt. Ab 1883 ist Gaudí Chef der Baustelle.

Als Gaudí am 10. Juni 1926 mit 74 Jahren nach einem Unfall stirbt, steht etwa ein Achtel der Sagrada Família. Aber weil es zahlreiche Modelle gibt, können seine Mitarbeiter und deren Nachfolger weitermachen. Bis heute setzen sie seine Ideen um. Inzwischen peilt man für die Fertigstellung das Jahr 2034 an.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Kathrin Benz, Gaudí-Biografin
  • Kathrin Benz: Antoni Gaudí - der Architekt Gottes, Freiburg im Breisgau 2025
  • Rainer Zerbst, Peter Gössel: Antoni Gaudí i Cornet - Das vollständige Werk 1852 - 1926“, Köln 2025
  • Cristina Montez und Aurora Cuito: Antoni Gaudí, Köln 2002

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Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Andrea Klasen
Redaktion: Jakob Schiffer, Frank Zirpins
Technik: Sarah Fitzek

Gauguin in Tahiti: Die dunkle Wahrheit hinter dem Südseetraum

Gauguin in Tahiti: Die dunkle Wahrheit hinter dem Südseetraum WDR Zeitzeichen 09.06.2026 14:38 Min. Verfügbar bis 09.06.2099 WDR 5

Am 9.6.1891 erreicht Paul Gauguin Tahiti - und findet statt Paradies die koloniale Realität. Doch warum schaffen seine Werke einen Mythos, der bis heute unser Bild prägt?

In diesem Zeitzeichen erzählt Laura Dresch, warum Paul Gauguin 1891 nach Tahiti reist, wieso sein Traum vom unberührten Südseeparadies schon bei der Ankunft zerbricht, und wie seine Bilder bis heute unsere Vorstellung von Tahiti prägen. Als Paul Gauguin am 9. Juni 1891 in Papeete ankommt, sucht er tropische Natur, Ursprünglichkeit, ein Leben fern von Paris, Kunstmarkt und Industrialisierung. Doch am Hafen erwartet ihn nicht die erträumte Wildnis, sondern französische Architektur, koloniale Verwaltung und europäische Mode. "Das war ja Europa", notiert er enttäuscht. Gauguin bleibt trotzdem. In einem Dorf beginnt er, Tahiti in kräftigen Farben neu zu erfinden: Fischerinnen, Gärten, Rituale, Frauen am Strand. Doch viele dieser Bilder zeigen nur eine Collage aus Fantasie und kolonialen Klischees. Gauguin wird damit zum Wegbereiter der Moderne und zugleich zum Schöpfer eines Mythos, der das europäische Bild der Südsee bis heute prägt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Nadine Engel (Museum Folkwang) Paul Gauguin: Noa Noa, Paris 1901 Georg W. Költzsch (Hrsg.): Paul Gauguin. Das verlorene Paradies (Ausstellungskatalog Museum Folkwang Essen; Neue Nationalgalerie Berlin), Essen 1998 Raphaël Bouvier und Martin Schwander (Hrsg.): Paul Gauguin (Ausstellungskatalog Fondation Beyeler, Riehen/Basel), Riehen/Basel 2015 Ralph Gleis und Anna Kærsgaard Gregersen (Hrsg.): Paul Gauguin. Why are you angry? (Ausstellungskatalog Alte Nationalgalerie Berlin), Berlin 2022 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Laura Dresch   Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Laura Dresch:
  • warum Paul Gauguin 1891 nach Tahiti reist,
  • wieso sein Traum vom unberührten Südseeparadies schon bei der Ankunft zerbricht,
  • wie seine Bilder bis heute unsere Vorstellung von Tahiti prägen.

Als Paul Gauguin am 9. Juni 1891 in Papeete ankommt, sucht er tropische Natur, Ursprünglichkeit, ein Leben fern von Paris, Kunstmarkt und Industrialisierung. Doch am Hafen erwartet ihn nicht die erträumte Wildnis, sondern französische Architektur, koloniale Verwaltung und europäische Mode. "Das war ja Europa", notiert er enttäuscht.

Gauguin bleibt trotzdem. In einem Dorf beginnt er, Tahiti in kräftigen Farben neu zu erfinden: Fischerinnen, Gärten, Rituale, Frauen am Strand. Doch viele dieser Bilder zeigen nur eine Collage aus Fantasie und kolonialen Klischees. Gauguin wird damit zum Wegbereiter der Moderne und zugleich zum Schöpfer eines Mythos, der das europäische Bild der Südsee bis heute prägt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Nadine Engel (Museum Folkwang)
  • Paul Gauguin: Noa Noa, Paris 1901
  • Georg-W. Költzsch (Hrsg.): Paul Gauguin. Das verlorene Paradies (Ausstellungskatalog Museum Folkwang Essen; Neue Nationalgalerie Berlin), Essen 1998
  • Raphaël Bouvier und Martin Schwander (Hrsg.): Paul Gauguin (Ausstellungskatalog Fondation Beyeler, Riehen/Basel), Riehen/Basel 2015
  • Ralph Gleis und Anna Kærsgaard Gregersen (Hrsg.): Paul Gauguin. Why are you angry? (Ausstellungskatalog Alte Nationalgalerie Berlin), Berlin 2022

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Laura Dresch  
Redaktion: Matti Hesse