Unforgettable: Die Verstorbenen der Flutkatastrophe

Aktuelle Stunde 14.07.2026 43:03 Min. UT Verfügbar bis 14.07.2028 WDR Von Henry Bischoff

5 Jahre nach der Flutkatastrophe Was hat sich seit dem Hochwasser 2021 getan?

Stand:

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 ereilt Deutschland eine der schwersten Unwetterkatastrophen der Geschichte. Das Tiefdruckgebiet Bernd sorgt, vor allem in Rheinland-Pfalz und NRW, für Sturzfluten und massive Überschwemmungen. Komplette Dörfer und Städte werden geflutet, Häuser von den Wassermassen mitgerissen. Doch wo steht NRW heute, fünf Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser?

Von Verena Köplin
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Flut 2021 in NRW: Wie konnte eine Nacht ein ganzes Land verändern?

Der 14. Juli 2021 beginnt, auf den ersten Blick, wie ein ganz normaler Julitag. Der Bundestagswahlkampf bestimmt die Schlagzeilen, die Europäische Kommission stellt ihr Klima- und Energiepaket "Fit for 55" vor, in neun Tagen sollen die Olympischen Spiele in Tokio, trotz des Vormarschs der Delta-Variante von Corona, starten.

Es regnet, seit Tagen. Auch Warnungen des Deutschen Wetterdienstes gibt es. Aber Regen allein erscheint, zu diesem Zeitpunkt, den Wenigsten als eine echte Bedrohung.

Doch der Schein trügt: Bereits am Morgen des 14. Juli werden in NRW zahlreiche Einsatzkräfte zu Überschwemmungen gerufen. Allein in Hagen gingen in der Nacht hunderte Notrufe ein. Dort sind Hänge abgerutscht, Bäume umgestürzt und zahlreiche Keller vollgelaufen. Die Dreilägerbachtalsperre bei Aachen droht bereits am frühen Morgen überzulaufen. In Erkrath wird eine Flüchtlingsunterkunft evakuiert, die Kanalisation ist komplett überlastet.

Die Regenmengen, die in diesen Tagen auf NRW heruntergehen, sind enorm. 100, örtlich sogar bis zu 200 Liter pro Quadratmeter: Also ungefähr so viel Wasser, wie man für ein Vollbad in einer durchschnittlichen Badewanne brauchen würde. Eine Badewanne pro Quadratmeter. Mehr Regen, als sonst in einem ganzen Monat in NRW fällt.

Die Wassermassen bringen unsere Infrastruktur an ihre Grenzen. Bereits am Nachmittag müssen Autobahnen gesperrt werden, der Zugverkehr im Raum Bonn kommt zum Erliegen. Dämme aus Sandsäcken werden errichtet. In Hagen trifft die Bundeswehr mit zwei Räumpanzern ein, in Würselen stürzt das Dach eines Einkaufszentrums unter den Regenmassen zusammen.

Immer mehr Regen: Der 14. Juli 2021

Das Jahrhunderthochwasser 2021 richtete in NRW Milliardenschäden an und tötete 49 Menschen. So sah es am Höhepunkt am 14. auf den 15. Juli in den betroffenen Gebieten aus.

Blick auf das überflutete Rheinufer, im Hintergrund sind leicht verschwommen der Dom und die Deutzer Brücke zu sehen

Das Tief "Bernd" brachte vom 14. auf den 15. Juli 2021 teilweise in 24 Stunden bis zu 200 Liter Regen - und damit auch den Rhein in Köln an seine Grenzen.

Einige Menschen stehen an der Stauwehre vom Baldeneysee und blicken auf die Wassermassen

Selbst der Baldeneysee in Essen, eigentlich ein ruhiger Stausee, wurde durch "Bernd" beinahe zu einem reißenden Fluss - und zog Schaulustige an.

Durch eine Straße läuft braunes Wasser, rechts und und linkd davon liegt Gestein

Andererorts im Ruhrgebiet, in Hagen, sorgte unter anderem die über die Ufer getretene Volme dafür, dass Straßen unpassierbar wurden.

Ein schwarzer Transporter fährt über eine teils überflutete Landstraße, rechts und links von ihm gehen Wasserfontänen ab

Der zunehmende Regen überflutetet im Verlauf des 14. Juli nach und nach Straßen in vielen Teilen NRWs. In Erftstadt im Rhein-Erft-Kreis traten die Erft und kleinere Nebenflüsse über die Ufer.

Auf einer überfluteten Straße in Stolberg schwimmen vier Autos, zwei haben noch ihre Lichter an

Irgendwann ging nichts mehr: In Stolberg im Raum Aachen brachten die Flüsse Inde und Vichtbach zusammen so viel Wasser auf die Straßen, dass Autos darin versanken.

Zwei Frauen halten sich in den Armen während sie durch eine überflutete Straße waten

Vielerorts kam man bald mit dem Auto gar nicht mehr voran. In Wuppertal liefen Menschen zunächst noch zu Fuß über die überschwemmten Straßen.

Auf einer überfluteten Straße schießt das Wasser über eine Mauer

Doch die Wassermassen wurden im Verlauf des Tages immer stärker und fluteten dann ganze Ortsteile und Städte wie in Altena im Märkischen Kreis. Es waren kaum noch Menschen unterwegs.

Eine überflutete Straße in Erkrath ist in der Mitte mit einem rot-weißen Flatterband abgesperrt.

Auch Erkrath im Kreis Mettmann stand im Verlauf des 14. Juli unter Wasser - die Düssel stieg über drei Meter. Straßen, die als unpassierbar galten, wurden abgesperrt.

Teilweise gefluteter Tagebau Inden, ein großes braunes Loch, das mit Wasser geflutete wurde

Sogar der Tagebau Inden im Kreis Düren wurde unfreiwillig geflutet: Der Fluss Inde stieg so weit an, dass er durch einen Deich und in den Tagebau stürzte.

En Platz in Solingen steht unter Wasser, um das Wasser herum stehen Häuser und ein Briefkasten

Das Wasser stieg und stieg und stieg. So auch das der Wupper, die im Solinger Ortsteil Unterburg dafür sorgte, dass zahlreiche Gebäude beschädigt wurden.

Auf einer überfluteten Straße in Solingen-Unterburg steht ein Feuerwehrwagen, von dem weiße Schläuche abgehen, an der Seite stehen zwei Feuerwehrmänner.

Um Menschen und Gebäude zu retten, rückte bald, wie hier in Solingen, die Feuerwehr aus: Sie versuchte größere Schäden abzufangen oder Menschen zu evakuieren.

Ein rot-gelbes Motorboot fährt über einen mit Wasser überfluteten Platz, in dem Boot sitzen drei Menschen, zwei haben ein Ruder in der Hand, im Wasser schwimmen schwarze Mülltonnen

Wo es nicht mehr mit Fahrzeug weiterging, mussten andere Mittel her: So war die DLRG zum Beispiel in Aachen auf dem Wasser unterwegs, um nach Menschen in Not zu suchen.

Eine Straße ist von braunem Wasser geflutete, in der Mitte steckt ein schwarzes Auto fest, rechts im Bild ein Mann in blau-gelber Uniform vom Technischen Hilfswerk

Auch das Technische Hilfswerk (THW) schaltete sich am 14. Juli in die Hilfsmaßnahmen ein. Mit rund 17.000 Einsatzkräften gilt ihr Einsatz in der Flutkatastrophe bis heute als größter in der Geschichte des THW.

Das Tief "Bernd" brachte vom 14. auf den 15. Juli 2021 teilweise in 24 Stunden bis zu 200 Liter Regen - und damit auch den Rhein in Köln an seine Grenzen.

Selbst der Baldeneysee in Essen, eigentlich ein ruhiger Stausee, wurde durch "Bernd" beinahe zu einem reißenden Fluss - und zog Schaulustige an.

Andererorts im Ruhrgebiet, in Hagen, sorgte unter anderem die über die Ufer getretene Volme dafür, dass Straßen unpassierbar wurden.

Der zunehmende Regen überflutetet im Verlauf des 14. Juli nach und nach Straßen in vielen Teilen NRWs. In Erftstadt im Rhein-Erft-Kreis traten die Erft und kleinere Nebenflüsse über die Ufer.

Irgendwann ging nichts mehr: In Stolberg im Raum Aachen brachten die Flüsse Inde und Vichtbach zusammen so viel Wasser auf die Straßen, dass Autos darin versanken.

Vielerorts kam man bald mit dem Auto gar nicht mehr voran. In Wuppertal liefen Menschen zunächst noch zu Fuß über die überschwemmten Straßen.

Doch die Wassermassen wurden im Verlauf des Tages immer stärker und fluteten dann ganze Ortsteile und Städte wie in Altena im Märkischen Kreis. Es waren kaum noch Menschen unterwegs.

Auch Erkrath im Kreis Mettmann stand im Verlauf des 14. Juli unter Wasser - die Düssel stieg über drei Meter. Straßen, die als unpassierbar galten, wurden abgesperrt.

Sogar der Tagebau Inden im Kreis Düren wurde unfreiwillig geflutet: Der Fluss Inde stieg so weit an, dass er durch einen Deich und in den Tagebau stürzte.

Das Wasser stieg und stieg und stieg. So auch das der Wupper, die im Solinger Ortsteil Unterburg dafür sorgte, dass zahlreiche Gebäude beschädigt wurden.

Um Menschen und Gebäude zu retten, rückte bald, wie hier in Solingen, die Feuerwehr aus: Sie versuchte größere Schäden abzufangen oder Menschen zu evakuieren.

Wo es nicht mehr mit Fahrzeug weiterging, mussten andere Mittel her: So war die DLRG zum Beispiel in Aachen auf dem Wasser unterwegs, um nach Menschen in Not zu suchen.

Auch das Technische Hilfswerk (THW) schaltete sich am 14. Juli in die Hilfsmaßnahmen ein. Mit rund 17.000 Einsatzkräften gilt ihr Einsatz in der Flutkatastrophe bis heute als größter in der Geschichte des THW.

Am frühen Abend dann, gibt es die erste Meldung eines Todesopfers: Ein 46 Jahre alter Feuerwehrmann in Altena ist ertrunken. Das Wasser hatte ihm im Einsatz die Beine weggerissen, nachdem er einen anderen Menschen aus den Fluten gerettet hatte. Er wird einer von 49 Menschen sein, die allein in NRW bei der Flut ums Leben kommen. Insgesamt hat die Flutkatastrophe und ihre Folgen in Deutschland 180 Menschen getötet.

Langsam kommt die Erkenntnis: Dieser Starkregen, diese Situation - das ist nicht normal. Der Leiter des Hochwasserinformationsdienstes des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz sagt in diesen Stunden, die Situation sei "absolut ungewöhnlich" und "sehr ernstzunehmend." Der damalige Ministerpräsident Armin Laschet kündigt an, am Donnerstag nach Hagen reisen zu wollen.

Gegen viertel vor elf am Abend hebt der Deutsche Wetterdienst die Unwetterwarnungen für NRW dann auf. Es sei nicht mit weiteren Starkregengüssen zu rechnen. Doch die Katastrophe nimmt weiter ihren Lauf. Mehrere Talsperren in NRW laufen über, Menschen werden mit Booten und Hubschraubern aus ihren Häusern gerettet, Gebäude stürzen ein und vielerorts fällt der Strom aus. Immer mehr Vermisste und Todesopfer werden gemeldet. Deutschland befindet sich im Ausnahmezustand.

Erst in den Tagen danach wird das gesamte Ausmaß der Flutkatastrophe sichtbar. Das Wasser verschwindet und hinterlässt eine Schneise der Zerstörung. Heute, 5 Jahre später, ist klar: Die wirtschaftliche Gesamthöhe der Schäden liegt bei über 12 Milliarden Euro. Und das ist nur der bezifferbare Schaden. Ganze Existenzen wurden durch die Flutkatastrophe 2021 ausgelöscht.

Nach dem Starkregen: So sah NRW nach der Flut aus

Das Ausmaß der Zerstörung wurde erst in den Tagen nach der Hochwasser-Katastrophe in NRW sichtbar.

Freigelegte Gas-, Strom- und Telefonleitungen nach Hochwasser in Bad Münstereifel

Drei Tage nach der Flutnacht liegen in Bad Münstereifel Strom-, Gas- und Telefonkabel offen.

Auf der Autobahn A 61 Autobahndreieck Erfttal wurde eine Lärmschutzwand weggerissen.

Auf der A61 im Dreieck Erfttal ist auf fast 100 Metern Länge eine Lärmschutzwand weggespült worden.

Die B265 in der Nähe des Erftstadter Friedhofs wird geräumt.

Die Bundesstraße 265 bei Erftstadt gleicht einem Fahrzeug-Friedhof. Und das ist schon als Verbesserung der Lage zu werten ...

Auf einer bei den Unwettern überfluteten Straße sind nur noch die Dächer der Autos im Wasser zu erkennen

... Denn noch am Samstagmorgen nach der Flut stand auf der B265 das Wasser. Nur die Dächer der Autos waren zu sehen.

Panzer im Einsatz bei den Aufräumarbeiten der von den Unwettern betroffenen Gebiete in NRW

Um an den Stellen, wo das Wasser schon abgelaufen ist, die Fahrzeuge weg zu räumen, setzt die Bundeswehr Panzer ein.

In Ophoven versuchen Mitarbeiter der Feuerwehr die Wassermassen mit Sandsäcken einzudämmen

Im Kreis Heinsberg in der Nähe zur niederländischen Grenze ist zur gleichen Zeit noch nicht an Aufräumen zu denken. Nachdem ein Damm der Eifel-Rur gebrochen ist, musste der Ort Ophoven evakuiert werden.

Drohnenbilder zeigen Ausmaß der Schäden in Hagen

Drohnenbilder zeigen das ganze Ausmaß der Unwetter-Katastrophe - wie hier in Hagen.

Ein Auto unter den durch starkes Unwetter verursachten Trümmern

Diese Straße hat sich in einen reißenden Bachlauf verwandelt.

Hagen: Ein Anwohner steht vor seinem zerstörten Auto im Ortsteil Hohenlimburg

Ein Anwohner steht im Hagener Ortsteil Hohenlimburg vor seinem zerstörten Auto.

Blick auf den Krater in Erftstadt-Blessem

Häuser, die in der Mitte durchgebrochen sind, von Rohren zertrümmerte Autos, überall Schlamm ...

Im WDR-Fernsehen wird es am heutigen Freitag (16.7.) von 14 bis 17 Uhr zu jeder vollen Stunde Ausgaben von "WDR Aktuell" geben. In den Sendungen wird u.a. live in die besonders stark betroffenen Orte in NRW wie Erftstadt und Bad Münstereifel geschaltet.

... In Erftstadt-Blessem ist die Lage in den Tagen nach der Flut besonders dramatisch. Mehrere Häuser und ein Teil der historischen Burg sind eingestürzt.

Hochwasserschäden in Bergisch Gladbach Hebborn

Auch an einem Haus in Bergisch Gladbach sehen die Schäden des Hochwassers verheerend aus.

Sperrmüll aus nassen Garagen, Kellern und Häusern steht in Erkrath bei den Aufräumarbeiten auf der Straße

In Erkrath stapelt sich Sperrmüll aus Kellern und Garagen. Durch Wasser und Schlamm ist alles unbrauchbar geworden.

Folgen des Unwetters am Donnerstagmorgen in Erkrath

Eine Straße meterhoch unter Wasser: so sah es hier am Tag direkt nach der Flut aus.

Swisttal: Mit Hilfe einer Seilwinde werden Menschen per Hubschrauber aus dem Ortsteil Heimerzheim gerettet

In Swisstal im Rhein-Sieg-Kreis müssen Menschen per Hubschrauber mithilfe einer Seilwinde gerettet werden.

Das Wasser fließt eine Straße im Ort entlang, zerdrückte Autos liegen auf einer Zufahrt. Der Vichtbach war hier über die Ufer getreten.

In Vicht, einem Stadtteil von Stolberg bei Aachen, hat das Unwetter ebenfalls eine Spur der Verwüstung hinterlassen

Eine überflutete Straße in Stolberg.

Ein anderer Teil Stolbergs: Hier ist das Wasser noch nicht abgelaufen.

Männer vom Technischen Hilfswerk stehen um eine stark beschädigte Straße

Welche Wucht die Wassermassen hatten, ist auch an den Schäden dieser Straße in Altena im Märkischen Kreis gut zu erkennen.

Euskirchen: Ein Wohnwagen hängt im Uferbereich der Erft an einer Brücke

In Euskirchen hängt nach dem Starkregen ein Wohnwagen im Uferbereich der Erft.

Drei Rinder stehen bis zum Bauch in Wasser, ein Mann versucht, sie in Sicherheit zu bringen.

In Goch müssen, noch vier Tage nach der Flut, Kühe aus einer misslichen Lage gerettet werden. Hier war die Niers übergelaufen.

Drei Tage nach der Flutnacht liegen in Bad Münstereifel Strom-, Gas- und Telefonkabel offen.

Auf der A61 im Dreieck Erfttal ist auf fast 100 Metern Länge eine Lärmschutzwand weggespült worden.

Die Bundesstraße 265 bei Erftstadt gleicht einem Fahrzeug-Friedhof. Und das ist schon als Verbesserung der Lage zu werten ...

... Denn noch am Samstagmorgen nach der Flut stand auf der B265 das Wasser. Nur die Dächer der Autos waren zu sehen.

Um an den Stellen, wo das Wasser schon abgelaufen ist, die Fahrzeuge weg zu räumen, setzt die Bundeswehr Panzer ein.

Im Kreis Heinsberg in der Nähe zur niederländischen Grenze ist zur gleichen Zeit noch nicht an Aufräumen zu denken. Nachdem ein Damm der Eifel-Rur gebrochen ist, musste der Ort Ophoven evakuiert werden.

Drohnenbilder zeigen das ganze Ausmaß der Unwetter-Katastrophe - wie hier in Hagen.

Diese Straße hat sich in einen reißenden Bachlauf verwandelt.

Ein Anwohner steht im Hagener Ortsteil Hohenlimburg vor seinem zerstörten Auto.

Häuser, die in der Mitte durchgebrochen sind, von Rohren zertrümmerte Autos, überall Schlamm ...

... In Erftstadt-Blessem ist die Lage in den Tagen nach der Flut besonders dramatisch. Mehrere Häuser und ein Teil der historischen Burg sind eingestürzt.

Auch an einem Haus in Bergisch Gladbach sehen die Schäden des Hochwassers verheerend aus.

In Erkrath stapelt sich Sperrmüll aus Kellern und Garagen. Durch Wasser und Schlamm ist alles unbrauchbar geworden.

Eine Straße meterhoch unter Wasser: so sah es hier am Tag direkt nach der Flut aus.

In Swisstal im Rhein-Sieg-Kreis müssen Menschen per Hubschrauber mithilfe einer Seilwinde gerettet werden.

In Vicht, einem Stadtteil von Stolberg bei Aachen, hat das Unwetter ebenfalls eine Spur der Verwüstung hinterlassen

Ein anderer Teil Stolbergs: Hier ist das Wasser noch nicht abgelaufen.

Welche Wucht die Wassermassen hatten, ist auch an den Schäden dieser Straße in Altena im Märkischen Kreis gut zu erkennen.

In Euskirchen hängt nach dem Starkregen ein Wohnwagen im Uferbereich der Erft.

In Goch müssen, noch vier Tage nach der Flut, Kühe aus einer misslichen Lage gerettet werden. Hier war die Niers übergelaufen.

Nicht vergessen ist jedoch auch, wie viel Hilfsbereitschaft es in den Wochen nach dem Starkregen in den betroffenen Regionen gab. Wie viele Menschen Tag für Tag in die Flutregionen gefahren sind, um Keller leer zu schüppen, Schutt wegzuräumen und Mut zu machen. Viele Menschen sagen heute, dass ihnen das Kraft gegeben habe. Kraft, sich etwas Neues aufzubauen.

Das war die Flut 2021: Ein Rückblick

WDR 14.07.2026 02:14 Min. Verfügbar bis 13.07.2028

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Wie sehen die betroffenen Orte heute aus?

Grafische Aufbereitung einer Vorher-Nachher-Ansicht in Bad Münstereifel: Blick von einer Brücke aus auf Fachwerkhäuser

Bad Münstereifel, damals und heute

Fünf Jahre nach der Flut besuchen wir Buchhändler Josef Mütter in Bad Münstereifel. Die Hochwasserkatastrophe zerstörte nicht nur seinen Laden, sondern bedrohte auch seine Existenz. Seit Jahren kämpft er sich zurück ins Leben, in einer Stadt, die nur auf den ersten Blick wieder aufgebaut scheint. Hier geht es zum Text.

Grafische Aufarbeitung einer Vorher-Nachher-Ansicht aus Erftstadt-Blessem: Luftaufnahme von Burg Blessem

Erftstadt-Blessem damals und heute

Die Abbruchkante in Erftstadt-Blessem ist zum traurigen Symbolbild der Flut 2021 geworden. Viele Menschen hier wollen das Geschehen endlich vergessen. "Lieber keine großen Gedenkveranstaltungen. Lieber keine Gespräche mit Journalisten", sagen sie. Einer, der direkt an der Abbruchkante lebt, will aber die Erinnerung wachhalten und aufklären, welche Fehler zu der Katastrophe geführt haben. Seine ganze Geschichte, hier.

Grafische Aufarbeitung einer Vorher-Nachher-Ansicht in Hagen: Ein Swimmingpool in einem Hagener Garten

Hagen damals und heute

Hagen wurde 2021 als erste Stadt in Deutschland von der Flut heimgesucht. Doch der Zusammenhalt war so stark, dass die Hagener über sich hinaus wuchsen. Fünf Jahre später ist vom Hochwasser kaum noch etwas zu sehen - doch die Erinnerungen daran, als eine ganze Stadt sich selbst aus dem Schlamm wühlte, bleiben. Hier mehr zum Zusammenhalt in der Stadt.

zwei nebeneinader liegnede Bilder zeugen einen Platz mit Häusern, bei denen der eine Platz überflutet ist und der Andere nicht

Als das Hochwasser auch Solingen Unterburg flutet, wartet Marvin Oberlies nicht lang und packt sofort mit an. Auf eigene Faust schafft er wochenlang Schlamm, Geröll, Treibholz und Müll aus dem Stadtteil. Einzige Ausnahme: Ein Krankenhausaufenthalt. Oberlies hat einen Tumor im Kopf und muss operiert werden. Hier mehr zu seiner unglaublichen Helfergeschichte.

Grafische Aufbereitung einer Vorher-Nachher-Ansicht aus Schleiden: Ein Haus mit komplett zerstörter Hausfassade und der Neubau 5 Jahre später

Schleiden, damals und heute

Erftstadt, Hagen, Bad Münstereifel: Orte, die im Zusammenhang mit der Flut 2021 sofort präsent sind. Doch es gibt Menschen in NRW, die jedes Mal aufs Neue erklären müssen, dass auch sie ihr gesamtes Hab und Gut bei der Flutkatastrophe verloren haben. Wir haben die Menschen in den vergessenen Dörfern, wie beispielsweise Rheinbach und Schleiden, besucht. Der Schmerz trifft hier gleich doppelt. Warum, erfahrt ihr hier.

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Hochwasserschutz und Wiederaufbau in NRW: Was wurde schon getan?

Flutkatastrophe-voller Bachlauf

Wie wäre die Flutkatastrophe 2021 ausgegangen, wenn wir in Sachen Hochwasser- und Katastrophenschutz besser aufgestellt gewesen wären? NRW rüstet auf, aber es gibt Kritik: Vor allem an den langen Planungsverfahren. Hier findet ihr mehr zum Hochwasserschutz.

Frauin einem durch die Flut beschädigten Haus, und einmal 5 Jahre nach der Flut-Katastrophe

Löre Linke gehört zu denen, die die Flut in Wuppertal Beyenburg voll erwischt hat. Ihr bergisches Schieferhaus stand unter Wasser. Was folgt, ist monatelanges Wohnen auf einer Baustelle und das ständige Hoffen auf Wiederaufbauhilfe. Löre Linke ist ein Fall von Tausenden, die das Warten auf Unterstützung mürbe gemacht hat. Mehr zum Thema Wiederaufbau und den Regularien, findet ihr hier.

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Klimawandel: Müssen wir mit weiteren Flutkatastrophen rechnen?

Fotografie von Jürgen Vogt

Meteorologe und WDR-Wetterexperte Jürgen Vogt

Zwar ist im Zusammenhang mit dem Starkregen im Juli 2021 immer wieder die Rede von einer Jahrhundertflut. Das bedeutet aber nicht, dass NRW für die nächsten 95 Jahre Ruhe hat, so WDR-Wetterexperte Jürgen Vogt. "Durch den Klimawandel steigen die Temperaturen, und für jedes Grad Erderwärmung, kann die Atmosphäre 7 Prozent mehr Wasser aufnehmen."

Damit bezieht er sich auf die so genannte Clausius-Clapeyron-Gleichung - und diese physikalische Regel hat ganz konkrekte Auswirkungen auf unser Klima. Denn mehr Wasser in der Atmosphäre bedeutet auch: Mehr Wasser, das abregnen kann.

"Eine wärmere Zukunft wird auch eine feuchtere Zukunft sein", so Vogt. Er rechnet zukünftig mit deutlich mehr Starkregenereignissen als früher. Besonders Mittelgebirge mit engeren Tälern - etwa das Bergische Land, die Eifel, das Sauerland - sind gefährdete Regionen, weil der Regen dort deutlich schlechter abfließen kann. "Deswegen müssen wir als Gesellschaft in Alarmsituationen effektiver werden, schneller reagieren. Und wir müssen uns baulich darauf einstellen."

Verlust, Trauma, Neuanfang - Leben nach der Flut

Bundesvibe 14.07.2026 29:30 Min. UT Verfügbar bis 03.07.2028 ARD Online Von Verena Egbringhoff

Unsere Quellen:

  • WDR-Berichterstattung aus dem Juli 2021
  • Deutscher Wetterdienst
  • Interview mit Jürgen Vogt, WDR-Meteorologe
  • Land NRW (Heimat-, Umwelt und Wirtschaftsministerium)
  • Die Internetseite der Bundesregierung

Sendung: WDR.de, Das war die Flut 2021: Ein Rückblick , 14.07.2026, 05:01 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 14.07.2026, 18:45 Uhr

Dieser Beitrag liefert Ergänzungen zum YouTube-Film ''Bundesvibe: Verlust, Trauma, Neuanfang - Leben nach der Flut'' vom 05.07.2026

Fünf Jahre nach der Flut: Interview mit Stolbergs Bürgermeister Haas

WDR 5 Morgenecho - Interview 14.07.2026 07:07 Min. Verfügbar bis 14.07.2027 WDR 5

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Hinweis der Redaktion vom 21.07.2026, 11:02 Uhr: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir fälschlicherweise von der Vichtbachtalsperre bei Aachen gesprochen. Das ist nicht korrekt. Die Talsperre heißt richtig Dreilägerbachtalsperre. Wir haben das korrigiert.

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