Die Polizei geht vielen Hinweise zu den gestohlenen Fossilien nach

Bildquelle: Goldfuß-Museum/Uni Bonn

WDR 2 Min. 45 Sek. Verfügbar bis 24.08.2028

Hinweise zum Bonner Museums-Einbruch Wer hat die Fossilien geklaut?

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100 Kilo Fossilien sind weg, mehr als 100 Exponate und viele von ihnen sind mehr als 10.000 Euro wert. Nun haben sich Zeugen mit Hinweisen bei der Bonner Polizei gemeldet. Die ersten Spuren in dem geheimnisvollen Fall.

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Paula Randerath

Beinahe zärtlich nimmt Professor Martin Langer ein großes Fossil aus einer Vitrine heraus. Es zeigt eine Pflanze, viele Millionen Jahre alt und knapp 30 Zentimeter groß. Die ganze Vitrine war voll von solchen Fossilien gewesen - bis die Einbrecher kamen.

Ein mittelalter Mann mit Brille und blauem T-Shirt lächelt in die Kamera, im Hintergrund alte Vitrinen

Martin Langer forscht als Mikropaläntonologe an den kleinsten Fossilien der Welt

Bildquelle: WDR / Randerath

Langer ist schon seit 25 Jahren an der Universität Bonn. Einen solchen Diebstahl hat er noch nie erlebt, erzählt er: "Der Schock setzt erst später ein, wenn man realisiert hat, wie viel Material hier fehlt und wie wertvoll es ist", erzählt Langer. Mehr als 100 Fossilien fehlen. Geklaut wurden nur die schönsten. Viele von ihnen sind mehr als 10.000 Euro wert.

"Es wurden einige Objekte aus dem Museum entwendet, die sind über eine Milliarde Jahre alt." Professor Martin Langer, Universität Bonn

Polizei bekommt neue Hinweise zum Fossilien-Diebstahl

Es gibt Hoffnung: Seit dem Aufruf durch die Uni Bonn, zu der das Goldfußmuseum gehört, haben sich Zeugen mit Hinweisen bei der Bonner Polizei gemeldet. Diesen Hinweisen gehen die Beamten jetzt nach.

Gleichzeitig hat Professor Langer seine internationalen Kollegen in der Wissenschaft informiert. Denn gerade auf Fachmessen können die Fossilien Jahre später wieder auftauchen und an ahnungslose Kunden weiterverkauft werden.

Interpol gegen den Verkauf des Diebesguts

Damit das nicht passiert, gibt es eine internationale Datenbank für Kunstdiebstahl von Interpol. Hier können Auktionshäuser, Museen und Beamte vor dem Kauf die Exponate auf ihre Herkunft überprüfen.

Die Datenbank ist mit tausenden Fotos bestückt, über 50.000 Exponate sind hier vermerkt. Vielleicht wird man über sie auch die gestohlenen Fossilien des Bonner Goldfußmuseums finden. Mehr Infos wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt geben.

Eine Vitrine im Goldfußmuseum. Die Gegenstände in ihr sind noch verpackt. Ein Zettel hängt am Glas. "Überprüfung abgeschlossen."

Das ganze Museum wird zum Tatort: Polizei Bonn sammelt an jeder einzelnen Vitrine Spuren

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Verhausungen aus Holz, in denen die Vitrinen aufbewahrt wurden

In diesen Holzverkleidungen waren die Vitrinen samt Objekte drei Jahre lang vor der Baustelle geschützt

Bildquelle: Uni Bonn

Mehr als nur Geld: So wertvoll sind die gestohlenen Fossilien

Für die Forschung ist der Raub der Fossilien ein riesiger Verlust, so Professor Langer: "Das ist besonders interessantes Material für die Klima- und die Biodiversitätsforschung". Anhand der Fossilien können Wissenschaftler Schlüsse über das Klima von vor Millionen von Jahren ziehen - und auch Erkenntnisse über das Klima der Zukunft gewinnen. Und es kommen Wissenschaftler aus der ganzen Welt nach Bonn, um die Exponate in ihre Forschung einzubinden.

Holzplatten decken zerstörte Glasscheiben in den Vitrinen ab, alles ist voller Staub

An 15 Vitrinen wurde das Glas zerstört, weitere 10 wurden aufgebrochen. Alle Vitrinen wurden von der Polizei untersucht.

Bildquelle: WDR / Randerath

Professor Langer wundert sich: Das Diebesgut muss siebzig bis hundert Kilogramm gewogen haben. Wie das unbemerkt aus dem Gebäude geschafft werden konnte, ist ihm bis heute ein Rätsel.

Etwas Glück im Unglück hatte Professor Langer aber dann doch: "Es gibt zahlreiche Objekte, wo unser Herz dran hängt. Unter anderem den Urvogel, den größten Seeskorpion der Welt und das Urpferdchen. Zum Glück haben wir genau diese Stücke durch Kopien und Abgüsse ersetzt."

Bei diesen Exponaten haben die Täter also Fake-Fossilien mitgenommen, doch nur die wenigsten Fossilien waren Abgüsse. Bis die Universität die ersten Originale wieder ausstellen kann, könnte es also noch etwas dauern.

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Herrn Archut und Herrn Prof. Langer von der Universität Bonn
  • Polizei Bonn
  • Pressestelle des LKA
  • Telefonat mit Cornelia Haasler, Rheinisches Mineralienkontor Dr. F. Kantz

Sendung: WDR.de, Die Polizei geht vielen Hinweisen zu den gestohlenen Fossilien nach, 26.08.2026, 07.02 Uhr

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